AktuellRekordschmelze in Arktis
Sonntag, 16. September, 09:28 Uhr Eisfläche der Arktis auf Rekordtief abgeschmolzenParis (AP) Das Eis am Nordpol ist in diesem Jahr in dramatischer Weise zurückgegangen. Wie die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA) am mitteilte, ist die Eisfläche auf ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren gesunken. Die Eisfläche der Arktis ist demnach im vorigen Jahr um eine Million Quadratkilometer auf drei Millionen Quadratkilometer geschmolzen. Der bisherige Tiefstand lag nach Angaben der ESA im Jahr 2005 bei rund vier Millionen Quadratkilometern.Das Abschmelzen um eine Million Quadratkilometer in nur einem Jahr sei «extrem», erklärte am Freitag der dänische Wissenschaftler Leif Toudal Pedersen. Dies sei eine dramatische Beschleunigung gegenüber früher, da sich das Eis in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt nur um etwa 100.000 Quadratkilometer pro Jahr verringert habe. Experten machen die globale Erwärmung für das Abschmelzen des Eises verantwortlich. Dies könnte wirtschaftlich aber von großer Bedeutung sein, da sich damit ein wesentlich kürzerer Seeweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik für die Schifffahrt öffnet, die berühmte Nordwestpassage. Satellitenbilder der ESA zeigten, dass der kanadische Teil der Nordwestpassage inzwischen völlig eisfrei und für Schiffe befahrbar ist. Dies weckt Hoffnungen, dass der gesamte Seeweg vom Atlantik in den Pazifik früher als bislang angenommen vollständig für die Schifffahrt geöffnet werden könnte. Wann dies zu erwarten ist, wurde nicht gesagt. Der Weg an der sibirischen Küste entlang bleibt aber noch blockiert. Die Schätzungen, wann die Nordwestpassage durch den Klimawandel eisfrei sein wird, liegen derzeit weit auseinander. Im UN-Bericht zum Klimawandel war von 2070 die Rede, in anderen Berichten wird dies für 2040 erwartet. Durch die Nordwestpassage würden Schiffe bis zu 6.000 Kilometer an Fahrstrecke sparen. Umweltschützer sehen die Möglichkeit eines stärkeren Schiffsverkehrs in dem Gebiet aber kritisch. Sie befürchten, dass mögliche Ölunfälle das empfindliche Ökosystem beeinträchtigen könnten. Eine weitgehend eisfreie Arktis würde das Gebiet selbst auch wirtschaftlicher interessanter machen. Eine US-Studie kam jüngst zu dem Ergebnis, dass 25 Prozent aller bislang unentdeckten Öl- und Gasvorkommen in der Arktis liegen könnten. Russland hat in jüngster Zeit schon verstärkt territoriale Ansprüche geltend gemacht, die aber von den anderen Anrainern wie den USA und Norwegen zurückgewiesen werden. Donnerstag, 13. September, 13:18 Uhr Tuvalu schlägt wegen Erderwärmung AlarmSeoul (AFP) - Angesichts der für ihn lebensbedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels hat der kleine Pazifik-Staat Tuvalu die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen rasch zu reduzieren. Steige der Meeresspiegel durch die Erderwärmung mit der gleichen Geschwindigkeit an wie bisher, werde Tuvalu schon in wenigen Jahrzehnten untergehen, warnte Vize-Premierminister Tavau Teii die Teilnehmer einer internationalen Tagung zu den Auswirkungen des Klimawandels in der südkoreanischen Küstenstadt Yeosu. "Tuvalu ist heute eines der am gefährdetsten Länder der Welt."Die Inselgruppe mit ihren 11.000 Einwohnern liege inzwischen nur noch zwei Meter über dem Meeresspiegel und sei bei jedem Sturm bedroht, sagte Teii. Nach den Worten des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus ist die Erderwärmung für niedriggelegene Staaten wie Tuvalu und sein eigenes Heimatland Bangladesch "eine Frage von Leben und Tod". Yunus schlug eine Art "Ampelsystem" für Produkte vor, die je nach ihrer ökologischen Zusammensetzung mit Siegeln in den Farben grün, gelb oder rot versehen werden. Die Welt müsste sich zudem zu einer "einfachen Entscheidung" durchringen: "Jede Generation