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Aktuell
Klima-Verhandlungsmarathon
Montag, 10. September, 11:49 Uhr
Verhandlungsmarathon vor Klimakonferenz in Bali gestartet
Berlin (AP) Der Verhandlungsmarathon für die Weltklimakonferenz im Dezember in Bali hat begonnen. Umweltminister Sigmar Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos eröffneten am Montag in Berlin eine Klimakonferenz mit den Energie- und Umweltministern der 20 wichtigsten Energieverbrauchsländern. Gabriel sagte, Ziel der Verhandlungen müsse sein, auch die Schwellen- und Entwicklungsländer in die Anstrengungen für den globalen Klimaschutz einzubeziehen.
In Bali soll ein Verhandlungsmandat für die Zeit nach 2012 erteilt werden, wenn das Kyoto-Klima-Protokoll ausläuft. Gabriel sagte, die Schwellen- und Entwicklungsländer seien bisher nur bereit, über weitere Anstrengungen der Industrieländer beim Klimaschutz zu reden. Die Konferenzen im Vorfeld der Weltklimakonferenz seien deshalb so wichtig, «weil wir diese Haltung verändern müssen».
Wirtschaftsminister Glos sagte, die Verminderung des Ausstoßes an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) und das Wirtschaftswachstum seien keinen Gegensätze mehr. Es sei vielmehr eine «große Chance für Deutschland», auf dem Gebiet der Energieeffizienz weltweit tätig zu werden. Geholfen werden könne auch mit Exportinitiativen für erneuerbare Energien.
Die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Klima, Gro Harlem Brundtland, sprach von einer «sehr komplizierten Situation» bei den Klimaverhandlungen. Der Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, den CO2-Ausstoß der Länder künftig an den Pro-Kopf-Emissionen zu orientieren, sei ein positiver Ansatz. «Es ist gut, dass dieser Gedanke in der Diskussion ist.»
Gabriel fügte hinzu, der Merkel-Vorschlag treffe auf «ein hohes Maß an Offenheit». Wenn man aber rund zwei Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr festlege, müsse man wissen, dass der Wert für Deutschland heute bei neun Tonnen und in den USA noch einmal doppelt so hoch liege. «Das ist schon ein ziemlich ambitioniertes Ziel», sagte der SPD-Politiker.
Ergebnisse erst 2008
Im Kyoto-Protokoll hatten sich 1997 die 38 führenden Industrieländer auf eine Verringerung der Emissionen von sechs klimaschädigenden Gasen um insgesamt 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 verpflichtet. Das Protokoll ist 2005 in Kraft getreten und läuft 2012 aus. Bereits im Jahr 2005 war auf dem G-8-Gipfel im schottischen Gleneagles vereinbart worden, den Dialog über die weltweite Klimapolitik voranzutreiben.
Am dritten «Gleneagles-Dialog» in Berlin nehmen neben Vertretern aus den acht führenden Industrienationen (G-8) auch Minister aus China, Indien, Südafrika, Brasilien, Mexiko, Australien, Indonesien, Nigeria, Polen, Spanien und Südkorea teil. Eingeladen wurden außerdem die multilateralen Entwicklungsbanken, die Internationale Energieagentur und das UN-Klimasekretariat.
Gastgeber sind Gabriel und Glos. Deutschland hat in diesem Jahr die G-8-Präsidentschaft. Nach dem Treffen in Berlin wird es im Frühjahr 2008 eine weitere Konferenz in Japan geben. Über die Ergebnisse des Gleneagles-Dialogs soll auf dem G-8-Gipfel 2008 unter japanischem Vorsitz berichtet werden.
Montag, 10. September, 22:00 Uhr
Kyoto-Folgepläne: USA und China sollen mit ins Boot
Berlin (dpa) - Im Kampf gegen die fortschreitende Erderwärmung drängen Bundesregierung und namhafte Altpolitiker zahlreicher Staaten die USA zur Teilnahme an verbindlichen Klimaschutzzielen.
