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Aktuell
Klimakonferenz (1)
Montag 6. Dezember 2004, 16:33 Uhr
Zehnte Weltklimakonferenz in Buenos Aires eröffnet
Buenos Aires (AFP) - In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires hat die zehnte Weltklimakonferenz begonnen. In den zwei Wochen dauernden Gesprächen wollen die Vertreter von 170 Staaten erstmals über den Klimaschutz nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 beraten. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Bestimmungen aus dem 1997 verabschiedeten Protokoll verstärkt werden müssen.
In dem Papier, das im kommenden Februar in Kraft tritt, verpflichten sich die großen Industriestaaten, den Klimakiller Kohlendioxid und andere Treibhausgase bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 abzubauen. Experten fordern allerdings, dass die Emissionen bis 2050 auf die Hälfte reduziert werden müssen, um die globale Erwärmung wirksam einzudämmen.
Vor diesem Hintergrund dürften sich in Buenos Aires die Gespräche mit den USA besonders schwierig gestalten. Das Land, das allein für ein Viertel der weltweiten Emissionen verantwortlich ist und sich bereits dem Kyoto-Protokoll widersetzte, hat im Vorfeld angekündigt, sich nicht an Diskussionen über ein Folgeabkommen zu beteiligen.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) forderte von den USA "nachvollziehbare, machbare und vorzeigbare Anstrengungen". Auch wenn nicht zu erwarten sei, dass sich das Land unter Präsident George W. Bush dem Kyto-Protokoll anschließe, entbinde es die USA nicht "von ihren politischen, aber auch völkerrechtlichen Verbindlichkeiten", sagte Trittin im Inforadio des RBB.
Auch die Verhandlungen mit den Entwicklungs- und Schwellenländern dürften nicht einfach werden. Bisher tragen sie noch keine Verpflichtungen. Die EU möchte erreichen, dass insbesondere Länder wie China und Indien ihre Emissionen ab 2012 reduzieren. Diese dürften aber kaum dazu bereit sein, da sie eine darin eine Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung sehen.
Montag 6. Dezember 2004, 15:43 Uhr
UN-Konferenz auf der Suche nach neuen Wegen im Klimaschutz
Buenos Aires (AP) Die Suche nach neuen Wegen im Klimaschutz steht im Mittelpunkt der zehnten Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, zu der sich tausende Delegierte am Montag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires versammelt haben. Die jährliche UN-Konferenz ist die letzte vor In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar kommenden Jahres.
Nach Ansicht vieler Wissenschaftler stellt der Ausstoß an so genannten Klimagasen, die zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen, eine Gefahr für das Leben auf der Erde dar. Schon jetzt wird der Treibhauseffekt für zahlreiche verheerende Wirbelstürme, wie denen zuletzt in der Karibik und in den USA, und einen Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich gemacht.
Ein wichtiges Ziel der Konferenz werde es deshalb sein, die USA als größten Produzenten von Klimagasen zur Umsetzung strengerer Umweltrichtlinien zu motivieren, erklärte der argentinische Diplomat Raul Estrada, der 1997 die Konferenz von Kyoto leitete. Er könne sich vorstellen, dass ein Abkommen, das stärker auf Energieeffizienz setze statt auf die Eindämmung des Schadstoffausstoßes, für die USA und auch für Australien interessanter sein könnte, sagte Estrada.
Die USA sind für den Ausstoß von rund einem Viertel aller Klimagase auf der Welt verantwortlich. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush lehnt das Kyoto-Protokoll aber ab, weil es den Interessen der Industrie schade. Das Abkommen verpflichtet die Industriestaaten, ihren gemeinsamen Ausstoß von sechs gefährlichen Klimagasen bis 2012 um 5,2 Prozent unter den Stand von 1990 zu bringen. Nachdem sich die USA nicht beteiligen, war für das In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls unbedingt die Zustimmung Russlands notwendig. Moskau hatte kürzlich mit der Ratifizierung des Abkommens den Weg für dessen Umsetzung freigemacht.