sollte sich dazu verpflichten, die Erde ein Stück sicherer zurückzulassen, als sie sie selbst vorgefunden hat." Sonntag, 16. September, 14:22 Uhr Merkel plant diplomatische Offensive zum KlimaschutzBerlin (AP) Bundeskanzlerin Angela Merkel plant eine neue diplomatische Offensive für den Klimaschutz. Vor der UN-Klimasonderkonferenz in New York und einem von den USA organisierten Klimagipfel in Washington Ende September meldete der «Spiegel» am Wochenende vorab, Merkel wolle vor allem darauf dringen, dass die USA im Rahmen der Vereinten Nationen an einem Klimaschutzabkommen mitwirken. Merkel hat eine Grundsatzrede zum Klimaschutz bei den UN für den 25. September angekündigt.In der Bundesregierung herrsche nach wie vor Sorge, dass US-Präsident George W. Bush versuchen könnte, die UN-Klimaschutzverhandlungen durch einen Parallelprozess zu «untertunneln», berichtete das Blatt. Misstrauen errege weiter die von Bush organisierte Washingtoner Konferenz der 16 größten Klimasünder-Staaten am 27. und 28. September. Die US-Regierung habe erst nach heftigem Drängen erlaubt, dass Politiker im Ministerrang teilnehmen. Für die Bundesregierung solle Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hinfahren. Die genannten Bedenken hatte die Bundesregierung schon im Frühjahr erhoben, als Bush die Konferenz ankündigte. Der US-Präsident hatte daraufhin beteuert, seine Initiative solle die UN-Verhandlungen nur ergänzen. Diese sollen im Dezember auf Bali in die entscheidende Phase gehen. Bis 2009 soll ein neues weltweites Klimaabkommen unter Dach und Fach sein, das das derzeit gültige Kyoto-Protokoll nach 2012 ablöst und das Tempo im Kampf gegen den Treibhauseffekt deutlich erhöht. Bisher stehen die USA in dem UN-Prozess abseits: Sie haben das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert und halten sich nicht daran. Sie wieder einzubinden gilt als Schlüssel dafür, dass auch die großen Schwellenländer China, Indien und Brasilien Verpflichtungen zum Klimaschutz eingehen. Donnerstag, 13. September, 03:58 Uhr Studie: Weniger Fleischkonsum könnte Klimawandel verlangsamenLondon (AP) Eine Reduzierung des Fleischkonsums könnte einer Studie zufolge die globale Erwärmung verlangsamen. Der Grund sei, dass dann weniger Nutztiere gehalten werden müssten, die das Treibhausgas Methan ausstoßen, erklärten die Autoren eines Artikels im Fachmagazin «The Lancet» am Donnerstag. Zum Verzehr bestimmte Tiere sind demnach für fast ein Viertel aller Emissionen weltweit verantwortlich. Weniger Nachfrage nach Fleisch sei «die einzige wirkliche Alternative», erklärte einer der Autoren, John Powles von der Cambridge University.Eine Verringerung des weltweiten Verzehrs von rotem Fleisch um zehn Prozent könnte der Studie zufolge die von Kühen, Schafen und Ziegen verursachten Gase reduzieren. Während Verbraucher in Industrienationen in der Regel rund 224 Gramm Fleisch pro Tag essen, sind es in Afrika etwa 31 Gramm. Ein weltweiter Durchschnitt von 90 Gramm pro Tag würde verhindern, dass das produzierte Methan den Klimawandel weiter beschleunige, sagte Powles. Damit verbunden seien auch positive Aspekte für die Gesundheit: Einer Studie zufolge sinkt das Risiko für Dick- und Mastdarmkrebs schätzungsweise um etwa ein Montag, 17. September, 07:28 Uhr Gabriel will scharfe Klimagrenzwerte für OberklassewagenBerlin (AP) Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat scharfe Klimaschutzgrenzwerte für spritfressende Oberklassewagen gefordert. «Ich will, dass man die Grenzwerte so festlegt, dass die Großen deutlich mehr senken müssen als die Kleinen», sagte der SPD-Politiker der «Berliner Zeitung». Bei Autos der Oberklasse, die viel Benzin verbrauchten, müsse der Verbrauch stärker gesenkt werden als bei Kleinwagen.Der Umweltminister plädierte für einen Abbau von Steuervorteilen für große Dienstwagen. «Das Dienstwagenprivileg