AktuellFAO-Waldbericht (erweitert)
Montag 14. November 2005, 15:23 Uhr UN-Bericht: Waldrodung und Versteppung nehmen langsam abRom (AFP) - Die Waldrodung und die Versteppung der Erdoberfläche bleiben nach einem Bericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) "alarmierend", haben sich in ihrem Tempo jedoch zuletzt verringert. Während die Waldflächen weltweit zwischen 1990 und 2000 noch jährlich um 8,9 Millionen Hektar abgenommen hätten, habe sich dieser Wert für die Folgejahre bis 2005 auf 7,3 Millionen Hektar verringert, heißt es in einem am Montag in Rom veröffentlichten FAO-Bericht. Die Verluste durch Rodungen betragen demnach brutto sogar 13 Millionen Hektar pro Jahr. Allerdings werden sie durch Wiederaufforstungsprogramme zum Teil aufgefangen, so dass netto ein Verlust von 7,3 Millionen Hektar bleibt.Montag 14. November 2005, 16:40 Uhr UN: Weltweite Entwaldung geht zurück - aber weiter AlarmRom (dpa) - Das Schrumpfen der globalen Waldfläche hat sich in den vergangenen fünf Jahren verlangsamt, bleibt jedoch weiter alarmierend. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der UN- Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), die am Montag in Rom vorgestellt wurde.Die jährlichen Netto-Verluste zwischen 2000 und 2005 beliefen sich demnach auf 7,3 Millionen Hektar, was in etwa der Fläche der Beneluxstaaten entspricht. Zwischen 1990 und 2000 lagen die weltweiten Nettoverluste der Wälder noch bei 8,9 Millionen Hektar pro Jahr. Der Netto-Verlust errechnet sich aus der Entwaldung von Flächen und dem Zuwachs von Wäldern. Die Verlangsamung bei der Entwaldung sei vor allem auf Neupflanzungen, aber auch auf eine natürliche Ausbreitung bereits existierender Wälder zurückzuführen. So habe eine großflächige Aufforstung in Asien dazu geführt, dass die Wälder im asiatisch- pazifischen Raum in den vergangenen fünf Jahren erstmals wieder gewachsen sind. Während die Region zwischen 1990 und 2000 im Jahr durchschnittlich 1,3 Millionen Hektar an Wäldern durch Abholzung, Baumaßnahmen und Umwelteinflüsse verloren hatte, wuchsen die Wälder in den Jahren 2000 bis 2005 jährlich um über 600 000 Hektar an. «Die Studie zeigt, dass an vielen Orten zwar gute Fortschritte gemacht wurden, aber dass leider immer noch viele Waldflächen verloren gehen oder abgebaut werden - und zwar in höchst alarmierendem Maße», erklärte FAO-Experte Hosny El-Lakany in Rom. Derzeit seien noch 30 Prozent der Erdoberfläche mit Wäldern bedeckt, hieß es weiter. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die Angaben der FAO: «Das ist so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen: Bei dieser Studie wird so getan, als könne man die Abholzung der Urwälder mit der Aufforstung von Plantagen in anderen Ländern wieder gut machen», sagte Wald-Experte Martin Kaiser der dpa. Die Lage sei viel dramatischer, als von den Vereinten Nationen dargestellt, erklärte Greenpeace. Vor allem sei zu bemängeln, dass die FAO an die betroffenen Länder keinerlei Empfehlung abgebe und die meisten Staaten deshalb der Entwaldung weiterhin tatenlos zusähen. Website Zusammenfassung "Global Forest Resources Assessment 2005" (engl., vollständiger Bericht Anfang 2006) Mittwoch 16. November 2005, 06:50 Uhr Globaler Waldbestand schwindet in alarmierendem AusmaßSchutzmaßnahmen in Mitteleuropa zeigen positiven EffektRom (pte) - Auf der Erde werden Jahr für Jahr rund 13 Mio. Hektar an Waldflächenbestand vernichtet. Aufgrund von Aufforstungsmaßnahmen und natürlicher Ausbreitung konnte dieser Schwund in den vergangenen Jahren zwar auf 7,3 Mio. Hektar globalen Nettoverlust pro Jahr eingedämmt werden, was in etwa der Fläche der Beneluxstaaten entspricht. In Problemregionen wie Südamerika und Afrika ist die Lage aber nach wie vor dramatisch, wie eine neue Studie der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) jetzt beweist. Die unter dem Titel "The Global Forest Resources Assessment - FRA 2005" veröffentlichte Studie umfasst Daten zum Waldbestand von 229 Ländern zwischen den Jahren 1990 und 2005. "Der umfassende Report liefert uns wichtige Aufschlüsse über den Zustand der globalen Waldressourcen und wie wir mit diesen umgehen. Gleichzeitig zeigt er aber auch deutlich auf, dass Waldflächen vielerorts immer noch in alarmierendem Ausmaß verloren gehen", meint Hosny El-Lakany von der FAO. Der globale Rückgang der Waldflächen zeige gegenüber früheren Jahren zwar einen leicht abgeschwächten Trend. Der Verlust bzw. die Umwandlung von unberührten Primärwaldgebieten durch menschliche Eingriffe sei mit sechs Mio. Hektar pro Jahr aber immer noch enorm, so El-Lakany. "In vielen Entwicklungsländern sind die Probleme riesig", kommentiert Herbert Hager, Professor für Wald- und Bodenwissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien, die vorliegenden Zahlen. Zur Veranschaulichung der Dramatik verweist er im Gespräch mit pressetext auf das Beispiel Äthiopien. Hier sei die Bewaldung in