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Aktuell
Symposium zur Biodiversität
Montag, 1. Dezember 2003
Internationales Symposium zur Forschung über die biologische Vielfalt eröffnet
Deutschland nimmt Vorreiterrolle bei der Forschung zur biologischen
Vielfalt ein
UN-Botschafterin Jane Goodall ruft zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf
UN Botschafterin Jane Goodall und Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eröffneten heute ein internationales Symposium zur Forschung über die biologische Vielfalt im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.
Die UN-Botschafterin Jane Goodall rief dabei Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und alle Menschen zum Erhalt der biologischen Vielfalt auf.
Die Menschen haben begonnen, die Vielfalt an Genen, Arten und Ökosystemen zu gefährden. Die Auswirkungen dieser Veränderungen haben die gleichen Dimensionen wie die befürchteten Klimaänderungen. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass dieser Verlust an biologischer Vielfalt nachweislich bereits jetzt begonnen hat und nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die Ursachen für diesen Verlust sind nicht nur regional, sondern auch global zu suchen. So hat die zunehmende Globalisierung Mechanismen und weltweite Veränderungsprozesse in Gang gesetzt, die sich nicht nur auf Märkte auswirken, sondern weltweit mit einer zunehmenden Inanspruchnahme von Flächen durch den Menschen
einhergehen. Es handelt sich hier um ein Menschheitsproblem, das gemeinsamer Forschungsanstrengungen und politischer Lösungen bedarf. Hier setzen die forschungspolitischen Maßnahmen des BMBF an. Die Erforschung der biologischen Vielfalt ist auch ein eindeutiger Auftrag der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, die 1992 in Rio de Janeiro verfasst und durch Deutschland ratifiziert wurde.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Herausforderung angenommen und eine Reihe von Förderinitiativen zur Erfassung und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt gestartet. Deutschland nimmt hiermit eine Spitzen-stellung in der internationalen Biodiversitätsforschung ein. Etwa 2/3 der Projekte betref-fen Länder des sogenannten Südens, die den größten Reichtum an biologischer Vielfalt besitzen. Das besondere Merkmal der deutschen Forschungsarbeit ist hier die unmittelbare und aktive Einbindung von Partnern aus den jeweiligen Gastgeberländern in die Projektarbeit vor Ort. Denn nur partnerschaftliche Forschungskooperationen eröffnen die Chance, wirkungsvolle, das heißt vor allem auch umsetzbare Konzepte zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen biologischen Ressourcen entwickeln zu können.
Um zu verstehen, was in den Ökosystemen der Welt vor sich geht, muss die biologische Vielfalt jetzt erfasst und ihre natürlichen Funktionen für die Erhaltung des biologischen Gleichgewichts auf der Erde erforscht werden, damit baldmöglichst gezielt Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen eingeleitet werden können. Die Bundesregierung wird aktiv an den auf internationaler Ebene auszuarbeitenden Lösungskonzepten mitarbeiten und das für die Umweltvorsorge notwendige Orientierungs- und Gestaltungswissen durch maßgeschneiderte Forschungsvorhaben erarbeiten lassen.
Auch moderne Technologien sind dabei eine große Stütze. Im Rahmen dieser Untersuchungen werden Veränderungen in der biologischen Vielfalt in internationalen Observatorien und durch Erdbeobachtung von
Satelliten erfasst. Computergesteuerte Datenbanken und das Internet
ermöglichen den internationalen Austausch und die Bearbeitung der gesammelten Daten. Zukünftige Entwicklungen können auf dieser Grundlage durch geeignete Modelle, die die natürlichen Verhältnisse abbilden, beschrieben werden.
Das Berliner Symposium zur Forschung über die biologische Vielfalt wird vom DLR Projektträger Umweltforschung und -technik im Auftrag des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung veranstaltet. Rund 700 Wissenschaftler aus über 45 Nationen werden in den kommenden vier Tagen über die drängenden Fragen zur Erforschung der biologischen Vielfalt unter dem Motto "Nachhaltige Nutzung und Erhalt der biologischen Vielfalt: Eine gesellschaftliche Herausforderung" diskutieren.
Quelle/Text: Informationsdienst Wissenschaft
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