Aktuell


WWF-Klimazeugenprojekt

Das Klimazeugenprojekt

Dem Klimawandel ein Gesicht geben

WWF, 7.11.05

Der Klimawandel ist bereits in vollem Gange. Die globale Erwärmung führt zu häufigeren Naturkatastrophen und Wetterextremen. Immer mehr Menschen sind von der Klimaerwärmung betroffen, deren Leben sich dadurch verändert und oft auch bedroht wird. Der WWF hat deshalb das Projekt „Klimazeugen“ ins Leben gerufen.

Klimazeugen sind Menschen, die Zeugnis darüber ablegen, wo und wie der Klimawandel ihr Leben auf unserem Planeten verändert. Sie berichten über überlaufende Gletscherseen im Himalaja, die drohen, ganze Täler zu zerstören. Oder über Gegenden, die immer häufiger von Überschwemmungen betroffen sind, und Menschen deshalb große Teile ihres Grundbesitzes verloren haben.

Klimazeugen gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Sie und ihre Erfahrungen stellen wir hier vor – jeden Monat einen weiteren Klimazeugen. Indem wir ihnen und ihren Geschichten ein Forum geben, erhält der Klimawandel Gesichter und Stimmen. Er wird konkret und anschaulich.

Auch in Deutschland verändert sich die Natur seit geraumer Zeit merklich. Einige Veränderungen können auf die bereits stattfindende Erderwärmung zurückgeführt werden. Landwirte zum Beispiel kämpfen immer häufiger mit Ernteausfällen und Pilzerkrankungen des Getreides, Förster mit ungewöhnlichen Baumschädlingen und in Wintersportorten bleibt regelmäßig der Schnee aus. Mit dem deutschen Klimazeugen Georg Sperber beginnen wir, auf die vielen kleineren und größeren Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland hinzuweisen, der – wenn vielleicht auch nicht so dramatisch wie in anderen Gegenden der Erde - schon deutliche Auswirkungen hat. Es gilt deshalb, so schnell wie möglich Maßnahmen zur Begrenzung der Treibhausgase wie des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) zu ergreifen, um eine weitere Temperaturerhöhung aufzuhalten. Wie Sie sich an der Veranstaltung vor dem Europäischen Parlament beteiligen und Georg Sperber unterstützen können, lesen Sie hier.

Klimazeugen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments

Ein wichtiges Instrument zur Begrenzung der CO2-Emissionen ist der „Nationale Allokationsplan 2“, der die so genannten „Emissionsrechte“ für den Zeitraum 2008 bis 2013 festlegt. Der Nationale Allokationsplan 2 wird im Juni 2006 von der Europäischen Kommission genehmigt. Für einen anspruchsvollen Klimaschutz ist es unabdingbar, dass weniger Emissionsrechte als bisher ausgegeben werden.

Der WWF initiiert deshalb am 22.11.2005 in Brüssel ein Gespräch zwischen fünf europäischen Klimazeugen, ihren Länderabgeordneten und weiteren Mitgliedern des europäischen Parlamentes. Auch der deutsche Klimazeuge Georg Sperber, ein langjähriger Förster aus dem Steigerwald, wird dort von seinen Erfahrungen berichten. Die Politiker sollen durch die Geschichten der Klimazeugen vor Augen geführt bekommen, wie dramatisch die Auswirkungen der Klimaveränderungen bereits heute sind und wie sie das Leben der Menschen auch in Europa verändern. Durch das persönliche Gespräch mit Betroffenen wollen wir die Parlamentarier von der Notwendigkeit eines straffen Nationalen Allokationsplans überzeugen, damit sie auf die Entscheidung der Europäischen Kommission Einfluss nehmen.

Sie können unseren deutschen Klimazeugen unterstützen! Durch das Absenden einer E-Postkarte, zur der Sie über den Link auf der rechten gelangen. Darin können Sie das EU-Parlament auffordern, im nächsten Jahr auf die EU-Kommission einzuwirken, damit nur solche nationalen Allokationspläne genehmigt werden, die kurz- oder langfristig zu realen Reduktionen des klimaschädlichen Kohlendioxids führen. Je mehr E-Postkarten Georg Sperber am 22.11.05 an die zuständige deutsche EU-Abgeordnete wird übergeben können, desto besser.

Weitere Infos


Montag 7. November 2005, 18:17 Uhr

WWF: Deutschland will Entscheidung zu Chemie-Register aufschieben

Brüssel (AFP) - Die Umweltorganisation WWF hat der Bundesregierung vorgeworfen, den für Ende des Monats geplanten Grundsatzbeschluss der EU-Regierungen zum geplanten Chemikalienregister REACH aufschieben zu wollen. Eine entsprechende Anfrage habe der Bund am vergangenen Freitag an den EU-Ministerrat gerichtet, berichtete das Brüsseler WWF-Büro am Montag. Der Berliner Vorstoß gefährde den gesamten Gesetzgebungsprozess, kritisierte die Organisation. Die Grünen-Europaabgeordnete Hiltrud Breyer warf der künftigen CDU/CSU/SPD-Koalition vor, noch vor deren Amtsantritt vor den Interessen der Chemie-Industrie einzuknicken.


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