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Aktuell

Drei Indigenen-AKTIONEN

Indigene Völker brauchen Ihre Unterstützung!

GfbV, 21.9.06

Liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

gegen den übermächtigen Zellstoffkonzern Aracruz versuchen Tupinikim und Guarani-Indianer in Brasilien die Rückgabe ihres traditionellen Landes durchzusetzen. Der Justizminister wird demnächst über ihren Fall entscheiden. Deshalb brauchen Sie gerade jetzt unsere Unterstützung, bitte beteiligen Sie sich an unserer E-Mail-Aktion!

Äußert beunruhigt hat uns ein Hilferuf spiritueller Führer aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet: Es hat eine Reihe von Mordanschlägen auf Schamanen und Heiler gegeben, andere haben Morddrohungen erhalten. Bitte appellieren auch Sie an die Regierung von Ecuador, in allen Fällen zu ermitteln und die Täter zu bestrafen.

Schließlich möchten wir Sie bitten, sich an die neu gewählte Präsidentin der UN-Generalversammlung zu wenden mit der Bitte, sich für die Verabschiedung der Internationalen Erklärung für die Rechte der Indigenen Völker bei der derzeitigen UN-Generalversammlung einzusetzen.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Mithilfe!
Ihre Gesellschaft für bedrohte Völker


Tupinikim und Guarani in Brasilien

Seit 1967 besetzt der Konzern „Aracruz-Celulose“ das traditionelle Land der indigenen Völker Tupinikim und Guarani im südöstlich gelegenen brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo. Die Ureinwohner wurden vertrieben, ihr Wald gerodet und Eukalyptus-Monokulturen für die Zellstoffproduktion angelegt. Als 1978 die Landrechte der indigenen Gemeinschaften auf traditionell genutzte Gebiete staatlich anerkannt wurden, begannen sich die Tupinikim und Guarani zu organisieren. Von Mitte der 1990er Jahre waren ihre Forderungen an den Zellstoffkonzern, ihre Territorien zurückzugeben, nicht mehr zu überhören. Aracruz hat jedoch 11.009 Hektar Plantagen behalten.

Die etwa 2.200 Tupinikim und Guarani, die heute in sieben Dörfern in unmittelbarer Nähe der Zellstoff-Fabrik leben, haben ihren Anspruch auf ihr Land jedoch nie aufgegeben. Seit 2005 besetzen sie ihr traditionelles Land und kennzeichnen seine Grenzen: Sie demarkieren ihr Territorium. Im Januar 2006 ließ Aracruz das umstrittene Gebiet durch einen gewaltsamen Polizeieinsatz räumen. Die Hütten der Indianer wurden zerstört und die Bewohner unter Einsatz von Gummigeschossen vertrieben. Am 12. September 2006 wurde der Fall dem Justizminister vorgelegt, der innerhalb von vier Wochen darüber entscheiden soll.

In Newsletter 42 haben wir Sie schon einmal darum gebeten, sich für die Tupinikim und Guarani einzusetzen. Jetzt tritt ihr Fall in eine entscheidende Phase. Bitte nehmen Sie auch dieses Mal an unserer Kampagne teil, damit der seit Jahrzehnten andauernde Landrechtskonflikt der Tupinikim und Guarani endlich ein Ende findet und ihnen das von Aracruz in Besitz genommene Land zugesprochen wird.

Bitte senden Sie Ihre Mail an den Justizminister möglichst schnell!

E-Mail: gabinetemj@mj.gov.br

Betreff: „direitos dos Guarani e Tupinikim“

Exmo. Sr. Ministro da Justiça do Brasil
Márcio Thomaz Bastos
Ministério da Justiça do Brasil
Esplanada dos Ministérios
Bloco “T” Edificio Sede
70712-902 Brasília - D.F., BRASILIEN
Fax: (00 55) 61-322 6817
Vossa Excelência,

é com grande preocupação que acompanho as violações de posse de terra das tribos indígenas Guarani e Tupinikim no estado do Espirito Santo pela empresa Aracruz-Celulose. Desde fim dos anos 1960 a empresa Aracruz-Celulose expulsa índios de suas terras e transforma suas florestas em plantagens de eucalipto. Os 2.200 índios Tupinikim e Guarani que moram em sete aldeias perto da fábrica de celulose agora querem recuperar os 11.009 héctares de terra que lhe pertencem. Só que Aracruz não devolve as terras que correspondem aos índios e até expulsou estes de suas aldéias.

Já em fevereiro de 2006 a FUNAI confirmou que as terras pertencem aos Guarani e Tupinikim. Por isto peço a vossa Excelência que verifique as violações dos direitos dos Guarani e Tupinikim. Por favor reconheça a posse de terra dos Guarani e Tupinikim oficialmente e induza a demarcação de terras, para que os direitos dos Guarani e Tupinikim não sejam mais violados. Por favor garanta a proteção da população indígena afetada e o fim deste conflito que já dura mais de 35 anos.

