Aktuell


UN-Klimakonferenz (5): Demo in Montréal

Sonntag 4. Dezember 2005, 08:43 Uhr

Zehntausende fordern in Montréal mehr Klimaschutz

Montréal (AFP) - Fünf Tage nach Beginn der Weltklimakonferenz haben am Samstag mehrere zehntausend Menschen im kanadischen Montréal für eine weltweite Reduzierung der Treibhausgase demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren des "Weltmarschs für das Klima" gingen rund 40.000 Menschen auf die Straßen. Die Demonstranten forderten von den Regierungen konkrete Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung. Zu dem Protest hatte eine Initiative von 25 Gruppen aufgerufen, darunter Umweltschützer, Gewerkschaften und Studentenorganisationen.

Die zweiwöchige Weltklimakonferenz hatte am Montag in Montréal begonnen. Rund 10.000 Delegierte aus 189 Ländern beraten über Maßnahmen gegen die Erderwärmung und den weiteren Umgang mit dem Kyoto-Protokoll. Das Abkommen legt weltweit gültige Obergrenzen für den Ausstoß von Treibhausgasen fest, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden. Die USA haben das Protokoll nicht unterzeichnet. Washington will für die Emissionen keine Grenzwerte festschreiben, sondern plädiert für eine freiwillige Reduzierung. Auch Australien widersetzt sich einer Unterzeichnung des Protokolls.

Mit einer von mehr als 600.000 Unterstützern unterzeichneten Petition zum Klimaschutz zogen US-Umweltschützer vor das Konsulat der Vereinigten Staaten in Montréal. "Wir sind hier für alle Amerikaner, die gegen die Klimaerwärmung kämpfen wollen", sagte ein Vertreter der Umweltinitiative Climate Crisis Coalition. Er erinnerte daran, dass entgegen der Umweltpolitik Washingtons etwa 190 Städte in den USA das Kyoto-Protokoll unterstützen. Die Umweltschützer kritisierten die Verweigerungshaltung der US-Delegation in Montréal.


Samstag 3. Dezember 2005, 10:17 Uhr

Bundesregierung will Verlängerung des Kyoto-Protokolls

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will auf der UN-Klimakonferenz in Montréal erste Schritte zur Verlängerung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz über 2012 hinaus angehen. Die Regierung «will ein Folgeabkommen mit anspruchsvollen und verbindlichen Zielen.

Den Prozess dahin wollen wir in Montréal einleiten», sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag). Auch gehe es darum, «Brücken zu bauen zwischen dem amerikanischen Weg, der auf die Verbreitung von Technologie setzt, und dem Weg von Kyoto». Gabriel reist nächste Woche nach Montréal.

Nach Gabriels Vorstellungen soll sich die EU verpflichten, bis 2020 ihre Treibhausgas-Emissionen um 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. In einem Beitrag für die «Frankfurter Rundschau» (Samstag) erteilte Gabriel der Atomenergie erneut eine klare Absage. «Auf Atomenergie kann Klimaschutz nicht aufbauen. Der Klimawandel verlangt weltweit den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien.»


Montag 5. Dezember 2005, 05:56 Uhr

Gabriel mahnt USA zur Teilnahme am Kyoto-Protokoll

Berlin (dpa) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat an die USA appelliert, sich am internationalen Klimaschutz zu beteiligen. «Die Mitgliedschaft im Kyoto-Club lohnt sich», sagte der SPD-Politiker der «Welt». Die Weltklimakonferenz im kanadischen Montréal geht inzwischen in die entscheidende Phase. Gabriel hob die besondere Rolle der Nichtregierungsorganisationen bei den Klimaverhandlungen hervor. Ohne das meist ehrenamtliche Engagement der international vernetzten Gruppen würde es kein Kyoto-Protokoll geben.


