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Aktuell
Neues von Klima und Ozonloch
Freitag 20. Oktober 2006, 09:40 Uhr
NASA: Ozonloch über der Antarktis so groß wie nie
Washington (AP) Das Ozonloch über der Antarktis hat nach Angaben von US-Wissenschaftlern Rekord-Ausmaße erreicht. Mit rund 27,5 Millionen Quadratkilometern sei es Ende September so groß wie nie zuvor gewesen, erklärten Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag. Diese Ausdehnung sei größer als die gesamte Fläche von Nordamerika.
In Luftschichten zwischen 13 und 21 Kilometern Höhe gebe es «so gut wie kein Ozon» mehr, sagte der NASA-Wissenschaftler Paul Newman. Hier seien die schlechten Messergebnisse aus der Zeit von 21. bis 30. September auch von einer weiteren Satellitenmessung am 8.
Oktober bestätigt worden. Die Dicke der noch vorhandenen Ozonschicht sei stellenweise um den Faktor 100 zurückgegangen und die ausgedünnte Schicht reiße überall auf.
Die Dicke der Ozonschicht und die Ausdehnung des Ozonlochs über dem Südpol variieren von Jahr zu Jahr. Trotz der jüngsten Rückschläge gehen Wissenschaftler weiter davon aus, dass sich die Ozonschicht bis zum Jahr 2065 langsam erholen dürfte. Sie verweisen dabei auf die reduzierte Anwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) dank internationaler Abkommen zum Klimaschutz. Allerdings haben viele Chemikalien eine lange Lebensdauer in der Atmosphäre, so dass ein Abbau dieser schädlichen Substanzen äußerst langwierig ist.
Je dünner die Ozonschicht ist, desto mehr ultraviolette Strahlung erreicht den Boden der Erde. Dies kann empfindliche Pflanzen zerstören, die am Anfang der Nahrungskette stehen. Beim Menschen kann die erhöhte ultraviolette Strahlung zu Hautkrebs, Augenschäden und anderen Krankheiten führen.
Freitag 20. Oktober 2006, 20:58 Uhr
Studie sagt für kommende Jahrzehnte extreme Witterung voraus
Washington (AP) Die globale Erwärmung wird nach Ansicht von Experten für die gesamte Erde extreme Witterungsverhältnisse mit langen Dürre- und Hitzeperioden und heftigen Regenfällen zur Folge haben. Besonders betroffen seien der Mittelmeerraum, Brasilien und der Westen der USA, heißt es in einer internationalen Studie, zu der ein Vorabbericht veröffentlicht wurde. Zu Grunde liegen der Untersuchung des US-National Center for Atmospheric Research neun Computermodelle zum Klimawandel.
In den tropischen Pazifikregionen werde die Erderwärmung vermutlich zu mehr Regenfällen führen, erklärte einer der
Autoren, Gerald Meehl. Dadurch würden Luftströmungen verändert, ähnlich dem Klimaphänomen El Niño. Allgemein dürften sich die Auswirkungen und die Häufigkeit von Hitzeperioden verschlimmern, heißt es in der Studie weiter. Als eine der folgenschwersten Auswirkungen des Klimawandels bewerten die Wissenschaftler einen deutlichen Anstieg der Nachttemperaturen.
Außerdem wird erwartet, dass es weltweit kaum noch Frost gibt. Dies werde neben mehr Monaten mit frühlingshaften Temperaturen auch ein verstärktes Wachstum von Ungeziefer zur Folge haben. «Es wird ein Gleichgewicht durchbrochen, das es viele Jahrhunderte lang gab», sagte eine weitere Autorin, Claudia Tebaldi.
Die Wissenschaftler werteten für den Bericht Daten von Computermodellen bis zum Jahr 2099 aus. Die Studie soll in der Dezember-Ausgabe des Fachmagazins «Climatic Change» abgedruckt, der vollständige Bericht im kommenden Jahr veröffentlicht werden.
http://www.cgd.ucar.edu/ccr/publications/klu_multimodel_extr
Samstag 21. Oktober 2006, 06:59 Uhr
Klimawandel zeigt deutliche Spuren in der Nordsee
Bremerhaven (dpa) - Der Klimawandel hat bereits deutliche Spuren in der Nordsee hinterlassen. Die Fachleute würden immer häufiger Fischarten aus den deutlich wärmeren Gewässern der Biscaya und des Mittelmeeres finden. Das sagte der Meeresbiologe Harald Asmus im dpa- Gespräch. Er arbeitet am Alfred-Wegener-Institut mit Sitz in Bremerhaven. Bei seinen Forschungen auf Sylt stellte Asmus auch den Rückgang bislang heimischer Arten fest. Dieser Prozess werde sich bei anhaltender Erwärmung der Nordsee fortsetzen.
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