powered by <wdss>
Aktuell

Kinofilm zu Klimawandel

Eine unbequeme Wahrheit, die man sehen sollte

Von Sanja Schlösser, Greenpeace-Online, 4.10.06

Nach überzeugenden Erfolgen auf den Filmfestspielen von Cannes und Sundance kommt am 12. Oktober "Eine unbequeme Wahrheit" in die deutschen Kinos. Regisseur Davis Guggenheim zeigt in seinem Film die Vortragsreise des früheren US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore zum Thema globale Erwärmung. In beeindruckenden Bildern werden uns die verhängnisvollen Folgen menschlichen Handelns vorgeführt.

Unmissverständlich zeigt der Film, worin sich führende internationale Wissenschaftler inzwischen einig sind: Die Folgen der globalen Erwärmung werden katastrophal sein. Fluten, Dürren, Epidemien und tödliche Hitzewellen von bisher unbekanntem Ausmaß kommen auf uns zu. Und all dies ist weder Science Fiction noch liegt es in weiter Ferne. Wenn wir der selbst verschuldeten Katastrophe entgehen wollen, müssen wir unseren Kurs ändern - sofort. Wir haben noch zehn Jahre Zeit.

Dennoch ist "Eine unbequeme Wahrheit" alles andere als eine aussichtslose Endzeitprophezeihung. Mit großem Engagement beseitigt Al Gore Missverständnisse und Mythen, die einem nachhaltigen, ökologischen Verhalten entgegenstehen. Auf kluge und witzige Weise schafft es der ehemalige Vizepräsident der USA, alternative Perspektiven zu entwickeln und neue Hoffnung zu schaffen.


Eine unbequeme Wahrheit

Klimawandel im Kino: Der Dokumentarfilm von Al Gore

WWF, 4.10.06

Das Thema ist für einen Kinofilm ein harter Brocken: die Gefahren der Erderwärmung. Doch eigentlicher Hauptdarsteller des Dokumentarfilms „Eine unbequeme Wahrheit“ ist Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident. Er versteht es, nicht nur das Thema, sondern auch sich selbst in Szene zu setzen. „Hallo, ich bin Al Gore“, sagt er, als er – im Film – die Bühne betritt. „Ich war mal der nächste Präsident der Vereinigten Staaten.“ Und erntet Applaus. Gore will aufklären über den „planetarischen Ernstfall“ – die Folgen der Klimaerwärmung. Über deren Ursachen und Konsequenzen hat er eine dramatische Präsentation entworfen. Erklärt den Zusammenhang zwischen CO2 in der Atmosphäre und den steigenden Temperaturen. Zeigt Dürren, Hochwasser und Wirbelstürme: Schreckensbilder zum Wachrütteln. Dazu gibt es Zahlen und Grafiken – gut gewürzt mit einer Portion Gore’schen Humors als leicht verdauliche Fakten.

Dazwischen etwas fürs Herz: Gore gibt großzügig den Blick frei auf Schicksalsschläge, Wendepunkte in seinem Leben. Mindestens einen davon kennen wir: 2000 trat Gore selbst als Spitzenkandidat der Demokraten an – und verlor unter umstrittenen Umständen gegen den Republikaner George W. Bush.

So erinnert auch der Film mit seiner Mischung aus Argumenten und Sentimentalität an einen Wahlkampf. Jedoch keine vorgezogene Kampagne für die US Wahlen 2008, wie Gore in Interviews betont. Er hat der Politik den Rücken gekehrt. Will die Bevölkerung vielmehr direkt ansprechen und überzeugen. Also doch ein Wahlkampf – bei dem es jedoch nicht um Kandidaten geht, sondern um unsere Zukunft.

Jetzt hat er der Politik den Rücken gekehrt. In Amerika soll Gore mit seinem Film bereits für viel Wirbel gesorgt haben („Der Schrecken erregendste Film, den Sie je sehen werden!“). Doch wer sich schon mal mit dem Thema befasst hat, braucht keine neuen Schreckensnachrichten zu fürchten. Gores Film ist eine Kompakt-Vorlesung zum Thema Klimawandel – aus dem Munde eines charismatischen Dozenten.

