AktuellAbschluss UN-Klimagespräche
Freitag, 31. August, 20:40 Uhr Grundsätzliche Einigung auf Reduzierung von TreibhausgasenWien (AP) Unterhändler aus 158 Staaten haben sich am Freitag bei den UN-Klimagesprächen in Wien grundsätzlich auf gemeinsame Ziele zum Klimaschutz geeinigt. Zum Abschluss der einwöchigen Konferenz verständigten sich die Teilnehmer prinzipiell darauf, dass die Industriestaaten den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken sollen. Experten zufolge soll dieses Ziel als lose Vorgabe für den nächsten Weltklimagipfel im Dezember auf Bali dienen.Es gehe um «die Notwendigkeit, den Klimawandel zu bekämpfen», heißt es in der Übereinkunft. Die ehrgeizigen Ziele sind zwar nicht verbindlich, werden aber als wichtiges Zeichen dafür gewertet, dass die Industrieländer entschlossen sind, ihre Emissionen deutlich zu reduzieren. Einige Staaten befürchteten jedoch, dass die Vorgaben zu hoch gegriffen sein könnten. Deswegen heißt es in der Einigung, die Reduzierung der Emissionen hänge von nationalen Gegebenheiten ab und könne und sich mit der Zeit ändern. Die Europäische Union hatte sich im Frühjahr unter deutscher Präsidentschaft auf ihre Verhandlungslinie für ein Klimaschutzabkommen nach 2012 geeinigt. Demnach ist die EU bereit, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, wenn sich andere Industriestaaten zu vergleichbaren Anstrengungen verpflichten und die Schwellenländer einen angemessenen Beitrag leisten. Mehr als 1.000 Delegierte berieten seit Montag in Wien über wirksame Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung. Ein weiteres Treffen findet am 24. September am Sitz der Vereinten Nationen in New York statt. Drei Tage später sind Vertreter der 15 Länder, die für einen Großteil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, nach Washington eingeladen. Am Freitagnachmittag schien eine Einigung zunächst noch fern: Japan, Kanada, Neuseeland und Russland widersetzten sich dem Passus im Abschlussdokument, mit dem die Reduzierung der Treibhausgase festgeschrieben werden sollte. Berichte, wonach neben den vier Staaten auch die Schweiz mit ihrer Haltung das Schlussdokument der Klimagespräche zunächst blockiert habe, wurden von der Schweizer Regierung als falsch zurückgewiesen. Sprecher Adrian Aeschlimann vom Bundesamt für Umwelt in Bern wies am Abend darauf hin, dass die Zahlen zu den Reduktionszielen gar nicht auf der Tagesordnung gestanden hätten. Der Sprecher betonte, dass die Schweiz das Dokument als gute Grundlage betrachte. Die Schweiz habe in der Diskussion lediglich darauf hingewiesen, dass der Bericht in seiner Ganzheit erfasst werden müsse und auch erwähnt, dass das Ziel nur erreicht werden könne, wenn die Schwellenländer mitmachten. Freitag, 31. August, 16:58 Uhr Widerstand gegen Vorgaben zum KlimaschutzWien (AP) Die Blockade von fünf Industrieländern hat die UN-Klimagespräche in Wien am Freitag an den Rand des Scheiterns gebracht. Japan, Kanada, Neuseeland, Russland und die Schweiz widersetzten sich einem Passus im Abschlussdokument, wonach der Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 25 bis 40 Prozent gesenkt werden soll. Wenige Stunden vor dem geplanten Ende der Konferenz dauerten die Verhandlungen an.Der Leiter des UN-Klimareferats, Yvo de Boer, zeigte sich dennoch zuversichtlich. Die Delegierten seien einem Kompromiss nahe, sagte er am Freitag vor Journalisten. Umweltschützer kritisierten den überraschenden Vorstoß der fünf Staaten dagegen scharf. Ihr Widerstand gegen eine Einigung gefährde den gesamten Prozess der Klimaverhandlungen, sagte Greenpeace-Sprecher Red Constantino. Mehr als 1.000 Delegierte aus über 100 Ländern berieten seit Montag in Wien über wirksame Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Gespräche sollten der Vorbereitung des nächsten Weltklimagipfels auf der indonesischen Insel Bali im Dezember dienen. Ein