Die Verhandlungen auf der indonesischen Insel Bali Anfang Dezember müssten das Startzeichen für ein neues Klimaabkommen nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 geben, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch bei der zweitägigen «Gleneagles»- Konferenz von 20 Ländern mit dem zur Zeit höchsten Energieverbrauch.
Eine erste Vorlage dazu lieferten ehemalige Staatsmänner und Ex- Präsidenten internationaler Organisationen: Die Industrieländer sollten demnach ihren globalen Ausstoß an Treibhausgasen im Zeitraum 1990 bis 2050 mindestens um 60 Prozent verringern. Die USA sollten daran unmittelbar voll mitwirken, große Schwellenländer nur allmählich und in Stufen, forderte das Internationale Führungsgremium zum Klimaschutz (Global Leadership für Climate Action).
Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärten, bei dieser dritten «Gleneagles»-Konferenz gehe es im Schwerpunkt um das zentrale Instrument weltweiter Energieeinsparung durch technischen Fortschritt. Den Entwicklungsländern solle dabei vor allem durch Technologietransfer geholfen werden. Nach einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) werden weltweit bis 2030 rund 20 Milliarden Dollar Investitionen in neue Energie-Strukturen erwartet. Hiefür müssten die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Der «Gleneagles»-Dialog basiert auf Absprachen der Regierungschefs 2005 im schottischen Gleneagles beim G8-Treffen der führenden Industrieländer USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und Russland. An der Runde der 20 großen Energie-Verbraucherländer nehmen große Schwellenländer wie Indien, China, Brasilien, Mexiko und Südafrika, aber auch Australien, Polen und Nigeria teil.
An der Suche nach Lösungen sind auch die Altpolitiker des «Global Leadership» beteiligt, die vom früheren chilenischen Präsidenten Ricardo Lagos und dem UN-Stiftungs-Präsidenten Timothy Wirth geleitet wird. Zu der prominenten Gruppe gehören die Ex-Regierungschefs von Spanien, Brasilien und Norwegen, Felipe Gonzáles, Fernando Henrique Cardoso und Gro Harlem Brundtland. Weitere Mitglieder sind Ex- Weltbankdirektor James Wolfensohn, und der ehemalige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer.
Brundlandt forderte: «Ein Klimaschutzregime nach 2012 muss Strenge zeigen bei der Vereinbarung gemeinsamer, aber differenzierter Verantwortlichkeiten.» Die Industrieländer müssten die größte Verantwortung übernehmen. Gabriel kritisierte, dass die USA bisher außerhalb des Kyoto-Prozeess der Vereinten Nationen nach Lösungen für den Klimaschutz suchen. Zur Einladung für eine internationale Klimakonferenz nach Washington Ende September sagte Gabriel: «Wir dürfen angesichts der vielen Initiativen und Konferenzen nicht den Überblick verlieren und vergessen, wo die Musik spielt. (...) Wir brauchen einen New Deal für die Zukunft der Welt.»
Der Rahmenplan der «Global Leadership» sieht im einzelnen vor: Zur Erreichung eines weltweiten C02-Abbaus bis 2050 um 60 Prozent sollen die Industrieländer die Führung übernehmen. Als Zwischenziel komme eine Reduktion um 30 Prozent bis 2020 in Frage, hieß es. Länder mit schnell wachsenden Industrien - darunter China und Indien - sollten ihren Energieverbrauch bis 2020 um 30 Prozent senken - im Schnitt jährlich um 4 Prozent. Ab 2021 sollten auch sie verpflichtend am C02- Abbau mitwirken. Entwicklungsländer sollten nach Energieverbrauch und finanziellen Möglichkeiten einbezogen werden.