Samstag 3. Dezember 2005, 09:26 Uhr

Saison bricht alle Rekorde: Neuer Hurrikan im Atlantik

Washington (dpa) - Zwei Tage nach Ende der offiziellen Hurrikan-Saison hat sich im Atlantik der 14. Hurrikan dieses Jahres gebildet. «Epsilon» befinde sich rund 2000 Kilometer westlich der Azoren, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum am Freitag in Miami mit.

Der Wirbelsturm ist jedoch so weit von der Ostküste der USA entfernt, dass eine weitere Naturkatastrophe ausgeschlossen ist. Die diesjährige Hurrikan-Saison, die offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November dauert, geht nach Angaben des US-Wetterdienstes als die bislang schlimmste in die Aufzeichnungen ein.

Danach gab es in diesem Jahr insgesamt 26 namentliche Wirbelstürme, aus denen sich 14 Hurrikans entwickelten. Vier bedeutende Hurrikans der Kategorien 3, 4 und 5 mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 178 Kilometern in der Stunde trafen dabei mit voller Wucht die US-Küste.

Mit mehr als 1300 Toten ist «Katrina» außerdem der unheilvollste Hurrikan seit 1928 gewesen. Den Rekord als heftigster Tropensturm hält aber nicht «Katrina», sondern «Wilma», die im Oktober schwere Zerstörungen in Mexiko und in Florida verursachte.


Sonntag 4. Dezember 2005, 13:23 Uhr

Eskimos tragen Forderung nach Klimaschutz auf die Straße

Montreal (AP) Als mögliche Opfer der globalen Erwärmung haben Eskimos den Protest gegen das gedankenlose Verheizen von fossilen Brennstoffen vor den Klima-Gipfel von Montreal gebracht. Eine Delegation der Inuit, wie sich die Bewohner der Arktis selbst nennen, nahm am Samstag an einer Demonstration für einen wirksameren Klimaschutz teil. In Montreal beginnt in dieser Woche die Ministerrunde der Klimakonferenz, zu der auch der neue Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erwartet wird.

Es sei sehr wichtig, dass die Menschen im Süden der Gefährdung der Arktis nicht gleichgültig zuschauten, sagte Inuit-Führer Jose Kusugak während der Demonstration am Samstag. Einige Demonstranten verkleideten sich als Eisbären, um auf deren Bedrohung durch das Abschmelzen von Gletschern und Eisbergen aufmerksam zu machen. Die Zahl der Teilnehmer wurde von der Polizei auf 7.000 geschätzt. Vertreter von Greenpeace und vier weiteren Organisationen übergaben dem US-Konsulat in Montreal eine von 600.000 US-Bürgern unterzeichnete Petition, in der US-Präsident George W. Bush zu einer Umkehr in der Klimapolitik aufgefordert wird.

Die USA lehnen das Kyoto-Protokoll weiter ab. Dieses Abkommen von 1997 ist die Grundlage der Beratungen auf der UN-Konferenz. Es verpflichtet die Industrieländer, ihre Emissionen an Treibhausgasen bis 2012 um fünf Prozent unter den Stand von 1990 zu drücken.

Auch der kanadische Umweltminister Stéphane Dion nahm an der Demonstration teil. Die Beratungen der 120 Umweltminister und anderer Regierungsvertreter stünden in der neuen Woche vor einer entscheidenden Phase, sagte Dion. Bundesumweltminister Gabriel sprach sich am Wochenende in einem Zeitungsinterview für ein Folge-Abkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls aus. Dabei müsse es vor allem um Energiesparen und Energie-Effizienz. Er werde in Montreal erklären, «dass wir bereit sind, weiter Vorleistungen zu bringen, wenn andere mitmachen.»