sollte zumindest eingeschränkt werden», sagte Gabriel. Er bezeichnete es als abenteuerlich, wenn die Politik einerseits Obergrenzen für den Spritverbrauch festlege und andererseits den Spritverbrauch, der diese Grenzen überschreite, bei den Betriebskosten steuerlich fördere. Dagegen lehnte der Minister eine Einbeziehung des Autoverkehrs in den Emissionshandel ab. «Davon halte ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts», sagte Gabriel. Dies sei zu kompliziert und bürokratisch. Auch würde dies innerhalb der EU zu massiven Wettbewerbsverzerrungen führen. Mittwoch, 12. September, 15:04 Uhr Dekra: Kräftige CO2-Reduzierung schon jetzt machbarFrankfurt/Main (AP) Wer mit dem Klimaschutz beim Autofahren ernst machen will, braucht das nicht auf die lange Bank zu schieben. Mit schnell greifenden Maßnahmen kann nach Angaben der Sachverständigenorganisation Dekra der CO2-Ausstoß von Fahrzeugen gewaltig gesenkt werden. «Sehr rasch lassen sich 15 Millionen Tonnen CO2 einsparen - das sind fast zehn Prozent des jährlich durch den Verkehr verursachten C02-Ausstoßes in Deutschland», sagte Dekra-Chef Klaus Schmidt am Mittwoch auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main.Allein durch Fahrerschulungen könnte der CO2-Ausstoß um 6 Millionen Tonnen gesenkt werden, sagte Schmidt und verwies auf eine Dekra-Studie mit Fahranfängern. Den dicksten Batzen zum Sparpaket würde eine Verbesserung des Verkehrsflusses vor allem in den Ballungsräumen beitragen. «Ließen sich Verkehrsstaus durch Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und den Einsatz moderner Informationstechnologien zur Verkehrssteuerung um 50 Prozent reduzieren, ergäbe sich kurzfristig ein Einsparpotenzial von 8 Millionen Tonnen CO2», erklärte Schmidt. Wesentlich kleiner ist laut Dekra der Beitrag, der sich durch technische Kniffe erreichen lässt. So sehen die Dekra-Experten bei der Start-Stopp-Automatik ein CO2-Einspapotenzial von 3 Prozent, bei einem Abspecken der Motoren 5Prozent,, bei einer Schaltpunktanzeige 2 Prozent, bei Leichtbaureifen und Leichtbauweise weitere 3 Prozent und bei optimierter Getriebetechnikk 5 Prozent. Freitag, 14. September, 04:04 Uhr Porsche droht EU wegen Abgaswerten mit KlageFrankfurt/Main (AP) Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche will die Europäische Union verklagen, falls die EU-Kommission für jeden Autohersteller künftig einen Abgaswert von 120 Gramm Kohlendioxid festlegen sollte. Das sagte ein Porsche-Sprecher der «Süddeutschen Zeitung».In der Kommission wird die Senkung des durchschnittlichen Co2-Ausstoßes der gesamten Fahrzeugflotte eines Herstellers auf 120 Gramm Kohlendioxid bis 2012 erwogen. Heute liegt die Industrie bei 147 Gramm. Die meisten Hersteller haben die Einhaltung einer solchen Vorgabe versprochen. Eine EU-Entscheidung über einen neuen niedrigeren Grenzwert gibt es noch nicht. Porsche, der nur PS-starke Modelle anbietet und die strengen Vorschriften niemals einhalten könnte, verlangt dagegen eine Lösung, die zwischen verschiedenen Autoklassen unterscheidet. Sport- und Geländewagen müssten anders behandelt werden als Limousinen oder Kleinwagen. «Das ist die gerechteste Maßnahme, um alle Fahrzeugklassen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen», sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Wiedeking sieht die Existenz von Porsche gefährdet, sollte der geplante Durchschnittswert von 120 Gramm Kohlendioxid zur Vorschrift werde. Ein Porsche-Sprecher sagte, das Unternehmen werde für diesen Fall eine Klage auf Gleichbehandlung anstreben. «Dann müssen wir Rechtsmittel einlegen.» Es sei ungerecht, wenn italienische oder französische Kleinwagenhersteller die EU-Vorgaben erreichen könnten, ohne ihre Emissionen zu verbessern. Das sei eine Verzerrung des Wettbewerbs. Auch Volkswagen strebt eine Lösung an, die verschiedene