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Aktuell

Jahresrückblick NABU

Montag 27. Dezember 2004, 17:23 Uhr

NABU fordert aktivere Naturschutzpolitik

Berlin (AFP) - Der Naturschutzbund NABU hat Bund und Länder für das kommende Jahr zu einer aktiveren Umwelt- und Naturschutzpolitik aufgefordert. "Am Ende des Jahres 2004 bleiben zu viele Fragen offen", erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke in Berlin. So sei das vorläufige Scheitern der Föderalismusreform zwar sehr bedauerlich, aber noch lange kein Grund für die rot-grüne Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Novellierung von Bundesjagd- und Bundeswaldgesetz weiter zu verschleppen.

Spätestens die alarmierenden Daten des jüngsten Waldzustandsberichtes hätten die Notwendigkeit einer ökologischen Waldwirtschaft verdeutlicht, erklärte Tschimpke. "Naturnahe Wälder sind stabile Wälder."

Als weiteren Grund für die starke Zunahme geschädigter Bäume nannte Tschimpke die anhaltende Luftverschmutzung. Daher sei es unverständlich, dass die Bundesregierung seit über einem Jahr mit der Fortschreibung des nationalen Klimaschutzprogramms auf sich warten lasse. "Wenn wir auf nationaler Ebene weiterhin zögern, werden wir bald unsere Vorreiterrolle beim internationalen Klimaschutz einbüßen", erklärte der NABU-Präsident.

Zudem habe die Bundesregierung mit dem Nationalen Allokationsplan zur Zuteilung von CO2-Emissionsrechten die Chance vertan, den Emissionshandel als effizientes Klimaschutzinstrument zu nutzen. Positiv bewertete Tschimpke die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die den notwendigen Aufschwung der Erneuerbaren Energien weiter befördere.

Die "anhaltende Untätigkeit bei der ökologischen Neuausrichtung der Verkehrspolitik" ist nach Ansicht des NABU für die schleppende Entwicklung des Klimaschutzes mitverantwortlich. "Wir brauchen die Senkung der Lärm- und Treibhausgasemissionen, den Abbau der Steuervergünstigungen im Flugverkehr, den Verzicht auf den Ausbau der Binnenschifffahrtswege und die Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz", erklärte Tschimpke.

Tschimpke forderte die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, den Natur- und Umweltschutz auch in ökonomisch schwierigen Zeiten als zentrale Herausforderung zu begreifen: "Umweltprobleme lassen sich nicht aussitzen."


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