Montag, 10. September, 16:22 Uhr
Meteorologen diskutieren in Hamburg über Erderwärmung
Hamburg (AP) Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust hat mehr Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. «Das Thema muss nicht nur analysiert, sondern auch durch die Politik bearbeitet werden», sagte von Beust am Montag zum Auftakt einer Meteorologen-Tagung in der Hansestadt. Bis Freitag stellen die Meteorologischen Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor rund 450 Teilnehmern ihre neuesten Ergebnisse vor.
Der Schwerpunkt des alle drei Jahre stattfindenden Kongresses liegt 2007 auf den Folgen der Klimaerwärmung für den Menschen. Basierend auf dem neuesten Klimazustandsbericht des UN-Weltklimarates wird diskutiert, mit welchen Folgen zu rechnen ist und wie ihnen begegnet werden kann. Neben Fragen der Meteorologie bildet die Rolle der Ozeane im Klimasystem einen Schwerpunkt.
An den Polen wird der Klimawandel den Experten zufolge besonders deutlich. «Das Meereis in der Arktis ist so weit zurückgegangen wie noch nie seit Beginn der Satellitenmessungen vor 35 Jahren», sagte Lars Kaleschke vom Institut für Meereskunde der Universität Hamburg am Rande der Veranstaltung. Es bedecke derzeit eine Fläche von rund drei Millionen Quadratkilometern. Das seien rund 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wo mit vier Millionen Quadratkilometern schon ein Rekord erreicht worden war. «Was jetzt erreicht ist, war bei schlimmsten Szenarien erst für die Zeit ab 2060 vorhergezeichnet worden», sagte Kaleschke.
Bei Stürmen hingegen wird die Veränderung Experten zufolge erst in mehreren Jahrzehnten erkennbar sein. «Bis Ende des Jahrhunderts könnten die Windgeschwindigkeiten um zehn Prozent zunehmen», sagte der Direktor des Instituts für Küstenforschung in Geesthacht, Hans von Storch, unter Bezug auf Modellrechnungen. In den vergangenen 200 Jahren hätten sich Stürme kaum verändert. «Wir täuschen uns selbst in der Wetterwahrnehmung und nehmen ein jüngeres Ereignis immer als extremer wahr als ein weiter Zurückliegendes», sagte Storch.
Auch Mojib Latif vom IFM-Geomar in Kiel bezeichnete den diesjährigen Sommer als normal. «Wir haben vergessen, welche Sommer hierher gehören», sagte Latif. Die vergangenen Sommer seien einfach viel zu heiß und trocken gewesen. Er wies darauf hin, dass der Klimawandel schon längst zu beobachten sei. «Nun geht es darum, wie wir uns künftig verhalten», sagte Latif.
Samstag, 8. September, 09:10 Uhr
APEC-Gipfel einigt sich auf Klimaschutz-Erklärung
Sydney (AP) Die Staats- und Regierungschefs des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) haben sich bei ihrem Gipfeltreffen in Sydney auf eine Erklärung zum Klimaschutz geeinigt. Das teilte der australische Ministerpräsident John Howard am Samstag mit. Demnach wollen die 21 APEC-Staaten die Energieintensität - also den Energieverbrauch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt - bis zum Jahr 2030 um 25 Prozent verringern. Das Ziel wird aber nicht verbindlich festgeschrieben. Die Teilnehmer des APEC-Gipfels, unter ihnen US-Präsident George W. Bush sowie die Staatschefs aus Russland und China, Wladimir Putin und Hu Jintao, kamen am Samstag im Opernhaus von Sydney zusammen.
Samstag, 8. September, 15:12 Uhr
APEC-Staaten wollen sich für Klimaschutz stark machen
Sydney (AFP) - Die 21 Mitgliedstaaten des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums haben bei ihrem Gipfeltreffen in Sydney zu mehr Klimaschutz aufgerufen - sich selbst aber keine konkreten Ziele gesetzt. Vielmehr spricht das von den Staats- und Regierungschefs unterzeichnete Dokument nur von dem "Bestreben" der APEC-Staaten, ihre Energieintensität zu senken. Australiens Regierungschef John Howard sprach dennoch von einem "sehr wichtigen Meilenstein für ein sensibles internationales Abkommen". Am Gipfelort demonstrierten mehrere tausend Menschen.