Nach Ansicht von Umweltgruppen drängt aber die Zeit, etwas gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre zu tun. US-Wissenschaftler berichteten im April, dass die weltweite Durchschnittstemperatur zwischen 1991 und 1998 um 0,43 Grad gestiegen sei. Der World Wildlife Fund (WWF) und andere Umweltgruppen berichteten am Montag, dass bedingt durch die höheren Wassertemperatur und Kohlendioxidkonzentrationen schon 20 Prozent der Riffe auf der Welt geschädigt seien. Weitere 50 Prozent drohten zusammenzubrechen.
Noch streiten die Forscher darüber, wie schwerwiegend die Folgen der Klimaerwärmung sind. Experten wie John Christy von der Universität Alabama verweisen darauf, dass das Klima auf der Erde in längeren Zeiträumen schon immer geschwankt hat. Der Meeresspiegel steige seit 20.000 Jahren und die Temperatur in der Antarktis sei schon höher und auch niedriger gewesen als heute.
Für Mago Thorning, einer früheren Mitarbeiter des US-Energieministeriums, geht die Konzentration auf die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu weit. Damit fehle Geld, das zur Erforschung sauberer Energiequellen eingesetzt und im Kampf gegen andere globale Gefahren eingesetzt werden könnte. «Wir sollten mehr Geld für Dinge ausgeben, an denen die Menschen heute sterben, zum Beispiel fehlenden Kläranlagen und sauberem Wasser. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erderwärmung die ganze Aufmerksamkeit wert ist», kritisierte Thorning.
Zu der Veranstaltung, die noch bis zum 17. Dezember dauert, werden rund 5.000 Teilnehmer erwartet.
WWF: Letzter Halt vor Kyoto
Klimakonferenz (CoP10) in Buenos Aires vom 6.-17.12.2004: WWF erwartet Aufbruchssignale für verstärkten Klimaschutz
Berlin / Buenos Aires, 05.12.04: Am Montag startet in Buenos Aires die zehnte weltweite UN Klimakonferenz (CoP 10). Es ist die letzte Verhandlungsrunde, bevor das Kyoto-Protokoll im Februar 2005 in Kraft tritt. Der WWF erhofft von der Konferenz deutliche Signale, um die Klimaschutzanstrengungen erheblich auszuweiten. Ziel müsse es sein, die durchschnittliche globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu halten.
Der Gipfel in Buenos Aires biete nach Einschätzung des WWF große Chancen, die Umsetzung des Klimaschutzes weltweit zu beschleunigen. "Es muss jetzt ein Weg aufgezeigt werden, wie die internationale Staatengemeinschaft nach dem Jahr 2012 die klimaschädlichen Treibhausgase drastisch reduziert", fordert Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland. Es sei ein wichtiges Signal, dass das Kyoto-Protokoll im nächsten Jahr in Kraft trete, damit werden die Vereinbarungen verbindlich. Gleichzeitig müsse in Argentinien sichergestellt werden, dass Staaten wie die USA und Australien, die das Protokoll nicht unterzeichnet haben, die weiteren Verhandlungen nicht länger blockieren. "Natürlich muss die Tür auch für weitere Länder offen bleiben, aber mehr als einen Beobachterstatus dürfen sie bis zur eigenen Ratifizierung nicht erhalten. Den Bremsern darf nicht länger erlaubt werden, den gesamten Prozess aufzuhalten", betont Regine Günther.
Arche zum Schutz vor dem Klima
Greenpeace-Online, 6.12.04
Hamburg/Buenos Aires - Auf dem Plaza de Republica in Buenos Aires hat Greenpeace am Mittwoch eine 30 Meter lange und sieben Meter hohe Holzarche errichtet. In ihr sollen "Klimaflüchtlingen" Schutz vor den drohenden Folgen des Klimawandels finden. Der Grund dieser Aktion ist der Beginn der zehnten Welt-Klimakonferenz in der argentinischen Hauptstadt, in der Teilnehmer aus 189 UN-Staaten über den Klimaschutz nach 2012 diskutieren werden. Die Arche soll davor warnen, dass Millionen Menschen zu Schaden kommen werden, wenn es der Weltgemeinschaft nicht gelingt, das Klima zu schützen.