„Eine unbequeme Wahrheit“ läuft ab dem 12. Oktober in deutschen Kinos.


Mittwoch 4. Oktober 2006, 02:26 Uhr

Klimaschutzkonferenz in Mexiko berät über Strategie nach Kyoto

Monterrey (AP) Vertreter von 20 Staaten haben am Dienstag in Mexiko über Strategien zum Klimaschutz nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 beraten. Neben den sieben größten Industrienationen und Russland (G8) nahmen auch Länder wie China, Indien und Brasilien an der Konferenz in Monterrey statt. Die britische Außenministerin Margaret Beckett erklärte, die Entwicklung «grüner» Technologien schaffe neue wirtschaftliche Chancen. «Es ist ein Mythos, dass wirksame Klima-Maßnahmen das Wachstum vernichten», sagte Beckett nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA. Der mexikanische Umweltminister José Luis Luege forderte die Industrienationen auf, die ärmeren Länder beim Einsatz umweltfreundlicher Techniken zu unterstützen.


Mittwoch 4. Oktober 2006, 17:57 Uhr

ESA: Rekord-Ozonverlust über dem Südpol

Frascati (dpa) - Über dem Südpol geht in diesem Jahr so viel schützendes Ozon verloren wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) am Montag in Frascati bei Rom mit.

Die ESA misst sowohl die Größe des Ozonlochs als auch seine Tiefe in der Ozonschicht. Aus der Kombination beider Werte ergibt sich für dieses Jahr ein Verlust um 40 Millionen Tonnen Ozon. Das sind eine Million Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2000.

Das Ozonloch ist der ESA zufolge derzeit mit 28 Millionen Quadratkilometern etwa so groß wie die USA und Russland zusammen und hat damit fast die Ausmaße des Rekordlochs vor sechs Jahren erreicht, teilte die ESA mit. Die Tiefe des Lochs in der Ozonschicht erreiche Werte aus dem Jahr 1998. «Eine solch signifikanter Ozonverlust setzt sehr tiefe Temperaturen in der Stratosphäre kombiniert mit Sonnenlicht voraus», sagte der ESA-Experte Claus Zehner «Der extreme Ozonverlust in diesem Jahr lässt sich mit den Temperaturen über der Antarktis erklären, die so niedrig sind wie seit 1979 nicht mehr.»

Die Ozonschicht filtert einen Großteil der ultravioletten Strahlung aus, die beim Menschen unter anderem Hautkrebs verursachen kann. Die Ausdünnung der Schicht führen Experten unter anderem auf den Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zurück. Auf Grund des Montréal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht von 1987 hat die weltweite FCKW-Produktion stark abgenommen. Amerikanische Klimaforscher hatten kürzlich festgestellt, dass sich die Ozonschicht über dem Südpol erholt, aber nur langsam und vor allem in niedrigeren Lagen der Atmosphäre. Sie gehen davon aus, dass das Ozonloch über der Antarktis nicht vor 2065 verschwinden wird.


02. Oktober 2006

Vom Menschen verursachte Methan-Emissionen nehmen deutlich zu

Kaschierung durch schwindende natürliche Methan-Emissionen

Wien/Peking (pte) - Die Konzentration des Treibhausgases Methan in der Erdatmosphäre nimmt nach einer im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie wieder deutlich zu. Jenes Methan, das von Feuchtgebieten ausgestoßen wird, nimmt nach der Studie der Forscher Philippe Bousquet von Climate and Environment Science Laboratory in Saclay/Frankreich ab. Das vom Menschen verursachte Methan nimmt hingegen deutlich zu. Die Experten machen die boomende Wirtschaft Chinas dafür verantwortlich.

