AktuellGreenpeace: Rückblick und Ausblick
Jahresrückblick 2003Greenpeace-Online, 23.12.03Liebe Leserinnen und Leser, Urwälder und Meere sind einzigartige Lebensräume für Millionen Tier- und Pflanzenarten - und Lebensgrundlage für uns alle. Dennoch werden die Ozeane maßlos überfischt und vergiftet, riesige Urwaldflächen durch Kahlschläge und Brandrodungen zerstört. Nur mit globalen Schutzgebieten und einer ökologisch sinnvollen Nutzung ist dieser Raubbau zu stoppen. Dafür kämpft Greenpeace seit langem weltweit, 2003 ebenso wie in den kommenden Jahren. Mit "SolarGeneration" haben wir 2003 ein großes Jugendprojekt für eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gestartet. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Kanzler Gerhard Schröder setzen dagegen weiter auf den Klimakiller Kohle. Eine fatale Fehlentscheidung, denn bis 2020 muss etwa die Hälfte aller deutschen Kraftwerke ersetzt werden. Greenpeace fordert eine zukunftsfähige Weichenstellung, da die jetzigen Investitionen unsere Energieversorgung für die nächsten 40 Jahre bestimmt. Die Bundesregierung hätte allen Grund mit gutem Beispiel voranzugehen. Ist sie doch im Juni 2004 Gastgeber einer internationalen Konferenz für erneuerbare Energien. Wichtige Zukunftsprojekte konnten wir 2003 realisieren: Zum Thema "Umwelt und Globalisierung" haben wir zusammen mit anderen Organisationen in Berlin den Globalisierungskongress Mc.Planet.com veranstaltet, mit rund 1500 Teilnehmern. Mit der Spende aus einer Erbschaft wurde der Bau eines neuen Segelschiffes finanziert, das im Frühsommer 2004 vom Stapel einer ostdeutschen Werft in Wolgast laufen soll. Im Herbst 2003 hat die Greenpeace Umweltstiftung den Tierpark Warder in Schleswig-Holstein übernommen, um seltene europäische Nutztierrassen vor dem Aussterben zu bewahren. Großen Zuspruch finden unsere Verbraucherkampagne für gesundes Essen und das EinkaufsNetz (EKN), in dem sich Zehntausende Verbraucher engagieren. Das EKN hat 2003 mit mehr als 100 Untersuchungen nachgewiesen, dass konventionelle Obst- und Gemüsewaren stark mit Pestizidrückständen belastet sind. Bei jeder fünften Probe wurden die zulässigen Grenzwerte überschritten. Greenpeace fordert eine naturnahe Landwirtschaft, ohne Gifte und Gentechnik. In Europa erteilen Verbraucher, Bauern und Umweltschützer genmanipulierten Produkten seit Jahren eine Absage. Das zeigt Wirkung: Der Agrar-Konzern Bayer CropScience hat 2003 angekündigt, keine Freisetzungsversuche mit Gen-Pflanzen mehr in Großbritannien durchzuführen. Monsanto, einer der weltweit größten Produzenten von Pestiziden und Gentech-Saaten, will sich mit seinem Getreidegeschäft aus mehreren europäischen Ländern zurückziehen. Ein Erfolg unserer langjährigen Kampagnenarbeit. Auch von Ihrer Unterstützung hängt es ab, dass wir schlagkräftig genug sind, um gesunde Lebensmittel, eine zukunftsfähige Energieversorgung sowie den Schutz von Meeren und Urwäldern durchzusetzen. Bitte unterstützen Sie uns weiterhin auf diesem Wege. Mit herzlichen Grüßen und herzlichem Dank Brigitte Behrens Geschäftsführerin von Greenpeace Montag 22. Dezember 2003, 13:19 Uhr Greenpeace konzentriert sich 2004 auf Gentechnik und EnergieHamburg (AP) Im Jahr 2004 will die Umweltschutzorganisation Greenpeace den Schwerpunkt auf die Themen Gentechnik und Energie setzen. Hintergrund für die Entscheidung ist die neue Kennzeichnungspflicht von Gentech-Lebensmitteln in der EU ab April, wie Greenpeace am Montag in Hamburg mitteilte. Außerdem werde Deutschland im Juni Gastgeber der Internationalen Konferenz zur Förderung der regenerativen Energien sein.«Die rot-grüne Bundesregierung verfolgt kein durchgängiges Konzept für einen ökologischen Umbau der Energie-Wirtschaft,» kritisierte Geschäftsführerin Brigitte Behrens. Negativbeispiele seien, dass «Wirtschaftsminister Clement eine Kampagne gegen Windkraft und für Steinkohle fährt und Außenminister Fischer die Hanauer Plutoniumfabrik nach China verkauft». Auch bei der Verkehrspolitik bleibe die Bundesregierung passiv, sagte sie. «Dieselrußfilter, die Todesfälle durch Krebs verhindern können, sind noch immer keine Pflicht für alle alten und neuen Fahrzeuge.» Greenpeace hat trotz Wirtschaftskrise nach eigenen Angaben 2003 die Einnahmen 2003 voraussichtlich auf dem Niveau des Jahres 2002 (38,8 Millionen Euro) gehalten. Damit könne Greenpeace neben nationalen auch weiterhin internationale Kampagnen unterstützen, etwa zur Rettung der Amazonas-Urwälder oder zu Umwelt-Problemen in China, Indien und Südostasien. Eine zweijährige Überprüfung der Gemeinnützigkeit durch das Hamburger Finanzamt endete laut Greenpeace positiv. » zurück |
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