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Aktuell

Massives Artensterben

Mittwoch 17. November 2004, 16:51 Uhr

Fast 15 600 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht

Frankfurt/Main/Bangkok (ddp). Die Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten wächst nach Expertenangaben erschreckend schnell. Seit der Bestandserhebung im vergangenen Jahr seien 3330 weitere Arten hinzugekommen, teilte am Mittwoch die Weltnaturschutzunion IUCN in Bangkok mit. Damit seien insgesamt 15 589 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

Die Rote Liste ist nach Ansicht der Umweltorganisation WWF ein Indikator für die Krisenregionen der Erde. Zugleich werde deutlich, dass man nach und nach ganze Ökosysteme verlieren werde, befürchtet Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Mittlerweile stünden ganze Arten-Gruppen auf der Liste, deren Lebensbedingungen in Meeren, Wäldern sowie Feuchtgebieten und Flüssen sich stetig verschlechterten.

Ziegler betonte: «Der hohe Bedrohungsgrad verschiedener Fisch- und Amphibienarten zeigt uns, dass es um die Süßwasserressourcen der Erde schlecht bestellt ist.» Besonders erschreckend sei der Zustand der Schildkröten: Fast die Hälfte aller Arten ist bedroht.

Die Liste weist Ziegler zufolge aber auch Verbesserungen für Arten auf: So hätten sich die Lebensbedingungen für den europäischen Fischotter verbessert, sodass sie nicht mehr als «gefährdet», sondern nur noch als «annähernd bedroht» eingestuft werden.


WWF: Lange Warteliste des Artentodes

Neue Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten zeigt erschreckenden Zuwachs

Frankfurt, 17.11.2004: Es werden immer mehr: 15.589 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der aktuellen Roten Liste der bedrohten Arten, die heute von der Weltnaturschutzunion IUCN in Bangkok veröffentlicht wurde. Seit der letzten Bestandserhebung in 2003 hat sich die Liste um 3330 weitere Arten verlängert. Die Rote Liste ist nach Ansicht des WWF ein Indikator für die Umwelt-Krisenregionen der Erde, der den Verlust der biologischen Vielfalt objektiv bemisst. So könne man anhand der bedrohten Arten genau ablesen, in welchen Gebieten die größten Umweltprobleme vorherrschen.

"Der Ansturm auf die Rote Liste macht deutlich, dass nicht nur immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, sondern dass wir nach und nach ganze Ökosysteme verlieren werden", befürchtet Stefan Ziegler, Artenschutzexperte des WWF. Mittlerweile stünden ganze Arten-Gruppen auf der Liste, deren Lebensbedingungen in Meeren, Wäldern sowie Feuchtgebieten und Flüssen sich stetig verschlechterten. "Der hohe Bedrohungsgrad verschiedener Fisch- und Amphibienarten zeigt uns, dass es um die Süßwasserressourcen der Erde schlecht bestellt ist." Besonders erschreckend sei der Zustand der Schildkröten: Fast die Hälfte aller Arten ist bedroht. Die Liste weist aber auch Verbesserungen für einzelne Arten auf: Die Lebensbedingungen für den Europäischen Fischotter haben sich verbessert, sodass sie nicht mehr als "gefährdet", sondern nur noch als "annähernd bedroht" eingestuft werden. Auch für die Weihnachtsinsel- Fruchttaube geht es aufwärts: Sie wurde früher durch die äußerst aggressive Gelbe Spinnerameise, die aus Afrika auf die Weihnachtsinsel eingedrungen ist, bedroht. Da es gelungen ist, den gefährlichen kleinen Angreifer durch ökologisch unbedenkliche Köder zurückzudrängen, haben sich die Bestände der Taube erholt. Sie wird auf der Roten Liste nun nicht mehr auf der höchsten Gefährdungsstufe geführt, sondern gilt nur noch als "gefährdet".

Der WWF warnt angesichts des großen Zuwachses auf der Roten Liste unter anderem vor der zu starken Nutzung und dem unkontrollierten Handel wild lebender Tiere und Pflanzen. Die Übernutzung als Nahrungsmittel oder zu medizinischen Zwecken gehört neben dem Verlust des Lebensraums, der Umweltverschmutzung, der Verdrängung durch fremde Arten, Krankheiten und Klimawandel zu den größten Gefahren für Tiere und Pflanzen in der Wildnis. Nach Ansicht des WWF besteht jedoch Grund zur Hoffnung: Erst vor wenigen Wochen einigte sich die Weltartenschutzkonferenz CITES in Bangkok auf umfassende Handelsbeschränkungen für viele bedrohte Arten wie Weiße Haie, Napoleonfische und das Tropenholz Ramin. "Statt die Arten auf eine Rote Liste zu setzen, sollten wir ihnen lieber einen Roten Teppich ausrollen, damit wir bestimmte Tiere und Pflanzen auch in Zukunft nachhaltig nutzen können", fordert Stefan Ziegler.


Mensch beschleunigt Aussterben der Arten

Greenpeace-Online, 17.11.04

Hamburg/Bangkok - Weltweit sind fast 16.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Diese alarmierende Zahl veröffentlichte die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Mittwoch zu Beginn einer Artenschutz-Konferenz in Bangkok. Die von der IUCN erstellte Rote Liste umfasst mehr als 7000 vom Aussterben bedrohte Tier- und mehr als 8000 bedrohte Pflanzenarten.

Aufgrund menschlicher Einwirkungen liegt die Aussterberate dem Bericht zufolge tausend Mal über der geschätzten natürlichen Rate. Seit dem Jahr 1500 seien 784 ausgestorbene Arten verzeichnet worden. "Jede aussterbende Art ist für die Welt unwiderbringlich verloren. Niemand weiß, welche Konsequenzen das für die Zukunft hat", gibt Greenpeace-Sprecher Jörg Siepmann zu bedenken. Die Studie hebt jedoch auch eine positive Entwicklung hervor. Schutzmaßnahmen bewirkten, dass sich einige vom Aussterben bedrohte Arten erholen konnten.

Rund 6.000 Experten aus 181 Ländern befassen sich ab Mittwoch in Bangkok mit dem Schutz von Tier- und Pflanzenarten. Bei dem neuntägigen Kongress soll unter anderem ein Maßnahmenplan für die kommenden vier Jahre verabschiedet werden, der jedoch keinen international bindenden Charakter hat.

Die IUCN finden Sie im Internet unter: www.iucn.org


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