AktuellEED streicht BUKO-Gelder
EED streicht Fördergelder für Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)22.12.2004 12:57 by epo.deHamburg/Bonn (epo). - Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) will die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) im kommenden Jahr nicht mehr fördern. Der EED habe nach fast 25-jähriger Zusammenarbeit die gesamten Zuschüsse in Höhe von rund 30.000 Euro ab 2005 gekündigt, teilte die BUKO-Geschäftsstelle in Hamburg mit. Anlass ist offenbar eine "Yomango"-Aktion am Rande des BUKO-Kongresses im Mai 2004 in Kassel, bei der ein Bekleidungsgeschäft geplündet worden war. Die Bezuschussung der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der BUKO bestand der Geschäftstelle zufolge aus einer jährlichen institutionellen Förderung für die Geschäftsstelle und der jährlichen Förderung des BUKO-Kongresses. Die Arbeit der Bundeskoordination Internationalismus sei damit "akut gefährdet". "Der EED hat eine politische Entscheidung getroffen! Linke internationalistische Politik wird von der evangelischen Kirche nicht mehr unterstützt. Zur Zeit ist offen, wie die Arbeit der BUKO in Zukunft weitergeführt werden kann", heisst es in einer Mitteilung der BUKO. EED-Sprecherin Barbara Riek erklärte gegenüber der Zeitung "Neues Deutschland", ihr sei bewusst, dass durch den Entzug der Zuwendungen die Arbeit des BUKO als Dachverband von 150 Dritte-Welt- und entwicklungspolitischen Gruppen gefährdet sei. Es sei aber nicht zu verantworten, dass der Name des Entwicklungswerks der evangelischen Landeskirchen mit Vorgängen wie in Kassel in Zusammenhang gebracht werde. In Kassel hatten linke Aktivisten am Rande des 27. BUKO-Kongress bei einer Aktion mit der Bezeichnung "Kassel umsonst" in der Innenstadt Kleidungsstücke aus dem Geschäft einer Bekleidungskette entwendet und "der Bevölkerung zur Verfügung gestellt". Die als Perfomance gedachte Aktion in Anlehnung an die spanische Initiative "Yomango" sollte nach Angaben der Veranstalter auf die wachsende Armut und die Arbeitsbedinungen in der Bekleidungsinstrie aufmerksam machen. In einer Polizeimeldung dazu hatte es geheissen: "Bei dieser Teilveranstaltung schlossen sich ca. 200-300 Personen der linken Szene ohne Willen der Veranstalter an." Das Wort "Yomango" ("ich klaue") ist spanischen Ursprungs und soll das "symbolische" Befriedigen der eigenen Bedürfnisse thematisieren, zum Nachdenken anregen, aber auch die Konsumgesellschaft in Frage stellen. Die Entscheidung des EED habe "eine enorme Tragweite für die BUKO", erklärte die Geschäftsstelle, die sich nach eigenen Angaben "der Kritik des EED an der Aktion durch Diskussionen gestellt" hat und auch der "intern höchst umstrittenen" Aufforderung des EED nachgekommen sei, sich öffentlich von der Aktion zu distanzieren. Vom 18. bis 20. März 2005 soll sich der "BUKO-Ratschlag" mit dem Thema befassen. BUKO EED » zurück |
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