weiteres Treffen findet am 24. September am Sitz der Vereinten Nationen in New York statt. Drei Tage später sind Vertreter der 15 Länder, die für einen Großteil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, nach Washington eingeladen. Die Europäische Union hatte sich im Frühjahr unter deutscher Präsidentschaft auf ihre Verhandlungslinie für ein Klimaschutzabkommen nach 2012 geeinigt. Demnach ist die EU bereit, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, wenn sich andere Industriestaaten zu vergleichbaren Anstrengungen verpflichten und die Schwellenländer einen angemessenen Beitrag leisten. Sonntag, 2. September, 12:58 Uhr Gabriel lobt Wiener Konferenz als Schritt in die richtige RichtungBerlin (AP) Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Ergebnisse der Wiener UN-Klimakonferenz als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember auf Bali, wo ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll auf den Weg gebracht werden soll, erklärte Gabriel am Sonntag, die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention seien sich einig, dass die Industrieländer auch künftig die Führungsrolle beim Klimaschutz übernehmen müssten.Unterhändler aus 158 Staaten hatten sich am Freitag zum Abschluss einer einwöchigen Konferenz in Wien prinzipiell darauf verständigt, dass die Industriestaaten den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken sollen. Einige Staaten befürchteten jedoch, dass die Vorgaben zu hoch gegriffen sein könnten. Deswegen heißt es in der Einigung, die Reduzierung der Emissionen hänge von nationalen Gegebenheiten ab und könne und sich mit der Zeit ändern. Die Europäische Union hatte sich im Frühjahr unter deutscher Präsidentschaft auf ihre Verhandlungslinie für ein Klimaschutzabkommen nach 2012 geeinigt. Demnach ist die EU bereit, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken, wenn sich andere Industriestaaten zu vergleichbaren Anstrengungen verpflichten und die Schwellenländer einen angemessenen Beitrag leisten. Mehr als 1.000 Delegierte berieten seit Montag in Wien über wirksame Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung. Ein weiteres Treffen findet am 24. September am Sitz der Vereinten Nationen in New York statt. Drei Tage später sind Vertreter der 15 Länder, die für einen Großteil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, nach Washington eingeladen. Gabriel forderte, auf Bali müsse dann eine «klare Entscheidung über Reduktionspfade für Industrieländer» getroffen werden, damit die Verhandlungen über konkrete Minderungsziele beginnen könnten. «Nur dann werden wir die Schwellen- und Entwicklungsländer überzeugen können, beim Klimaschutz mitzumachen.» http://www.unfccc.int/ Gabriel: Endspurt für Klimagipfel auf Bali beginntBMU Pressemitteilung, 2.9.07Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Ergebnisse der Wiener Vorbereitungskonferenz zum Klimagipfel auf Bali positiv bewertet. Unter den Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention herrsche Übereinstimmung, dass die Industrieländer auch in Zukunft die Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen müssten. Erstmals seien Emissionskorridore für Industriestaaten zwischen 25 und 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 ins Auge gefasst worden. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Gabriel. "Aber auf Bali brauchen wir eine klare Entscheidung über Reduktionspfade für Industrieländer, damit Verhandlungen über konkrete Minderungsziele beginnen können. Nur dann werden wir die Schwellen- und Entwicklungsländer überzeugen können, beim Klimaschutz mitzumachen." In Wien hatten rund 500 Regierungsexperten eine Woche lang über die zentralen Elemente eines Kyoto-Nachfolgeabkommens beraten, mit dem der Klimawandel auf ein noch beherrschbares Niveau begrenzt werden soll. Einigkeit bestand auch darin, dass Anpassung an den Klimawandel, Ausbau der Technologiezusammenarbeit und Finanzierung von Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen wesentliche Elemente des künftigen Klimaabkommens sein müssen. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer betonten, dass zwar Industrieländer die Vorreiter sein sollen, aber auch sie eigene Beiträge zum Klimaschutz leisten wollen. Die EU hatte sich im Frühjahr unter deutscher Ratspräsidentschaft auf anspruchsvolle Minderungsziele und eine Verhandlungslinie für ein Klimaschutzabkommen nach 2012 geeinigt. Ziel ist es, auf Bali Verhandlungen über alle Elemente eines Kyoto-Nachfolgeabkommens zu starten und einen gemeinsamen Arbeits- und Zeitplan bis 2009 zu vereinbaren. Biologische Vielfalt wirksam schützenDNR und Forum Umwelt&Entwicklung, Pressemitteilung, 31.8.07Bonn: Die UN-Verhandlungen über biologische Vielfalt brauchen neuen Schwung, um die Herausforderung des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung biologischer Vielfalt endlich voranzubringen. „Wenn der jetzige Trend nicht gestoppt wird, droht durch die Zerstörung ihrer Lebensräume und durch die Folgen des Klimawandels in den nächsten 25 Jahren weltweit die Ausrottung von 1,5 Millionen Tier- und Pflanzenarten“, mahnte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Bei der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über biologische Vielfalt am 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn müssen weitreichende Entscheidungen getroffen werden, um den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen. Der größte Teil der Biodiversität befindet sich in Entwicklungsländern. „Die völkerrechtlich verbindliche Regelung eines gerechten Vorteilsausgleiches bei deren Nutzung muss bei der Bonner Konferenz als ein weiteres entscheidendes Thema vorangebracht werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Konferenz scheitert“, betonte Jürgen Maier, Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung. Erforderlich ist ferner die Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien beim Ausbau nachwachsender Rohstoffe und Energiepflanzen. In folgenden zentralen Bereichen müssen bei der COP9 Fortschritte erzielt werden: 1. Weltweites Schutzgebietsnetz für Wälder und Meere Wir brauchen ein weltweites wirksames System von Schutzgebieten. Eine entscheidende Herausforderung für die Bonner Konferenz ist die Weichenstellung für ein globales Netzwerk von Schutzgebieten auf der Hohen See jenseits der nationalen Zuständigkeiten in allen Weltmeeren und der Erhalt der letzten intakten Urwaldgebiete und anderer für die Sicherung der Biodiversität bedeutsamen Wälder. In Entwicklungs- und Schwellenländern entlang des Äquators ist der Schutz von Wäldern (tropische Regenwälder, Sumpf- und Moorwälder) besonders wichtig und dringend. Es müssen rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Mechanismen effizienter eingesetzt werden, um die weitere Entwaldung der Tropen zu verhindern:
Für die Meeresgebiete ist ein Netz an marinen Schutzgebieten nach der UN-Seerechtskonvention schnellstmöglich einzurichten. Die COP9 soll dafür die Kriterien festlegen. 2. Gerechter Ausgleich für die Nutzung der biologischen Vielfalt Mit der CBD haben die Vertragsstaaten den gerechten Vorteilsausgleich aus der Nutzung genetischer Ressourcen verbindlich vereinbart. Traditionelles Wissen von lokalen Gemeinschaften und indigenen Volksgruppen ist integraler Bestandteil der biologischen Vielfalt. Eine völkerrechtlich verbindliche Regulierung über den Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing, ABS) wird seit Jahren von den Biotechnologie-Industrien der Industriestaaten abgelehnt und von deren Regierungen in den ABS-Verhandlungen blockiert. Sie haben ein Interesse daran dass ein ABS-Regime weder den Zugang zu genetischen Ressourcen einschränkt noch die Asymmetrie der Patentgesetze verändert. Die COP9 muss endlich den Durchbruch zu einem völkerrechtlich verbindlichen Regime zum gerechten Vorteilsausgleich verabschieden. Dabei sind, insbesondere zur Unterstützung von Bauern und indigenen Gemeinschaften, folgende Eckpunkte von Bedeutung: Ziel: Die Unterstützung der Rechte von Bauern und indigenen Gemeinschaften