In den 1980er Jahren stieg der Methangehalt in der Erdatmosphäre an, fiel allerdings während der folgenden Dekade deutlich. Das hatten die Forscher als Lichtblick in der sonst so trostlosen Geschichte der globalen Erwärmung gewertet. Die Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass die Methanwerte annähernd auf diesem Niveau geblieben waren. Allerdings haben Bousquet und sein Team in den jüngsten Untersuchungen andere Tatsachen entdeckt: Seit 1999 nehmen die vom Menschen verursachten Methan-Emissionen wieder deutlich zu. Dieser Zuwachs wird von den schwindenden natürlichen Methan-Emissionen - vor allem in Nordeuropa - kaschiert. Die Forscher sprechen davon, dass sogar die Werte von den 1980er Jahren erneut erreicht werden.

Herkunft

Methan ist eines der stärksten Treibhausgase und 20 Mal so effektiv wie CO2. "Seit vorindustrieller Zeit haben sich die Werte dieses Treibhausgases auf der Erde fast verdreifacht", so Bousquet. Wenn sich dieser Trend fortsetze, werde es zu massiven Auswirkungen auf das Klima kommen, meinen die Wissenschaftler. Etwa ein Drittel der Methan-Emissionen kommt aus den Feuchtgebieten, Wäldern, Bränden, Meeren und anderen natürlichen Quellen. Der Rest stammt aus der Produktion und Weiterarbeitung von Öl und Erdgas, von Viehherden, Abfalldeponien und anderen menschlichem Handeln. Durch UV-Strahlung verschwinden 90 Prozent der emittierten Methanmenge wieder.

Dass Methan eine ernstzunehmende Gefahr für das Weltklima darstellt, davon geht auch der Forscher Jos Lelieveld vom Max Planck Institut für Chemie in Mainz aus. Den Grund dafür sieht der Forscher in der Unmöglichkeit die CO2-Emissionen rasch zu reduzieren. Die Gründe dafür liegen bei der Politik. "Die Zunahme von Klimakatastrophen wird aber ein Handeln erforderlich machen", spekuliert der Forscher. Das könnte zu einem Umdenken bei der Methan-Emission führen: "Methan ist ein wertvoller Rohstoff - und bei Verteuerung der Energiepreise könnte man das Gas aus Deponien, Kohleminen oder der Erdöl-Industrie sinnvoll für die Stromherstellung nutzen." Das löse zwar das gesamte CO2-Problem nicht, sorge aber dafür zumindest einen "Teufel" zu bekämpfen.




» zurück
 

Druckversion


16.11.08 21:00 - 21:45
phoenix: Rio Casiquiare - Der vergessene Fluss

19.11.08 20:15 - 21:00
NDR: Die Oder - Schlesiens wilder Strom

15.11.08 22:15 - 23:00
arte: Fünf Wege die Welt zu retten

20.11.08 12:15 - 13:00
3sat: Vancouver Island - Wilde Schönheit im Pazifik

16.11.08 14:00 - 14:25
3sat: Australiens Tropenstaat - Queensland

13.11.08 12:15 - 13:00
3sat: Australiens Kakadu-Nationalpark

26.11.08 13:15 - 14:00
3sat: Fronteira Brasil - Der Kampf um Land in Mato Grosso

21.11.08 20:15 - 21:00
hr: Hessens schönste Wälder

18.11.08 16:15 - 17:00
3sat: Tropenfieber (1/3): Die Eroberung des Amazonas

27.11.08 18:05 - 19:00
arte: Traurige Tropen

19.11.08 17:00 - 17:15
3sat: Geheimnisvoller Nebelwald

14.11.08 21:00 - 21:45
rbb: Wilde Heimat - Der Herbst

23.11.08 21:45 - 22:30
phoenix: Die Folgen des Klimawandels auf das südliche Afrika

10.11.08 16:45 - 17:30
arte: Der Nationalpark Belaweschskaja Puschtscha in Weißrussland

18.11.08 20:15 - 21:00
hr: Auf dem Ob durch die Taiga (1/2): Eine Sommerreise durch Sibirien

19.11.08 14:15 - 15:00
hr: Leoparden in Sibirien

15.11.08 08:30 - 09:00
SWR: Blickwechsel NordSüd (5/6): Kolumbien - Kampf um den Regenwald