Atenciosamente,

Freie deutsche Übersetzung:

Exzellenz,

mit großer Besorgnis verfolge ich die seit Ende der 1960er Jahren andauernden Landrechtsverletzungen an den indigenen Völkern Guarani und Tupinikim in Espirito Santo durch den Konzern Aracruz-Celulose. Dieser hat die Ureinwohner vertrieben und ihren Wald in Eukalyptusplantagen verwandelt. Die etwa 2.200 Tupinikim und Guarani, die heute in sieben Dörfern in der Nähe der Zellstoff-Fabrik leben, fordern die 11.009 Hektar ihres Landes von Aracruz zurück. Doch Aracruz verweigert die Rückgabe und hat die Indigenen im Januar 2006 sogar gewaltsam von ihrem Land vertrieben.

Die Indianerbehörde FUNAI hat bereits im Februar 2006 die Landrechte der Guarani und Tupinikim bestätigt. Hiermit bitte ich Sie um eine sorgsame Prüfung der Rechtsverletzungen an den Guarani und Tupinikim. Bitte sprechen Sie ihnen ihr Land offiziell zu und leiten Sie die Landdemarkierung ein, damit ihre Rechte nicht weiter verletzt werden. Bitte garantieren Sie den Schutz der betroffenen Indigenen und die Beilegung dieses seit über 35 Jahren anhaltenden Konflikts.

Hochachtungsvoll,


Morde und Morddrohungen an indigenen spirituellen Führern in Ecuador

Am 26. August 2006 wurden der junge Schamane Baltasar Cadena und seine 15- und 16-jährigen Söhne in der Nähe des Ortes Shell im ecuadorianischen Bundesstaat Pastaza von Soldaten überfallen. Der Vater wurde getötet, einer der Söhne liegt im Koma, der andere konnte entkommen. Dies berichteten die Yachaks – die indigenen spirituellen Führer, Heiler, Schamanen und Weisen - aus Sarayacu in ihrem Hilferuf an die Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie machten uns auf Morde und Morddrohungen gegen die spirituellen Führer verschiedener indigener Gemeinden der Region am Bobonaza-Fluß im ecuadorianischen Amazonasgebiet aufmerksam. Dort sind in den letzten Jahren mit Venancio Santi, Otonil Gualinga, Cervantino Cadena, Isaac Santi und Polibio Machoa bereits fünf Schamanen indigener Gemeinden Mordanschlägen zum Opfer gefallen. Die Schamanen Miguel Santi, César Vargas, Don Sabino Gualinga, Pancracio Santi, Héctor Cadena, Isidro Tuti und César Elías Cueva haben Morddrohungen erhalten und müssen um ihr Leben fürchten.

Die erschütternde Serie von Mordüberfällen und -drohungen lässt darauf schließen, dass die traditionellen spirituellen Autoritäten indigener Gemeinschaften systematisch verfolgt werden. Sie spielen eine zentrale Rolle für die Vermittlung der Lebensweise und Kultur der indigenen Völker und stehen der Erschließung des Amazonasgebiets für die Ölförderung kritisch gegenüber, weil sie die Zerstörung ihrer Umwelt und Kultur mit sich bringt.

Bitte unterstützen Sie unseren Aufruf an die ecuadorianische Regierung, in den Mordfällen Ermittlungen einzuleiten, damit die Täter bestraft werden. Außerdem muss dringend die Sicherheit der bedrohten Schamanen garantiert werden!

Email: informacion@mingobierno.gov.ec

Betreff: „Yachaks amenazados“ oder „Asesinatos de Yachaks“

Felipe Vega de la Cuadra
Ministro de Gobierno, Policía, Justicia, Cultos y Municipalidades
Ministerio de Gobierno y Policía
Benalcázar y Espejo
Quito
Ecuador
Fax: (00 593) 2-258 1030; (00 593) 2-258 0067

Excelentísimo Senor Ministro,

Estoy muy preocupado por una serie de asesinatos contra Yachaks, líderes espirituales de sus comunidades, en la Amazonía del Ecuador.

Tengo conocimiento de que el joven Yachak Baltasar Cadena y sus dos hijos fueron secuestrados y torturados por militares el día 26 de Agosto 2006 cerca de Shell, Pastaza. Uno de los hijos está en coma, el otro se salvó, pero está amenazado y traumatizado, su padre fue asesinado. Su persecución y asesinamiento parece tener caracter sistemático. En los anos pasados fueron asesinados los siguientes Yachaks: Venancio Santi, Otonil Gualinga, Cervantino Cadena, Isaac Santi, y Polibio Machoa. Otros están actualmente amenazados por asesinatos: Miguel Santi, César Vargas, Don Sabino Gualinga, Pancracio Santi, Héctor Cadena, Isidro Tuti, y César Elías Cueva.

