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Aktuell
Geld und nachhaltige Entwicklung
BMZ: Evaluierung von DEG-Projekten fällt positiv aus
09.12.2004 13:25 by epo.de
Berlin (epo). - Die Förderung der Privatwirtschaft in Entwicklungsländern ist ein wirksames Instrument zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Menschen. Dieses Fazit hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul anlässlich der Vorstellung einer Evaluierungsstudie gezogen, die unabhängige Gutachterinnen und Gutachter im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums für Projekte der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) erstellt haben.
Die DEG finanziert im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums private Unternehmen in Entwicklungs- und Reformländern mit dem Ziel, die Privatwirtschaft zu stärken. "Die Privatwirtschaft tätigt fünfmal mehr Investitionen in Entwicklungsländern als die gesamte weltweite öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Das zeigt: Eine gezielte Förderung der Privatwirtschaft ist ein wichtiger Hebel zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Menschen. Denn ohne funktionierende Unternehmen gibt es keine Arbeit, und wir müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen in den Entwicklungsländern eine Arbeit haben, die sie und ihre Familien ernähren kann", erklärte Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul.
"Das Ergebnis dieser Studie ist außerordentlich zufrieden stellend: Die untersuchten Vorhaben sind in der Regel nicht nur rentabel, sondern erfüllen auch durchgängig ökologische und soziale Standards - wie Weltbankstandards und ILO-Kernarbeitsnormen", betonte Wieczorek-Zeul. "Besonders wichtig ist mir, dass die geförderten Betriebe für ihre Beschäftigten auch vorbildliche Weiterbildungs- und Sozialleistungen erbringen."
Die DEG wurde im Jahr 2001 im Auftrag der Bundesregierung an die KfW Bankengruppe übertragen. Dadurch hat sich das verfügbare Finanzvolumen der DEG von 412 Millionen Euro auf für das Jahr 2005 geplante 600 Millionen Euro erhöht. "Das zeigt, dass unsere Entscheidung richtig war", sagte Wieczorek-Zeul. "Mit der Übertragung an die KfW haben wir die DEG gestärkt, die nun mehr Finanzmittel zur Verfügung hat, um nachhaltige und sozial gerechte Projekte mit der Privatwirtschaft zu fördern. Das ist ein Beitrag zu moderner Entwicklungspolitik."
"Die Bewertung durch die unabhängigen Gutachter bestätigt die Bedeutung privater Investitionen für den Entwicklungsprozess und in exemplarischer Weise die positiven entwicklungspolitischen Effekte und Wirkungen von DEG-Vorhaben", sagte Winfried Polte, Geschäftsführer der DEG. Auch Wolfgang Kroh als Vertreter der KfW Bankengruppe, zu der die DEG gehört, zeigte sich erfreut über das positive Evaluierungsergebnis.
Die drei bedeutsamsten entwicklungspolitischen Effekte und Wirkungen von Finanzierungsvorhaben der DEG sind der Studie zufolge starke direkte und indirekte Beschäftigungseffekte, Staatseinnahmen durch Steuerzahlungen und hohe Sozialleistungen. Sechs unabhängige externe Gutachter und Gutachterinnen untersuchten und bewerteten 21 DEG-Projekte in verschiedenen Kontinenten sowie Sektoren und deckten dabei alle wesentlichen sektoralen und regionalen Bereiche ab.
Aus den entwicklungspolitischen Wirkungen der evaluierten DEG-Vorhaben konnten die Gutachter länder- und sektorübergreifende allgemeine Schlussfolgerungen ableiten. So tragen die Vorhaben laut Studie zur Armutsminderung bei, über positive Wachstums-, Beschäftigungs- und Einkommenseffekte bei den geförderten Unternehmen sowie über Netzwerkeffekte bei vor- und nachgelagerten Unternehmen. "Damit leisten auch wir einen zwar indirekten, aber nicht unwesentlichen Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen und der Bundesregierung", betonte Polte.