Die Mitgliedstaaten der APEC repräsentieren zusammen mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung und praktisch die Hälfte des Welthandels. Laut Gipfelerklärung wollen sich die 21 APEC-Staaten darum bemühen, ihre Energieintensität bis 2030 um 25 Prozent zu senken.
Die Energieintensität setzt den Energieverbrauch in Bezug zum Bruttoinlandsprodukt. Verbindliche Ziele dafür scheiterten unter anderem an den USA und Gastgeber Australien. Sie sind die einzigen Industrienationen, die sich weigern, das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zu ratifizieren. Stattdessen wollen sie hin zu einem neuen Klimaabkommen, das aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China und Indien stärker einbezieht.
Eine solche stärkere Beteiligung der Entwicklungs- und Schwellenländer lehnt China aber ab. "Die Industrieländer müssen ihrer historischen Verantwortung und ihrem überhöhten Treibhausgasausstoß gerecht werden", forderte Präsident Hu Jintao. An die "reichen Staaten" müssten höhere Maßstäbe angelegt werden als beispielsweise an China. Die Volksrepublik und die USA sind die größten Umweltverschmutzer der Welt.
Klimaschützer zeigten sich enttäuscht. "Das ist kein Schritt vorwärts", sagte der australische Greenpeace-Chef Steve Shallhorn. "Es gibt keine verbindlichen Ziele." Die Umweltpolitik war neben dem Irakkrieg eines der großen Themen bei den Protesten. An ihnen beteiligten sich nach Angaben der Polizei bis zu 5000 Menschen, nach Angaben der Veranstalter waren es 10.000. Auf jeden Fall kamen die erwarteten 20.000 Demonstranten nicht zusammen. Ein Grund dafür war womöglich das schlechte Wetter mit Dauerregen.
Insgesamt blieben die Proteste weitgehend friedlich, nur ab und zu kam es zu Ausschreitungen. Aus Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen patrouillierten zahlreiche Polizisten in voller Kampfmontur durch Sydney. Außerdem wurde das Gipfelzentrum durch eine mehr als fünf Kilometer lange Mauer abgeriegelt.
Die Sydney-(V)erklärung zum Klimaschutz
Von Michael Richter, Greenpeace-Online, 10.9.07
Am Sonntag hat die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) ihr 19. Gipfeltreffen in Sydney beendet. In der Abschlusserklärung äußern sich die Teilnehmer auch zum Thema Klimaschutz. Doch bindende Vereinbarungen dazu sucht man vergeblich: Mit den USA und Australien sind gleich zwei Industrienationen in der APEC vertreten, die sich geweigert haben, das Kyoto-Klimaprotokoll zu ratifizieren.
Statt konkrete und innovative Maßnahmen zu beschließen, um die Klimazerstörung wirksam zu bekämpfen, wird in der Abschlusserklärung auf Kohle und Atomkraft als Lösungen gesetzt. Zudem sollen erstmal die Entwicklungsländer ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Kyotoprotokoll mit seinen Reduzierungszielen für den Kohlendioxidausstoß wird überhaupt nicht erwähnt.
Greenpeace spricht deshalb nicht von der Sydney-Erklärung der APEC-Staaten, sondern der Sydney-Verklärung. "Wenn US-Präsident George W. Bush und der australische Premier John Howard ernsthaft am Klimaschutz interessiert wären, würden sie einfach das Kyoto-Protokoll unterzeichen, wie es alle anderen Nationen getan haben", sagt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace.