In insgesamt 32 Ländern wurde am Wochenende zu Demonstrationen für den Klimaschutz aufgerufen. In London zogen am Samstag 10.000 Menschen am Amtssitz von Premierminister Tony Blair vorbei, wo sie einen Brief mit Forderungen abgaben. Auf Transparenten wurde Bush auf einem Steckbrief und der Aufschrift gezeigt: «Gesucht - wegen Verbrechen gegen den Planeten». In Boston sagte Marc Breslow vom Massachusetts Climate Action Network vor etwa 60 Demonstranten, die Vorteile eines verstärkten Klimaschutzes seien unermesslich: «Wir würden unsere Strände nicht verlieren. Wir würden unsere Eichen erhalten. Wir würden nicht immer stärkere Stürme erleben.»


"Zeit zum Handeln"

n-tv, 4. Dezember 2005

Die Bundesregierung will auf der UN-Klimakonferenz in Montréal erste Schritte zur Verlängerung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz über 2012 hinaus angehen. Die Regierung "will ein Folgeabkommen mit anspruchsvollen und verbindlichen Zielen. Den Prozess dahin wollen wir in Montréal einleiten", sagte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) der "Süddeutschen Zeitung".

Gabriel will die USA nicht um jeden Preis für den internationalen Klimaschutz gewinnen. Dem "Tagesspiegel" sagte er, er würde auf eine Beteiligung der USA lieber verzichten, wenn statt eines verbindlichen Klimaschutzprotokolls Kyoto II "nur ein butterweiches Abkommen, mit dem wir für das Klima nichts erreichen", herauskäme.

Gabriel wird am Dienstag in Montréal erwartet, wo einen Tag später die Ministerrunde beginnt. Die EU soll sich nach den Vorstellungen des Umweltministers verpflichten, bis 2020 ihre Treibhausgas-Emissionen um 30 Prozent gegenüber 1990 zu verringern.

Zur Halbzeit der Klimakonferenz blickt die deutsche Delegation optimistisch auf die Verhandlungen. Delegationsleiter Karsten Sach wertete es in einem Interview als größten Erfolg der ersten Konferenzwoche, dass die "Gebrauchsanweisung für das Kyoto-Protokoll" von den mehr als 150 beteiligten Ländern rasch akzeptiert worden sei. Das detailreiche Regelwerk zum Protokoll war 2001 in Bonn und Marrakesch ausgehandelt worden. Nächste Woche müsse jedoch noch das Kontrollsystem dafür, ob die Länder ihre Treibhausgas-Reduktionsziele auch erfüllen, verabschiedet werden.

Sach sieht auch weitere Bereiche positiv. "Wir hatten gute Diskussionen für den Klimaschutz-Prozess ab 2012." Inwieweit sie in konkrete Resultate münden, werde allerdings erst die am Mittwoch beginnende Ministerrunde zeigen. "Das wichtigste Ziel für die Minister ist, einen Prozess für den internationalen Klimaschutz für die Zeit nach 2012 zu initiieren", betonte Sach. Dieser sollte eine Form wie das Kyoto-Protokoll zum Ziel haben und darüber hinaus einen Weg zur Entwicklung "angemessener Verpflichtungen" auch für Entwicklungsländer umfassen. Das Kyoto-Protokoll schreibt nur Treibhausgas-Reduktionsziele für die Zeit bis 2012 vor.

"Es ist zudem von äußerster Wichtigkeit, die USA als den größten Treibhausgas-Emittenten in das System einzubeziehen", betonte Sach. "Die USA können sich als größter Verschmutzer ihrer Verantwortung nicht entziehen."

Gabriel erteilte in einem Beitrag für die "Frankfurter Rundschau" der Atomenergie erneut eine klare Absage. "Auf Atomenergie kann Klimaschutz nicht aufbauen. Der Klimawandel verlangt weltweit den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien."

Demonstration in Montréal

Mehrere zehntausend Menschen haben in Montréal die Delegierten auf der Welt-Klimakonferenz zu raschen Entscheidungen aufgefordert. In zwei Zügen gingen die Demonstranten am Samstag in Richtung Konferenzzentrum, wo derzeit Vertreter von rund 180 Staaten über den künftigen Klimaschutz diskutieren. "Es ist Zeit zum Handeln", hatten drei Frauen aus Südkorea auf ihre übergroßen Fächer geschrieben.