Le solicito que intervenga y realize una investigación exhaustiva de los asesinatos ocurridos en Pastaza a fin de determinar autores y cómplices de esta serie de amenazas a los Yachaks. Le pedimos tambien urgentemente que asegura la protección de la vida de los líderes indígenas espirituales mencionados.

Seguiré con mucha atención el desarrollo de la situación.

Atentamente,

Freie deutsche Übersetzung:

Sehr geehrter Herr Minister,

ich bin sehr besorgt über die Mordserie an Yachaks, den spirituellen Führern indigener Gemeinden im ecuadorianischen Amazonasgebiet.

Wie ich erfahren habe, sind der junge Yachak Baltasar Cadena und seine beiden Söhne am 26. August 2006 in der Nähe von Shell im Bidesstaat Pastaza von Militärs überfallen worden. Der Vater wurde getötet, einer seiner Söhne liegt im Koma, der andere konnte fliehen, ist jedoch traumatisiert. Die Verfolgung und Ermordung von Yachaks scheinen systematischen Charakter zu haben. In den vergangenen Jahren wurden folgende Yachaks Opfer von Mordanschlägen: Venancio Santi, Otonil Gualinga, Cervantino Cadena, Isaac Santi und Polibio Machoa. Weitere wurden aktuell mit dem Tod bedroht: Miguel Santi, César Vargas, Don Sabino Gualinga, Pancracio Santi, Héctor Cadena, Isidro Tuti sowie César Elías Cueva.

Ich fordere Sie hiermit auf, ein Ermittlungsverfahren in der Mordserie an Yachaks in Pastaza einzuleiten, damit die Täter und ihre Komplizen ausgemacht und bestraft werden. Ich bitte Sie zudem, den Schutz der genannten bedrohten indigenen spirituellen Führer zu gewährleisten.

Ich werde die Entwicklung der Situation mit Aufmerksamkeit verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen


UN-Vollversammlung steht vor der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung zu den Rechten indigener Völker

In diesem Herbst liegt der UN-Generalversammlung endlich die Internationale Erklärung über die Rechte der indigenen Völker zur Verabschiedung vor. Für die indigenen Völker ist sie von zentraler Bedeutung, denn sie würde die UN-Mechanismen zum Schutz ihrer Rechte entscheidend verbessern. Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat an alle 192 Mitgliedsstaaten appelliert, mit „Ja“ zu stimmen. Nun bitten wir auch Sie, sich bei der neu gewählten Präsidentin der UN-Generalversammlung Sheika Haya Rashed al-Khalifa für die Rechte der indigenen Völker einzusetzen!

E-Mail: newyork@bahrainmission.org

Betreff: „Indigenous Issues“, „UN General Assembly“ oder „Declaration“

Sheika Haya Rashed al-Khalifa
Office of the President of the General Assembly
United Nations, New York, NY, 10017
Fax: (001)-212-963-3301

Excellency,

We welcome the intensive work with which the United Nations has made a very considerable contribution to the protection of the indigenous peoples. The two International Decades for the indigenous peoples of the world have had a signal function all over the world.

For the 350-400 million indigenous people the passing of the General Declaration on the Rights of Indigenous Peoples at the 61st UN General Assembly is of paramount importance. It would be a fatal message to the world if the United Nations were to fall back behind its own positive vote. The declaration is an important step towards reaching the recognition of the individual and collective human rights of the indigenous peoples.

Therefore, I earnestly beg you to make your voice heard so that the United Nations this year passes the General Declaration for the rights of indigenous peoples and continues and emphasises its long-lasting process for the protection of the indigenous peoples.

Yours Truly,

Freie deutsche Übersetzung:

Exzellenz,

wir begrüßen die intensive Arbeit, mit der die Vereinten Nationen maßgeblich zum Schutz der indigenen Völker beigetragen haben: Die beiden Internationalen Dekaden für die indigenen Völker der Welt haben weltweit Signalwirkung gezeigt.

Für die 350 bis 400 Millionen Angehörigen indigener Völker ist die empfohlene Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung zu den Rechten indigener Völker auf der 61. UN-Generalversammlung von allergrößter Wichtigkeit. Die Erklärung ist ein wichtiger Schritt, um die Anerkennung der individuellen und kollektiven Menschenrechte der indigenen Völker zu erreichen.

Deshalb appelliere ich dringend an Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung zu den Rechten indigener Völker noch in diesem Jahr verabschieden und ihren jahrelangen Prozess zum Schutz indigener Völker weiterführen und bekräftigen.

Hochachtungsvoll,




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