AktuellFeuchtgebiets-Konferenz beendet
Intakte Feuchtgebiete weltweit Lebensgrundlage vieler MenschenVertragsstaatenkonferenz in Kampala beklagt zunehmende Zerstoerung/Probleme bei der TrinkwasserversorgungBMU Pressemitteilung, Berlin, 15. November 2005 Weltweit nimmt die Gefaehrdung und Zerstoerung von Feuchtgebieten dramatisch zu. Dies ist das Ergebnis von Studien, die auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung in Kampala (Uganda) praesentiert wurden. Zudem fuehrt der Raubbau an der Natur und insbesondere an Feuchtgebieten in weiten Teilen der Welt zu wachsenden Problemen bei der Versorgung der Bevoelkerung mit Trinkwasser. Jochen Flasbarth, Leiter der Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung im Bundesumweltministerium und Leiter der deutschen Delegation bei der Vertragsstaatenkonferenz: "Weltweit haengt das taegliche Leben vieler Menschen von intakten Feuchtgebieten ab. Sie geben den Menschen Nahrungsmittel, Trinkwasser, Material zum Bau von Haeusern und zur Erstellung verschiedenster Nutz- bzw. Konsumgegenstaende. Eine Zerstoerung der Feuchtgebiete zerstoert die Lebensgrundlage dieser Menschen." Erneut aeusserten vor allem die afrikanischen Staaten ihre Sorgen ueber die Vogelgrippe und baten um internationale Unterstuetzung bei der Vorbereitung moeglicher Abwehrmassnahmen. Wie schon vor zwei Wochen bei der Konferenz der Vertragsparteien des Afrikanisch-Eurasischen Wasservogeluebereinkommens (AEWA) in Dakar (Senegal) verabschiedete jetzt die 9. Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention eine entsprechende Resolution. Darin werden u. a. die Entwicklung und Umsetzung von Not- und Aktionsplaenen, die Entwicklung von Monitoring-Massnahmen sowie deren langfristige finanzielle Absicherung gefordert. Minister und weitere hochrangige Vertreter der Vertragsstaaten sprachen sich in einer Kampala-Deklaration fuer ein staerkeres Engagement zum Schutz von Feuchtgebieten aus. Das auf dem Weltgipfel in Johannesburg 2002 von der Staatengemeinschaft gesetzte Ziel, den weltweiten Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 zu beenden, muesse mit konkreten Aktivitaeten umgesetzt werden. Die weltweit bedeutenden Feuchtgebiete nach der Ramsar-Konvention sollen einen Beitrag beim Aufbau eines weltweiten Schutzgebietsnetzes leisten. Die Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar beschlossen. Sie ist somit die aelteste globale Naturschutzkonvention und hat derzeit 147 Vertragsparteien. Hauptziel der Konvention ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung aller Feuchtgebiete (Baeche, Fluesse und Auen, Seen, Moore, Suempfe, Kuestengewaesser). In Deutschland sind derzeit 32 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention ausgewiesen, darunter z. B. das Wattenmeer, Teile der Flussauen am Rhein, die Rieselfelder bei Muenster und Voralpenseen. Wassernomaden setzen positive ZeichenWWF zieht Bilanz: Mehr geschützte Feuchtgebiete und nachhaltige FischereiWWF Pressemitteilung, 15. November 2005 Der WWF zieht eine positive Bilanz der heute in der ugandischen Hauptstadt Kampala zu Ende gehenden internationalen Feuchtgebiete-Konferenz. So wurden 11 neue Gebiete, davon allein sechs in Indien, mit einer Fläche von 4,2 Millionen Hektar unter den Schutz der Ramsar-Konvention gestellt. Außerdem einigten sich die Vertreter der 147 Vertragsstaaten auf eine Resolution zur nachhaltigen Fischerei. Ausdrücklich betonen die Teilnehmer in ihrer Abschlusserklärung den Wert der Feuchtgebiete für die weltweite Armutsbekämpfung. WWF-Experte Martin Geiger begrüßt dieses Ergebnis: "Der Raubbau in den Binnen- und Küstengewässern muss gestoppt werden. Gerade für die Menschen in den Entwicklungsländern ist Fisch eine der wichtigsten Nahrungsquellen. Für die arme Bevölkerung ist diese Resolution ein Hoffnungsschimmer." Der WWF fordert nun, dass die beschlossenen Empfehlungen zur nachhaltigen Fischerei und zur Armutsbekämpfung in den kommenden Jahren konsequent umgesetzt werden. Darauf müsse auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit drängen. Der WWF schätzt den ökononischem Wert der weltweiten Feuchtgebiete auf etwa 60 Milliarden Euro. "Mit dem Reichtum, der in unseren Flüsse und Seen liegt, müssen wir künftig vernünftiger umgehen. Darin liegt ein Schlüssel zum Schutz wertvoller Ökosysteme und zur Bekämpfung des Hungers", so Geiger. Die 900 Teilnehmer der 9. Ramsar-Konferenz, die wegen Platzmangel zum Teil in Zelten tagen mussten, setzten sich auch für eine Stärkung des Abkommens ein. So sollen die Kriterien für die bislang über 1.500 geschützten Feuchtgebiete denen der Weltnaturschutzunion IUCN angepasst werden. Dies würde eine bessere Integration der Ramsar-Konvention in nationale Schutzkonzepte ermöglichen. Verstöße gegen die Konvention könnten dann rechtlich verfolgt werden, was bislang nicht möglich ist. Zudem soll das Ramsar-Abkommen stärker mit der UN-Konvention zum Erhalt der Biologischen Vielfalt (CBD) verzahnt werden. So könnte Bürokratie abgebaut und die Schlagkraft des Abkommens erhöht werden. Das Übereinkommen zum Schutz der weltweiten Feuchtgebiete - dazu zählen vor allem Küstengewässer, Seen, Flüsse und Moore - wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar begründet. Das Abkommen wendet sich gegen die rücksichtslose Zerstörung der empfindlichen Ökosysteme durch Staudämme, Flussbegradigungen, Landwirtschaft oder Trockenlegung. Bis heute schützt die Konvention weltweit über 133 Millionen Hektar Feuchtgebiete. Auch Deutschland zählt zu den Ramsar-Vertragsstaaten. » zurück |
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