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Das Gewissen der Ölkonzerne
Mittwoch 16. November 2005, 15:29 Uhr
Das Gewissen der Ölkonzerne
Soziale und ökologische Verantwortung der Ölmultis unter der Lupe
Wien (pte) - Die Liste der Ölkonzerne mit dem meisten Sinn für Umwelt und Soziales und der höchsten Transparenz wird von den zwei Branchenführern BP und Shell angeführt. Die OMV ist dagegen nur Durchschnitt. Sie hinkt vor allem im Umweltbereich deutlich hinterher. Schlusslicht bildet die Ölhandelsfirma AVIA, die die Themen soziale oder ökologische Verantwortung völlig ignoriert. Doch seien selbst die Branchenführer noch weit von einem vollständigen Verantwortungsbewusstsein entfernt, meint Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).
"Interessant war die klare Trennung zwischen großen US-Konzernen und europäischen Konzernen", sagte Peter Blazek, Projektleiter der "Konsument"-Ethik-Tests im Gespräch mit pressetext. Im Vergleich der drei großen Konzerne, der britischen BP, der niederländischen Shell und der amerikanischen Esso, ist der US-Konzern weit abgedriftet. "Sogar die OMV liegt noch vor Esso, von der man als großem Konzern eigentlich mehr Engagement erwarten könnte", so Blazek zu pressetext. Einzig die BP erfüllt weitgehend das zentrale Kriterium für ökologisches Verantwortungsbewusstsein. Die BP lässt als einziger Konzern seine Umweltaktivitäten zu mehr als 90 Prozent extern zertifizieren. Die OMV kommt dem gegenüber erst auf 50 Prozent.
Esso und auch Jet, sind bei Umweltaktivitäten ähnlich zurückhaltend wie die OMV, in punkto Informationsoffenheit erreichen sie aber bessere Werte als das heimische Unternehmen. Nur beim sozialen Engagement hebt sich die OMV klar vom Durchschnitt ab. Nachzügler unter den Ölkonzernen ist die italienische Marke Agip. Doch zeigen sich die Industriekonzerne bei weitem nicht so desinteressiert für ökologische und soziale Prozesse wie die Ölhandelsfirmen. Avia, die größte unabhängige Marke in Österreich, hüllt sich in Schweigen, soziale Verantwortung wird vollständig ignoriert.
Es habe wohl eines Anstoßes bedurft, sagte Blazek zu pressetext mit Verweis auf die 90er, als BP und Shell heftig wegen ihres Umwelt- und Sozialmanagements unter Beschuss standen. "Sie haben ihre Lehre daraus gezogen, denn kein Unternehmen kann es sich leisten, ständig in der Öffentlichkeit schlecht gemacht zu werden", so Blazek weiter. Je sensibler die Öffentlichkeit reagiere, desto eher werde sich etwas ändern. "Die Entwicklung der Konzerne stimmt, aber der Weg ist noch ein weiter", meinte Blazek abschließend.
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