In den kommenden Wochen wird eine Klimakonferenz auf die andere folgen - bis im Dezember die Kyoto-Nachfolgekonferenz auf der indonesischen Insel Bali stattfindet. Dazu Smid: "Gegenwärtig stellen wir fest, dass die Unverbindlichkeit der Beschlüsse mit der Anzahl der Konferenzen ansteigt. Dabei würde ein einziges Treffen ausreichen, die Industriestaaten müssten nur ihre Reduktionsverpflichtungen verbindlich und glaubwürdig gegenüber den Entwicklungsländern festlegen."
Samstag, 8. September, 03:43 Uhr
US-Studie: Zwei Drittel der Eisbären bis 2050 verschwunden
Washington (AP) Der Klimawandel führt einer US-Studie zufolge dazu, dass es Mitte des Jahrhunderts nur noch ein Drittel so viel Eisbären geben wird wie heute. Lediglich auf den arktischen Inseln im Norden Kanadas und an der Westküste Grönlands könnten sich einige der heute 16.000 Tiere umfassenden Population noch bis zum Ende des 21. Jahrhunderts halten, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung des US Geologic Survey. Eisbären gehen auf dem Meereseis auf Robbenjagd, an Land oder im Wasser erbeuten sie nur selten Tiere. Wenn das Eis wegen der globalen Erwärmung verschwinde, verschwinde auch der Eisbär, erklärten die Wissenschaftler.
Spielregeln für den Emissionshandel
WWF legt Versteigerungsmodell für Emissionszertifikate vor
WWF Pressemitteilung, 11.9.07
Berlin - Der WWF schlägt für die dritte Runde des Emissionshandels, die im Jahr 2013 beginnt, eine vollständige Versteigerung der Zertifikate vor. Die Auktionierung sei das einzige Instrument, das dem Verursacherprinzip gerecht werde. Mitnahmeeffekte von Seiten der Energieversorger könnten so ausgeschlossen werden und der Ausstoß von Kohlendioxid bekomme einen marktgerechten Preis.
Um die Vorteile der Versteigerung aufzuzeigen, legte der WWF eine Analyse des Öko-Instituts und der Universität Cambridge vor. Darin definieren die Wissenschaftler, die wichtigsten Eckpunkte für eine funktionsfähige Versteigerung mit höchstmöglicher Transparenz für alle Marktteilnehmer. Befürchtungen, die Versteigerung sei zu kompliziert, werden in der Untersuchung widerlegt. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Auktionierung nicht zu erhöhten Stromkosten führen müsse. „Es ist entscheidend, möglichst frühzeitig die Spielregeln für eine Versteigerung festzuzurren, damit sich die Unternehmen rechtzeitig auf die Rahmenbedingungen einstellen können“, betont Juliette de Grandpré vom WWF Deutschland. Zudem lasse sich so der Handel mit anderen zukünftigen Kohlenstoffmärkten, etwa in Kalifornien und anderen US-Bundesstaaten, die ebenfalls auf Auktionen setzen, wesentlich vereinfachen.
Im nächsten Jahr beginnt die zweite Phase des Europäischen Emissionshandelsystems (ETS). Hier stehen einige Neuerungen an: Nachdem in der Pilotphase, 2005 bis 2007, zunächst alle Zertifikate kostenlos auf der Basis zurückliegender Emissionen vergeben wurden, sollen ab 2008 in Deutschland erstmals rund neun Prozent der Verschmutzungsrechte versteigert werden. Für den WWF ist es wichtig, hier bereits die Bedingungen festzulegen, so dass die Versteigerung möglichst transparent, fair und einfach gestaltet wird. Im nächsten Jahr werde der Grundstein gelegt, damit die Versteigerung möglichst schnell funktioniere.
Die EU-Kommission überarbeitet bis Ende 2008 die Emissionshandelsgrundlagen. Der WWF fordert die Bundesregierung auf, sich bei dieser Revision für eine vollständige Versteigerung einzusetzen. Nur so lasse sich garantieren, dass CO2 einen Preis erhalte und Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen die Kosten für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase berücksichtigen.
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