Mitglieder der Umweltstiftung WWF marschierten als Eisbären verkleidet mit, weil der Lebensraum dieser Tiere derzeit wortwörtlich wegschmilzt. "Wir wollen deutlich machen, worum es hier eigentlich geht", sagte Pressesprecher Jörn Ehlers in seinem Eisbärenkostüm. "Die Demonstration ist ein wichtiges Signal für die Delegierten im Kongresszentrum, die ja nach einer Woche Verhandlungen so ein bisschen in eine eigene Welt abtauchen."

Eine kanadische Familie trägt abgestorbene Äste, als Zeichen für den sterbenden Wald in Kanada. Viele aus China stammende Einwohner von Montréal nutzten die Demonstration zum Protest speziell gegen die chinesische Regierung. "Sie kümmert sich nicht um ihre Menschen und auch nicht um die Verschmutzung von Luft und Wasser", kritisierte eine in China geborene Demonstrantin. Ein Mitglied der Organisation Friends of the Earth (Freunde der Erde) erläuterte: "Wir sind hier, um den Delegierten zu sagen, wir brauchen einen Fortschritt auf dieser Konferenz."

Tausende Inuit zogen durch die kanadische Stadt, um auf das Abschmelzen der Polkappen hinzuweisen. Es sei sehr wichtig, dass die Menschen im Süden der Gefährdung der Arktis nicht gleichgültig zuschauten, sagte Inuit-Führer Jose Kusugak.

Die Notwendigkeit zum Handeln belegte auch eine Statistik der Munich Climate Insurance Initiative (MCII), die am Samstag in Montréal vorgestellt wurde. Der Schaden aus Umweltkatastrophen belaufe sich in diesem Jahr auf bis zu 200 Milliarden Dollar, das ist drei Mal so viel wie im Vorjahr, teilte die MCII mit.

Nur die angereisten nordamerikanischen Indianer machten keine großen Worte. Sie trommelten und sangen eindringlich klingende Lieder mit einfachen Silben. "In dem Lied gibt es keine Wörter, wir wollen nur den Geist unserer Leute herüberbringen", erläuterte ein Mitglied.

Petition an George W. Bush

Vertreter von Greenpeace und vier weiteren Organisationen übergaben dem US-Konsulat in Montréal eine von 600.000 US-Bürgern unterzeichnete Petition, in der US-Präsident George W. Bush zu einer Umkehr in der Klimapolitik aufgefordert wird.

"Wir sind besorgt über den Klimawandel und darüber, dass Lebensformen in der kanadischen Arktis zu verschwinden beginnen", sagte Sarah Binder vom Zentrum für Stadtökologie in Montréal.

Auch der kanadische Umweltminister Stéphane Dion nahm an der Demonstration teil. Die Beratungen der 120 Umweltminister und anderer Regierungsvertreter stünden in der neuen Woche vor einer entscheidenden Phase, sagte Dion.

Weltweite Forderungen zum Klimaschutz

Begleitend zur internationalen Klimakonferenz in Montreal sind am Samstag in 32 Städten weltweit Umweltschützer auf die Straßen gegangen, um Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern. Einer der ersten Klima-Märsche startete in London. Die Parade zog am Amtssitz von Premierminister Tony Blair vorbei. Die Organisatoren händigten Blairs Büro einen Brief aus, indem sie eine Bekräftigung des Kyoto-Protokolls einfordern.

"Wenn Großbritannien es mit der Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel ernst meint, muss die Regierung zu Hause mit entsprechenden Maßnahmen beginnen", sagte Nick Rau von der Organisation Friends of the Earth. Noch sei es nicht zu spät. "Wenn wir unsere CO2-Emmissionen jedes Jahr reduzieren, können wir wirklich die notwendige Senkung erreichen, die wir brauchen."

