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Aktuell
Klimakonferenz beginnt
Sonntag 5. Dezember 2004, 21:00 Uhr
Zehnte Weltklimakonferenz beginnt in Argentinien
Buenos Aires (AP) In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnt am (morgigen) Montag die zehnte Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen. Die Veranstaltung, zu der rund 5.000 Teilnehmer erwartet werden, dauert bis zum 17. Dezember. Es ist die letzte Verhandlungsrunde vor In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar nächsten Jahres. Russland hatte kürzlich mit der Ratifizierung des Abkommens den Weg für dessen Umsetzung freigemacht. Nachdem sich die USA am Kyoto-Protokoll nicht beteiligen, war die russische Zustimmung für das In-Kraft-Treten unbedingt notwendig. Das Abkommen verpflichtet die Industriestaaten, ihren gemeinsamen Ausstoß von sechs gefährlichen Klimagasen bis 2012 um 5,2 Prozent unter den Stand von 1990 zu bringen.
Freitag 3. Dezember 2004, 13:29 Uhr
EU will auf UN-Klimakonferenz für Emissionshandel werben
Brüssel (AFP) - Die Europäische Union will ab Montag auf der Weltklimakonferenz in Buenos Aires für eine internationale Beteiligung am Emissionshandel werben. Der Handel mit Verschmutzungsrechten, der am 1. Januar EU-weit startet, sei der Beweis, dass Europa seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll ernst nehme, erkärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas am Freitag in Brüssel. Die 1997 im japanischen Kyoto geschlossene Vereinbarung verpflichtet die EU, ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen bis 2012 um acht Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Freitag, 3. Dezember 2004
Mit COP 10 in eine neue Phase internationaler Klimapolitik
Zu den Themen der zehnten Klimakonferenz in Buenos Aires:
Klimapolitik nach 2012 und Anpassungsstrategien an den Klimawandel
Das Kyoto-Protokoll wird am 16. Februar 2005 völkerrechtlich in Kraft
treten. Während auf nationaler Ebene nun die Umsetzung der im
Protokoll enthaltenen Pflichten und Instrumente vorangetrieben werden
muss, wird auf internationaler Ebene schon weiter in die Zukunft
geblickt. Die bevorstehende Klimakonferenz in Buenos Aires (COP 10,
vom 6. bis 17. Dezember) bietet daher eine gute Möglichkeit, den durch
die russische Ratifikation wieder erlangten Schwung für die
Vorbereitung einer neuen Phase von Verhandlungen zu nutzen.
Zukünftige Eckpfeiler internationaler Klimapolitik zeigt ein Vorschlag
auf, der vom Wuppertal Institut gemeinsam mit 14 WissenschaftlerInnen
aus allen Weltregionen entwickelt wurde.
Dieser beinhaltet neben der Forderung nach anspruchsvolleren
Reduktionszielen in Industrieländern auch ein Verfahren zur
Einbeziehung von Emissionsminderungspflichten in Schwellen- und
Entwicklungsländern. Diese werden sich jedoch nur auf neue
Klimaschutzpflichten einlassen, so eine weitere Schlussfolgerung des
Vorschlags, wenn in zukünftigen Verhandlungen auch das Thema
"Anpassung an den Klimawandel" mit gleichem Gewicht behandelt wird.
Denn schon heute ist dies für viele verwundbare Regionen des Südens
von existenzieller Bedeutung.
Doch auch in Deutschland ist das Thema "Anpassung" an den bereits
stattfindenden Klimawandel hochaktuell und ein noch kaum entwickeltes
Politik- und Forschungsfeld. Die zunehmenden Extremereignisse, die uns
in den letzten 15 Jahren betroffen haben, Stürme wie Lothar und
Anatol, Hitzesommer und Starkregenfälle wie im Erzgebirge und
Überschwemmungen an den Strömen wie Elbe, Rhein und Oder erfordern
mehr als eine nachträgliche Schadensregulierung.
Um Fehlinvestitionen zu vermeiden und angemessene Vorsorge zu treffen,
muss sich insbesondere Infrastrukturpolitik dieser Aufgabe stellen.
Gerade bei Infrastrukturprojekten besteht die Notwendigkeit, eine
vorsorgende Anpassungspolitik mit wirtschaftlichem Nutzen und einer
aktiven Emissionsminderung zu verbinden. Das Wuppertal Institut wird
seine Forschung insbesondere im Rahmen zukünftiger Energie- und
Mobilitätsstrukturen in dieser Hinsicht verstärken.
Wissenschaftler des Wuppertal Instituts werden während der
Verhandlungen in Buenos Aires sein und die Vorschläge vor Ort bekannt
machen.
Quelle/Text: Informationsdienst Wissenschaft
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