Das Cartagena Protokoll über biologische Sicherheit trat im September 2003 als Unterabkommen der CBD in Kraft. Im Protokoll ist vorgesehen, dass innerhalb von 5 Jahren Haftungsregeln erarbeitet und beschlossen werden, d.h. die Entscheidung wird 2008 in Bonn fallen müssen. Es ist deshalb höchste Zeit, das Thema für die Mitgliedsstaaten (Members to the Protocol) als höchste Priorität einzustufen. Die Tatsache, dass die drei Hauptexportstaaten für genmanipulierte Organismen das Protokoll nicht ratifiziert haben, darf nicht zum Anlass genommen werden, nichts zu tun und die möglichen Opfer schutzlos zu lassen. Die zentrale Forderung an die Verhandlungen während der 4. Konferenz der Mitgliedsstaaten des Cartagena Protokolls (sog. MOP 4) ist deshalb die Verabschiedung eines Gefährdungshaftungsregimes (Strict Liability Regime) für ökologische, gesundheitliche und sozio-ökonomische Schäden. Außerdem müssen rechtliche Zugriffsmöglichkeiten auf Exporteure und Hersteller gentechnisch veränderter Organismen bestehen. Auch das Gastgeberland Deutschland muss bis zur COP9 noch seine Hausaufgaben erledigen. Die Umsetzung der vom Bundeskabinett noch zu verabschiedenden umfassenden nationalen Biodiversitätsstrategie muss energisch vorangetrieben werden, um der weiteren Zerstörung der Biodiversität durch Verkehrswege und Baumaßnahmen, sowie durch die intensive Land-, Forst- und Fischereibewirtschaftung Einhalt zu gebieten. Freitag, 31. August, 10:40 Uhr Schwarzenegger zu Emissionshandel mit Europäern bereitSan Francisco (AFP) - Der US-Bundesstaat Kalifornien will beim Klimaschutz und auch beim Emissionshandel mit Deutschland und der Europäischen Union an einem Strang ziehen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach nach einem Treffen mit dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger in Sacramento von einer "Weichenstellung im Bemühen um eine gemeinsame Klimapolitik". "Lassen Sie uns gemeinsam eine Koalition des guten Willens schaffen", rief Steinmeier in einer Rede in San Francisco auch weitere Bundesstaaten und Kommunen zur Mitarbeit auf. Er warb für intensivere technologische Zusammenarbeit."Ich hoffe, wir können viele Dinge zusammen tun", sagte Schwarzenegger. Konkret nannte er das Ringen um mehr Energieeffizienz, aber auch den in den USA umstrittenen Emissionshandel. Wie Steinmeier nach dem Gespräch erläuterte, sprach sich Schwarzenegger dafür aus, das Emissionshandelssystem in Europa mit den entsprechenden Ansätzen in mehreren US-Bundesstaaten zusammenzuführen. Kalifornien zählt in den USA zu den Vorreitern beim Emissionshandel, während die US-Regierung unter Präsident George W. Bush eine Beteiligung daran bislang ablehnt. Daher sucht die Bundesregierung in den USA gezielt auch Partner unterhalb der nationalen Ebene. Steinmeier begrüßte, dass Schwarzenegger auch auf Einladung der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft an EU-Klimagesprächen teilnehmen wolle, die am 29. Oktober in Lissabon stattfinden. Vor dem kalifornischen Senat sagte der Außenminister, kein Land könne die Herausforderung des Klimawandels allein bewältigen: "Wir müssen sie gemeinsam angehen." Offen sprach der Minister von einer "schleichenden politischen Entfremdung" zwischen Deutschland und den USA, auch wegen der US-Politik in Irak. Nötig sei daher eine tiefgreifende Erneuerung des Verhältnisses zwischen den USA und Europa "mit neuem Vertrauen und dem Willen zu multilateraler Zusammenarbeit". Als erstes Thema dafür nannte Steinmeier erneut die Umwelt- und Energiepolitik, dann aber auch die Regulierung der Kapital- und Finanzmärkte. Steinmeier versicherte zugleich, wenn es darum gehe, Konflikte in gemeinsamer internationaler Verantwortung zu lösen, "steht Europa an der Seite Amerikas". Steinmeier war nach einem Besuch in Norwegen am Mittwoch in Kalifornien eingetroffen. Es handelt sich um die erste Visite eines deutschen Außenministers in Kalifornien seit 50 Jahren. Der Klimaschutz war das wichtigste Thema der einwöchigen Reise. Am Samstag kehrt Steinmeier nach Deutschland zurück. 