Einen Seitenhieb setzte der frühere britische Umweltminister Michael Meacher Richtung USA. "Wenn Bush meint, Hurrikan 'Katrina' war schlimm, kann er sicher sein, dass viel schlimmere Stürme kommen, wenn er seine Politik nicht ändert." Bush lehnt den Beitritt zum Kyoto-Protokoll strikt ab.


Freitag 2. Dezember 2005, 15:52 Uhr

EU-Minister für Aufnahme von Flugzeugabgasen in EU-Emissionshandel

Brüssel (AFP) - Die EU-Umweltminister unterstützen den Vorschlag der EU-Kommission, künftig auch den Kohlendioxid-Ausstoß aus dem internationalen EU-Flugverkehr in den Emissionshandel aufzunehmen. Dies sei "ein wirklich wichtiges Signal" für die in Montreal laufende Weltklimakonferenz, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Freitag in Brüssel zu der gemeinsamen Stellungnahme der EU-Minister. Derzeit sei der Flugverkehr zwar nur zu drei Prozent verantwortlich für die Entstehung der klimaschädigenden Treibhausgase, doch sei für die Zukunft mit einer "dramatischen" Zunahme zu rechnen.


„Deutschland, Du bist Klimaschutz!“

BUND bringt 1000 Foto-Botschaften nach Montreal

BUND-Pressemitteilung, 5.12.05

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, bei ihren Bemühungen zur Senkung der klimawirksamen Treibhausgase nicht nachzulassen. Deutschland müsse sich anstrengen, bis 2012 sein Kyoto-Minderungsziel von minus 21 Prozent gegenüber 1990 tatsächlich zu erreichen. Dazu müssten noch mindestens 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. In den letzten Jahren stagniere jedoch der Ausstoß von Treibhausgasen auf einem zu hohen Niveau.

Bei einer Kundgebung vor dem Bundesumweltministerium stellte die Umweltorganisation mehr als 1000 Großfotos von Bürgerinnen und Bürgern aus, die bei einer Klima-Informationstour durch 27 Städte aufgenommen worden waren. Die Fotografierten fordern mit Slogans wie „Fossile ins Museum“, „Klimaschutz ist machbar Herr Nachbar“ oder „Wir wollen nicht im Treibhaus leben“ verstärkte Anstrengungen zum Schutz des Klimas. Die Fotosammlung wird Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am kommenden Mittwoch in Montreal in Kanada beim Weltklimagipfel übergeben.

Unter dem Motto `Deutschland, Du bist Klimaschutz!` demonstrierten im Anschluss an die Kundgebung mehrere Dutzend BUND-Aktivisten mit einem „mobilen Treibhaus“ vom Bundesumweltministerium am Alexanderplatz zur Straße Unter den Linden in die Nähe der amerikanischen Botschaft. Dazu sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt: „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die Staaten der Welt das in Kyoto gemeinsam Vereinbarte umsetzen und künftig noch mehr tun. Dabei liegt die Hauptverantwortung bei den reicheren Staaten, das müssen auch Länder wie die USA und Australien endlich begreifen. Bis 2050 müssen die Industriestaaten eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um achtzig Prozent schaffen. Zugleich müssen sie jenen ärmeren Ländern helfen, die besonders hart vom Klimawandel betroffen sind. Und auch Schwellenländer wie China und Indien müssen beim Schutz des Weltklimas mitmachen.“

Auf der noch diese Woche stattfindenden Montrealer Klimaschutzkonferenz müsse eine ambitionierte Fortführung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2012 vereinbart werden. Deutschland müsse dabei weiterhin eine Vorreiterrolle übernehmen. Wenn diese aufgegeben werde, bestehe die Gefahr, dass auch andere Länder in ihren Bemühungen zur Senkung der Treibhausgase nachließen.

Ein BUND-Hintergrundpapier zu Montreal finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/hintergrund_montreal.pdf


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