AktuellEU-Plan gegen Artenschmuggel
Vogelgrippe beschleunigt EU-Plan gegen ArtenschmuggelWWF: Künftige Bundesregierung muss für rasche Umsetzung sorgenWWF Pressemitteilung, London/ Frankfurt a. M., 28.10.2005 Die EU-Staaten haben gestern in London einen Aktionsplan gegen den illegalen Handel mit Tieren und Pflanzen aus der Wildnis auf den Weg gebracht. Er sieht unter anderem höhere Strafen für Schmuggler, eine einheitliche Umsetzung des EU-Rechts sowie eine intensivere Ausbildung von Zoll-, Polizei und Naturschutzbeamten vor. Der Entwurf muss nun in den einzelnen Mitgliedsländern beraten werden. „Die Vogelgrippe hat den überfälligen Entwurf beschleunigt“, kommentiert WWF-Artenschutzexperte Volker Homes den Aktionsplan. „Täglich werden Tiere und Pflanzen illegal in die EU geschleust. Viele davon sind vom Aussterben bedroht. Auch Vogel-Schmuggler nutzen die uneinheitlichen Vorschriften und mitunter halbherzigen Kontrollen. Eine kleine Lücke in nur einem der 25 EU-Staaten – und schon blüht das Geschäft mit den Arten in ganz Europa. Jetzt besteht die Chance auf ein Ende der Kleinstaaterei“, so der WWF-Experte. Der WWF hofft, dass der Aktionsplan, der unter dem Motto „Kooperation, Koordination und Kommunikation“ steht, so schnell wie möglich umgesetzt wird. „Der Gastgeber des Treffens, der britische Umweltminister Jim Knight, hat versprochen, sich für eine rasche Umsetzung einzusetzen. Der WWF appelliert an die künftige Bundesregierung, sich dem unverzüglich anzuschließen“, so Homes. Zwar ist die Gesetzeslage beim Handel mit Wildtieren- und Pflanzen für alle 25 EU-Mitgliedsländer einheitlich durch eine EU-Verordnung geregelt. Kontrollen werden jedoch an den Außengrenzen der EU nur mangelhaft umgesetzt. Gleiches gilt für den EU-Binnenmarkt. Der WWF kritisiert vor allem die bislang unzureichenden Kontrollmethoden und die fehlende Zusammenarbeit der EU-Staaten. „Wir brauchen endlich Artenschutzspürhunde an Flughäfen und anderen neuralgischen Grenzpunkten, hieb- und stichfeste Nachweispflichten für dubiose Tier-Nachzuchten und schärfere Rechtssprechung“, fordert Homes. „Die Bedrohung der Artenvielfalt ist kein Kavaliersdelikt. In Deutschland sind jetzt außerdem die Bundesländer gefordert. Denn eine erfolgreiche Bekämpfung und Kontrolle des organisierten, internationalen Artenschmuggels kann nicht aus den Kommunen und Landratsämtern geschehen. Hier befindet sich Deutschland auf Entwicklungsland-Niveau. Der Artenschutzvollzug muss auch auf Länderebene Chefsache werden“, verlangt Homes. An dem Treffen in London haben über 130 Mitglieder von EU-Behörden, der Europäischen Kommission, des Sekretariats des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) und Interpol sowie des Netzwerks TRAFFIC teilgenommen. TRAFFIC ist das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN zur Beobachtung des Wildartenhandels. Organisiert wurde das Treffen vom britischen Umweltministerium und TRAFFIC. » zurück |
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