Am Beispiel der Engagements in Indonesien und Argentinien haben die Gutachter auch die DEG-Rolle in ihrer Krisenbeistandsfunktion gewürdigt. "Hier erfüllt die DEG ihren Auftrag der Subsidiarität, d.h. überall dort tätig zu sein, wo die privaten Banken aus Risikogründen nicht aktiv sind", sagte Polte.
Gutachter Peter Lindlein veranschaulichte die Ergebnisse anhand von zwei evaluierten Projekten. Am Beispiel des argentinischen Avocadoprozenten Guayal schilderte er die Begleitung eines lokalen Produzenten zum Unternehmen mit Weltmarktniveau. Die DEG-Finanzierung habe es dem Unternehmen ermöglicht, den professionellen Avocadoanbau in Argentinien einzuführen, den lokalen Markt zu erschließen und technologisch auf Weltmarktniveau zu produzieren.
Lindlein stellte außerdem das südafrikanische Unternehmen Edu-Loan vor, ein Anbieter privater Bildungsfinanzierung, der auch armen Studenten ein Hochschulstudium ermöglicht. "Die DEG unterstützt hier einen innovativen, für Südafrika neuen Ansatz, der in weiteren Ländern Afrikas etabliert werden kann." An diesem Beispiel zeige sich auch die entwicklungspolitische Bedeutung des Ankerlandes Südafrika für seine Nachbarländer.
Die DEG prüft jetzt die Anregungen der Gutachter auf ihre interne Umsetzbarkeit. "Das entwicklungspolitische Engagement der DEG mit eigenem Risiko werden wir durch ein moderates Wachstum und eine stetige Verbesserung unserer Projektqualität weiter ausbauen", sagte Polte.
DEG
BMZ
Wieczorek-Zeul: Korruption ist Hindernis für nachhaltige Entwicklung
09.12.2004 17:30 by epo.de
Berlin (epo). - Die weit verbreitete Korruption ist ein Hindernis für die nachhaltige Entwicklung. "Wer Armut bekämpfen will, muss auch Korruption bekämpfen, denn Korruption bedeutet, von den Armen zu stehlen", erklärte Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul zum Internationalen Antikorruptionstag am 9. Dezember.
"Korruption ist ein bedeutendes Hindernis für Armutsminderung und nachhaltige Entwicklung", sagte die Ministerin. "Sie verhindert private Investitionen, leitet öffentliche Ressourcen fehl und stellt die gesamte staatliche Legitimität in Frage." Nach Schätzungen der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International gingen weltweit mindestens 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch Bestechung bei öffentlicher Auftragsvergabe verloren.
Leidtragende von Korruption seien vor allem die Armen in den Entwicklungsländern, die wegen Korruption einen schlechteren Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, Bildungseinrichtungen und zur Gesundheitsversorgung erhielten, erklärte Wieczorek-Zeul. Ihre gesetzlich zugesicherten Rechte würden ihnen vorenthalten, wobei vor allem Frauen und Kinder betroffen seien.
"Deshalb hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sich der Korruptionsbekämpfung angenommen. Wir unterstützen insbesondere Länder, die aktiv die Korruption bekämpfen, die ihre Haushalte transparent führen und sich unabhängig überprüfen lassen", sagte Wieczorek-Zeul. Die Ministerin forderte, die effektive Umsetzung des OECD-Übereinkommens zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr weiter voranzutreiben. Es sei zu begrüßen, dass in diesem Jahr die Korruptionsbekämpfung als zehnter Grundsatz in den "Global Compact" der Vereinten Nationen aufgenommen wurde.
Der Internationale Antikorruptionstag erinnert an die Zeichnungskonferenz zur UN-Konvention gegen Korruption vor einem Jahr. Mehr als 110 Staaten haben die Konvention inzwischen gezeichnet. Zwölf Staaten haben sie nach Angaben des BMZ bereits ratifiziert - alles Entwicklungsländer. "Jetzt müssen die Industrieländer nachziehen", forderte die Ministerin.
BMZ
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