"Wenn wir jetzt nicht zusammenhalten und die Treibhaus-Emmissionen verringern, wird es in der Zukunft keine Arche groß genug sein, um all die Klimaflüchtigen aufzunehmen", sagt Greenpeace-Klimaexpertin Stephanie Tunmore. "Hitzesommer, Flutwellen und Überschwemmungen - der Klimawandel hat längst begonnen", ergänzt Gabriela von Goerne, Klimaexpertin bei Greenpeace Deutschland, in Buenos Aires. "Er trifft die am meisten, die am wenigsten dazu beigetragen haben und sich nicht davor schützen können - die armen Länder dieser Erde." Greenpeace fordert, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 zu halbieren.
Die UN-Klimakonferenz COP 10 schlägt ein neues Kapitel im internationalen Klimaschutz auf. Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls zum Schutz des Klimas durch Präsident Putin tritt das Protokoll am 16. Februar 2005 in Kraft. Vielen Unterzeichnerstaaten wird nun erstmals bewusst, dass die Zahlen auf dem Papier umgesetzt und der Ausstoß an Treibhausgasen verringert werden müssen.
Hier können Sie die Greenpeace-Arche in einer Live-Kamera der Polizei Buenos Aires' sehen.
10. Klimakonferenz in Buenos Aires nimmt Verhandlungen auf
06.12.2004 01:53 by epo.de
Buenos Aires/Wuppertal (epo). - In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnt die 10. Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Bis zum 17. Dezember beraten rund 5.000 Experten über den Klimawandel und Gegenmaßnahmen gegen die vom Menschen mit verursachte Erderwärmung. Es ist die letzte Verhandlungsrunde vor dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar 2005.
Das Abkommen verpflichtet die Industriestaaten, den gemeinsamen Ausstoß gefährlicher Klimagase bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Zukünftige Eckpfeiler internationaler Klimapolitik zeigt ein Vorschlag auf, der vom Wuppertal Institut gemeinsam mit 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus allen Weltregionen entwickelt wurde. Der Vorschlag beinhaltet neben der Forderung nach anspruchsvolleren Reduktionszielen in Industrieländern auch ein Verfahren zur Einbeziehung von Emissionsminderungspflichten in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Diese werden sich nach Ansicht des Wuppertal Instituts nur auf neue Klimaschutzpflichten einlassen, wenn in zukünftigen Verhandlungen auch das Thema "Anpassung an den Klimawandel" mit gleichem Gewicht behandelt wird. Schon heute sei dies für viele verwundbare Regionen des Südens von existenzieller Bedeutung, analysiert das Institut.
"Doch auch in Deutschland ist das Thema Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel hochaktuell und ein noch kaum entwickeltes Politik- und Forschungsfeld", gibt das Wuppertal Institut zu Bedenken. "Die zunehmenden Extremereignisse, die uns in den letzten 15 Jahren betroffen haben, Stürme wie Lothar und Anatol, Hitzesommer und Starkregenfälle wie im Erzgebirge und Überschwemmungen an den Strömen wie Elbe, Rhein und Oder erfordern mehr als eine nachträgliche Schadensregulierung."
Um Fehlinvestitionen zu vermeiden und angemessene Vorsorge zu treffen, müsse sich insbesondere die Infrastrukturpolitik dieser Aufgabe stellen, fordert das Institut. Gerade bei Infrastrukturprojekten bestehe die Notwendigkeit, eine vorsorgende Anpassungspolitik mit wirtschaftlichem Nutzen und einer aktiven Emissionsminderung zu verbinden. Das Wuppertal Institut kündigte an, seine Forschung insbesondere im Rahmen zukünftiger Energie- und Mobilitätsstrukturen in dieser Hinsicht zu verstärken.
Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) erhofft sich von der Konferenz "deutliche Signale, um die Klimaschutzanstrengungen erheblich auszuweiten". Ziel müsse es sein, die durchschnittliche globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu halten.
Der Gipfel in Buenos Aires bietet nach Einschätzung des WWF große Chancen, die Umsetzung des Klimaschutzes weltweit zu beschleunigen. "Es muss jetzt ein Weg aufgezeigt werden, wie die internationale Staatengemeinschaft nach dem Jahr 2012 die klimaschädlichen Treibhausgase drastisch reduziert", forderte Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland in Frankfurt am Main. Es sei ein wichtiges Signal, dass das Kyoto-Protokoll im nächsten Jahr in Kraft trete, damit würden die Vereinbarungen verbindlich.
Gleichzeitig müsse in Argentinien sichergestellt werden, dass Staaten wie die USA und Australien, die das Protokoll nicht unterzeichnet haben, die weiteren Verhandlungen nicht länger blockieren, forderte der WWF. "Natürlich muss die Tür auch für weitere Länder offen bleiben, aber mehr als einen Beobachterstatus dürfen sie bis zur eigenen Ratifizierung nicht erhalten. Den Bremsern darf nicht länger erlaubt werden, den gesamten Prozess aufzuhalten", betonte Regine Günther.
UNFCCC COP 10
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
World Wide Fund For Nature (WWF)
Montag 6. Dezember 2004, 00:11 Uhr
Klimakonferenz in Buenos Aires will auch USA verpflichten
Buenos Aires (dpa) - In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires beginnt heute die zehnte Klimakonferenz zum Kyoto-Protokoll. Während des zwölftägigen Treffens soll es auch darum gehen, die USA wieder in den Klimaschutz einzubeziehen. Rund 5000 Teilnehmer aus 189 Staaten wollen bis Ende kommender Woche zudem darüber sprechen, wie insbesondere ärmeren Staaten beim Umgang mit den schlimmsten Folgen des Klimawandels geholfen werden kann.
Montag 6. Dezember 2004, 09:09 Uhr
Trittin: USA müssen Ausstoß von Treibhausgasen deutlich senken
Berlin (AFP) - Vor Beginn der UN-Klimaschutzkonferenz am Montag in Buenos Aires hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Vereinigten Staaten aufgefordert, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu senken. Zwar sei nicht zu erwarten, dass sich die USA unter Präsident George W. Bush dem Kyoto-Protokoll anschließen würden; dies entbinde sie aber nicht "von ihren politischen, aber auch völkerrechtlichen Verbindlichkeiten" zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen, sagte Trittin im Inforadio des RBB. Notwendig seien "nachvollziehbare, machbare und vorzeigbare Anstrengungen". Schließlich verursachten die USA die meisten Emissionen in absoluten Zahlen und pro Kopf. Es gehe nicht an, dass ein US-Bürger bei einem vergleichbaren Lebensstandard wie in Europa das zweieinhalbfache an Treibhausgasen ausstoße. Auch in Europa sei das schon zuviel.
Montag 6. Dezember 2004, 16:07 Uhr
WWF: Klimawandel bedroht zwei Drittel aller Korallen weltweit
Berlin (AFP) - Weltweit sind nach Angaben von Umweltschützern mehr als zwei Drittel der Korallenriffe durch den Klimawandel bedroht und zum Teil bereits schwer geschädigt. Schon jetzt seien etwa 20 Prozent der Riffe wohl nicht mehr zu retten, erklärte die Umweltschutzorganisation WWF am Montag anlässlich der Vorstellung eines Berichts zur Lage der Korallen. "Wenn es nicht gelingt, den Temperaturanstieg zu begrenzen, kommt dies einem Todesurteil für die Regenwälder der Meere gleich", betonte Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF Deutschland. Derzeit findet in Buenos Aires der Klimagipfel CoP10 statt.