3. September, 2007 Eisschmelze in der Arktis dramatisch beschleunigtKopenhagen (dpa) - Das Eis in der Arktis schmilzt nach neuen dänischen Messungen noch erheblich schneller als befürchtet. Wie der Meteorologe Leif Toudal Pedersen von der Technischen Universität Kopenhagen in der Zeitung «Jyllands-Posten» angab, hat die Auswertung von Satellitenfotos eine Eisfläche rund um den Nordpol von weniger als drei Millionen Quadratkilometern ergeben. Das sei extrem wenig. Im Juli 2006 waren es noch fünf Millionen und zehn Jahre zuvor 6,5 Millionen Quadratkilometer.Sonntag, 2. September, 10:52 Uhr Klimawandel bedroht das Nil-DeltaAlexandria (AP) Für Ägypten könnte der Klimawandel katastrophale Folgen haben, warnt die Weltbank. Denn der steigende Pegel des Mittelmeers bedroht das Nil-Delta, in dem mehr als ein Drittel der Bevölkerung leben und fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Produkte des nordafrikanischen Landes angebaut werden. «Die Situation ist ernst und erfordert sofortige Aufmerksamkeit», mahnt der Umweltwissenschaftler Mohamed el Raej. «Jede Verzögerung führt zu weiteren Verlusten.»Das Nil-Delta, das nur 2,5 Prozent der Fläche Ägyptens ausmacht, ist bereits durch den Bau des Assuan-Staudamms gefährdet. Das 1970 fertiggestellte Bauwerk verhindert, dass der Strom wie seit Jahrtausenden Sedimente in sein Mündungsgebiet spült, das sich dort anlagern kann. Nun gibt es kein natürliches Gegengewicht mehr zur Küstenerosion, was die Konsequenzen eines steigenden Meeresspiegel verschlimmern dürfte. Der Staudamm habe das fragile Ökosystem verändert, sagt der Küstenforscher Omran Frihi in Alexandria. Wenn das Mittelmeer wie vorausgesagt bis Ende des Jahrhunderts um 30 Zentimeter bis einem Meter steigt, würde bis zu einem Viertel des Deltas überflutet. 2100 könnten die Sandstrände, die tausende Touristen ins Land locken, verschwunden sein. Gefahr besteht auch für die noch nicht geborgenen archäologischen Schätze des antiken Alexandria, dessen wissenschaftliche Erschließung nicht abgeschlossen ist. Bei einem Anstieg des Meeres um einen Meter müssten laut Weltbank zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung umgesiedelt werden. In dem Delta wohnen bereits heute 1.540 Menschen auf dem Quadratmeter, und bis zum Ende des Jahrhunderts dürfte sich die Gesamtbevölkerung des Landes auf 160 Millionen in etwa verdoppeln. Auch Gebiete, die nicht überflutet werden, könnten durch das Eindringen von Salzwasser in das Grundwasser betroffen sein. Wie fast überall in Afrika wird der Klimawandel derzeit öffentlich kaum diskutiert, doch dies könnte sich ändern. Die Regierung in Kairo bereitet eine nationale Strategie-Studie vor, in denen Wege zu Anpassung an das veränderte Klima aufgezeigt werden sollen. Das kündigte Umweltminister Maged George an. In Alexandria investieren die Behörden umgerechnet rund 220 Millionen Euro, um die Strände mit Betonmauern zu schützen, wie Küstenforscher Frihi sagt. An einigen Stellen wird Sand aufgeschüttet. Der Klimaforscher Mohamed Al Schahawi von der Umweltbehörde des Landes erklärt, die Regierung erstelle eine Liste der am meisten gefährdeten Gebiete. «Ägypten versucht, seine Küsten zu schützen», versichert er: «Wir werden die Welt um Hilfe bitten. Wir müssen uns selbst schützen. Aber es kostet so viel.» » zurück |
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