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Umweltgefahren durch Gen-Pflanzen

Mittwoch 26. November 2003, 13:55 Uhr

Öko-Institut warnt vor Gefahren durch Gen-Pflanzen

Berlin (AFP) Das Freiburger Öko-Institut hat vor erheblichen Gefahren beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gewarnt. Ein erster großer Praxistest in Großbritannien habe bewiesen, dass Felder mit Gen-Pflanzen kaum abschätzbare Risiken für die Umwelt mit sich brächten, sagte Gentechnik-Expertin Beatrix Tappeser. Auch Betriebe der konventionellen Landwirtschaft und des Bio-Landbaus seien durch die drohende Verunreinigung ihrer Ernte durch Gen-Pollen betroffen. Bei der bevorstehenden Novelle des deutschen Gentechnikgesetzes müsse deshalb eine Haftung von Herstellern und Nutzern von Gen-Saaten aufgenommen werde.

Der Anbau von herbizidresistenten Nutzpflanzen gefährde Vögel und Insekten in einem deutlichen stärken Maß als bislang angenommen, sagte Tappeser mit Verweis auf die jüngst vorgestellte Studie der britischen Regierung. Am Rand von Feldern, auf denen Gen-Raps angebaut worden sei, wurden demnach ein Viertel weniger Schmetterlinge gefunden. Computersimulationen zeigten, dass der Anbau gentechnisch veränderter Zuckerrüben nach 20 Jahren zum Aussterben der Feldlerche führen könnte. Konventionelle Rapspflanzen seien selbst auf 26 Kilometern entfernten Feldern noch durch genveränderte Rapspollen bestäubt worden.

Mit dem Gentechnikgesetz müssten die konventionelle Landwirtschaft und der Bio-Anbau geschützt werden, forderte Tappeser. "Eine Landwirtschaft ohne Gentechnik muss möglich bleiben." Mit Mindestabständen und Heckenpflanzungen sollten die Felder vor der Bestäubung durch Gen-Pollen bewahrt werden. Sollte es dennoch zu einer Beeinträchtigung kommen, könne ein Haftungsfonds für die verunreinigte Ernte einspringen.

Mit der Novelle des Gentechnikgesetzes muss die Bundesregierung die bereits im März 2001 verabschiedete Neufassung der EU-Freisetzungsrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die Richtlinie regelt die Genehmigungsverfahren, die vor einer Freisetzung genetisch veränderter Tiere und Pflanzen in der EU vorgeschrieben sind. Rot-Grün hat bislang keinen Entwurf für die Novelle vorgelegt.


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