Dienstag 7. Dezember 2004, 07:34 Uhr
USA bekräftigen Ablehnung von Kyoto-Protokoll
Buenos Aires (AFP) - Bei der zehnten Weltklimakonferenz in Buenos Aires haben die USA ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. US-Verhandlungsführer Harlan Watson rief reiche und arme Länder auf, sich den USA anzuschließen und sich "für Wirtschaftswachstum, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Ausweitung sauberer Energiquellen einzusetzen". Gespräche über eine Regelung für die Zeit nach 2012, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft, halten die USA für "verfrüht".
Auch die Gruppe der Entwicklungsländer (G77) erteilte einer Neuregelung eine Absage. "Es wird keine neuen Vereinbarungen geben", sagte der derzeitige G-77-Präsident Mohammed El Maslamani aus Katar. Die EU hält dagegen angesichts des rasanten Klimawandels ein Nachfolgeabkommen für unausweichlich. Auch das Gastgeberland Argentinien betonte die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen. Die globale Erwärmung habe das lateinamerikanische Land bereits getroffen, sagte Gesundheits- und Umweltminister Gines Gonzalez.
Die Gespräche über eine Regelung für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls stehen im Mittelpunkt der zweiwöchigen Klimakonferenz mit Vertretern aus 170 Staaten. In dem Protokoll, das im Februar in Kraft tritt, verpflichten sich die großen Industriestaaten, den Klimakiller Kohlendioxid und andere Treibhausgase bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 abzubauen. Experten fordern allerdings, dass die Emissionen bis 2050 auf die Hälfte reduziert werden müssen, um die globale Erwärmung wirksam einzudämmen.
Die USA produzieren unter allen Staaten am meisten Treibhausgase. Dennoch weigert sich die Regierung von Präsident George W. Bush, das von der Vorgängerregierung unter Bill Clinton unterzeichnete Kyoto-Protokoll zu ratifizieren. Auch der zweitgrößte Treibhausgas-Produzent China sowie die ebenfalls rapide wachsende Volkswirtschaft Indien lehnen das Abkommen ab. Russland ratifizierte das Kyoto-Protokoll dagegen im November und ermöglichte damit das Inkrafttreten am 16. Februar. Das Abkommen erlegt nur den Industrieländern Quoten für den Ausstoß von Treibhausgasen auf; die Entwicklungsländer müssen lediglich eine Statistik führen.
Dienstag 7. Dezember 2004, 11:37 Uhr
Paris: Washington beim Klima "in die Zange nehmen"
Paris (AFP) - Auch die USA werden nach Einschätzung des französischen Umweltministers Serge Lepeltier mittelfristig das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz anwenden. In Europa angesiedelte US-Industrieunternehmen müssten die Kyoto-Regeln respektieren und entsprechende Fertigungstechniken entwickeln, sagte Lepeltier. Dadurch würden "die Vereinigten Staaten in die Zange genommen", zumal etwa 20 US-Bundesstaaten wie Kalifornien bereits eigenständig den Kampf gegen Schadstoffemissionen aufgenommen hätten, um den Treibhauseffekt zu begrenzen.
"Meiner Überzeugung nach werden die Vereinigten Staaten in die Zange genommen werden zwischen den anderen Ländern - vor allem in Europa -, die Maßnahmen gegen die Treibhausgase entwickeln werden, und ihren eigenen Bundesstaaten, die die Gesamtheit mitziehen werden", sagte Lepeltier.
Die USA müssten "vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber unausweichlich" die entsprechenden Technologien entwickeln, weil sie nicht in Rückstand geraten wollten; "dies wäre ein großes Risiko für ihre Unternehmen".
Die USA produzieren unter allen Staaten am meisten Treibhausgase. Sie hatten bei der zehnten Weltklimakonferenz in Buenos Aires ihre Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt.
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