den letzten 100 Jahren von 40 Prozent der Landesfläche auf rund vier Prozent zurückgegangen. Laut Hager zählen Erosion und das veränderte, schnelle Abfließverhalten von Niederschlägen zu den größten Problemen, die aus dem Verlust intakter Waldflächen entstehen: "In Trockenzeiten führt dies in betroffenen Gegenden zu extremen Dürren, da Quellen durch die fehlende Bodenspeicherung zu schnell versiegen." Europa bescheinigt die UN-Studie entgegen dem globalen Trend ein jährliches Wachstum von 661.000 Hektar bzw. 0,1 Prozent Waldfläche pro Jahr. "Die Tendenz ist eindeutig", bestätigt Hager, "der Wald nimmt hierzulande nicht nur flächenmäßig, sondern auch gemessen am Holzvorrat pro Flächeneinheit zu". Positiv beurteilt Hager auch die seit den späten 90er-Jahren beobachtete stetige Zunahme von Naturwaldreservaten. So halte man beispielsweise in Österreich mittlerweile bei 180 vertraglich abgesicherten Reservaten. Diese würden maßgeblich zu einer Verbesserung der Qualität der Wälder beitragen, so der Experte gegenüber pressetext abschließend. Weltweite Entwaldung verlangsamt - aber kein Grund zur Entwarnung!Von Nadine Behrens, Greenpeace-Online, 15.11.05Das Schrumpfen der globalen Waldfläche hat sich in den vergangenen fünf Jahren verlangsamt, bleibt jedoch weiter alarmierend, so das Ergebnis einer am Montag vorgestellten UN-Studie. Demnach hat sich der jährliche Netto-Waldverlust von 8,9 Millionen Hektar zwischen 1990 und 2000 auf 7,3 Millionen Hektar verringert. Die Verlangsamung bei der Entwaldung sei vor allem auf Neupflanzungen, aber auch auf eine natürliche Ausbreitung bereits existierender Wälder zurückzuführen. Der Netto-Verlust errechnet sich aus der Entwaldung von Flächen und dem Zuwachs von Wäldern. Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser kritisiert diese Berechnungsgrundlage: "Das ist so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen: Bei dieser Studie wird so getan, als könne man die Abholzung der Urwälder mit der Aufforstung von Plantagen in anderen Ländern wieder gut machen." Darüber hinaus bemängelt Kaiser, dass die UN in der Studie keinerlei Empfehlung an die betroffenen Länder abgibt und die meisten Staaten der Entwaldung deshalb weiterhin tatenlos zusehen werden. "Selbst die Vereinten Nationen bezeichnen den Schwund der letzten Urwälder als alamierend. Somit ist es skandalös, dass sich bis heute die Regierungen nicht auf einen völkerrechtlich verbindlichen Aktionsplan zum Schutz der letzten Urwälder einigen können." UN-Waldbericht: Welternährungsorganisation FAO halb blind?Pro REGENWALD Pressemitteilung, 15.11.2005München - Die Umweltorganisation Pro REGENWALD kritisiert den am Montag von der Welternährungsorganisation FAO vorgestellten Waldbericht als irreführend und wenig hilfreich, die fortschreitende globale Waldzerstörung zu stoppen. Nach Ansicht der Münchner Regenwaldschützer gehört der veröffentlichte Report durch eine Erhebung ersetzt, die mit neuen Methoden die Dynamik und die Ursachen der Zerstörung besser beschreibt. Nur dann könnte man die Daten als Grundlage für künftige Rettungsmaßnahmen nutzen. "Während wir derzeit den fortlaufenden Angriff auf die letzten Urwaldgebiete und deren Zerstörung beobachten, rechnet die FAO neuangelegte industrielle Plantagen (Ölpalm oder Eukalyptus) in die Waldflächenbilanz. Dies ist eine grobe Irreführung", sagt Hermann Edelmann von Pro REGENWALD. So belegen die neuesten UN-Zahlen trotz weiterem Waldverlust zwar eine Trendwende [1], vernachlässigen dabei aber vollkommen die dramatischen Qualitätsverluste der Wälder weltweit und verleiten so zu falschen Schlußfolgerungen: Es gibt keinen Grund zur Entwarnung, so die Umweltschützer. Die Aussagekraft des FAO-Waldberichtes wird auch von der britischen Rainforest Foundation in Frage gestellt. Im Report 'Irrational Numbers' [2] werden einige methodische Fehler genannt, u.a.:
Nach Ansicht von Pro REGENWALD fördert die bisher übliche Waldberichterstattung der FAO geradezu die industrielle Umwandlung von Wäldern und damit den Verlust an Biodiversität und Funktionen, die über die Holzproduktion hinausgehen. Hermann Edelmann von Pro REGENWALD sagt: "Entweder ist die FAO auf einem Auge blind, oder aber sie betreibt gezielt eine Statistik, die die Industrialisierung unserer Wälder voranbringen soll. Wir sind aber zuversichtlich, dass sich die FAO aufmacht, mit neuen Methoden und Berichten einen angemessenen Beitrag zum Erhalt der Wälder zu leisten." [1] In ihrer Pressemitteilung vom 14.11.2005 stellt die FAO fest "The annual net loss of forest area between 2000 and 2005 was 7.3 million hectares/year... down from an estimated 8.9 million hectares/year between 1990 and 2000." (http://www.fao.org/forestry/foris/webview/forestry2/index.jsp?siteId=101&sitetreeId=1191&langId=1&geoId=0) [2] Report 'Irrational Numbers', 13 Seiten, pdf (880 kB), in Englisch download hier. » zurück |
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