Fahrzeugsegmente berücksichtigt. Andere deutsche Autohersteller wie Opel, BMW oder Mercedes teilten laut SZ mit, für sie sei das Erreichen der EU-Ziele kein Problem. Am Donnerstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) angekündigt, die deutsche Autoindustrie zu unterstützen. Die Lasten müssten zwischen verschiedenen Fahrzeuggruppen «fair verteilt werden». Der Präsident des Verbandes der deutschen Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, widersprach im Namen der deutschen Hersteller dem Vorwurf, deren Umweltbemühungen seien nur halbherzig. In einem Gastbeitrag für die Onlineausgabe der «Sächsischen Zeitung» verwies Wissmann darauf, dass die Messe mit einer Vielzahl neuer und verbrauchsgünstiger Modelle den Beweis dafür antrete, dass die Automobilindustrie die Herausforderung des Klimaschutzes annehme. Der VDA-Präsident stellte klar, dass die deutsche Autoindustrie nicht generell gegen eine Absenkung der Schadstoffgrenzen sei - «aber dabei dürfen nicht alle Hersteller über einen Kamm geschoren werden.» Gerade Hunderttausende Arbeitnehmer am Standort Deutschland lebten von überdurchschnittlichen Erfolgen der Hersteller im Premium-Bereich. Darum müsse es für die großen Fahrzeugklassen gesonderte Schadstoffgrenzen geben, um diesen Erfolg nicht zu gefährden. Mittwoch, 12. September, 15:34 Uhr Biosprit soll Autobauern Abgasziele sichernFrankfurt/Main (AP) Beim Kampf gegen den CO2-Ausstoß ruft die Autoindustrie um Hilfe: Mercedes, VW, Fiat und Co. wollen Autofahrer in die Pflicht nehmen und ihren Gasfuß ruhig stellen. Aber auch der Treibstoff selbst kommt immer mehr in den Blick der Autobauer. Höhere Anteile von Biodiesel oder Biobenzin, das nicht aus Erdöl sondern aus Pflanzen erzeugt wurde, soll die Ökobilanz schönen. Der europäische Zusammenschluss der Autobauer, ACEA, forderte auf der IAA einen «integrierten Ansatz», der nicht nur sparsamere Wagen umfasst, sondern auch mehr Öko-Sprit. Das ist einfacher gesagt als getan.Grundsätzlich ist die Idee bestechend: Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen ist anders als erdölbasierter Treibstoff praktisch CO2-neutral. Das Problem: Woher soll all der Biosprit kommen? Als erste Lösung zeichnete sich schon vor Jahren Biodiesel ab: Biodiesel wird in Deutschland vorwiegend aus Rapsöl aber auch aus recycelten Ölen oder Fetten hergestellt. Wichtigster Lieferant sind Ölmühlen: Aus dem Samen der Rapspflanze (Ölgehalt 40-45 Prozent) gewinnen sie Rapsöl. Je Hektar können 1.500 Liter Biodiesel produziert werden. Der Absatz an Biodiesel wuchs auch wegen Steuererleichterungen bis 2006 auf 2,9 Millionen Tonnen in Deutschland, laut Biokraftstoffindustrie 7 Prozent des Gesamtabsatzes. Doch die Erfolgsgeschichte ist in Gefahr: Seit Anfang 2007 laufen die Steuerermäßigungen aus. Der steigende Absatz hatte zu große Löcher bei den Einnahmen gerissen, die Geduld des Finanzministeriums war vorbei. Die steigende Steuerbelastung macht Biodiesel uninteressanter für die Kunden, denn der reine Herstellungspreis liegt weiter über den Kosten für Diesel aus Erdöl. Weiterer Kritikpunkt: Wegen der hohen Nachfrage deuten sich höhere Preise für Lebensmittel auf Rapsölbasis an. Außerdem werden von der Rapspflanze nur die Saaten für die Spriterzeugung genutzt, was als Verschwendung kritisiert wird. Auch beim Benzin-Pendant von Biodiesel, dem Bioethanol, ist die Lage verworren: Die Erzeugung in Deutschland ist sehr gering, anders als etwa in Brasilien, wo Biobenzin aus Zuckerrohr einen großen Teil der Autos antreibt. Aber als Beimischung in kleinen Teilen zu herkömmlichem Benzin ist Bioethanol schon weit verbreitet. Doch steigende Lebensmittelpreise durch die Konkurrenz etwa um den Mais wecken Zweifel am Bioethanol. Auch könnte der großflächige Anbau von Pflanzen hierfür schwere ökologische Schäden hervorrufen, etwa Erosion durch Monokulturen. Dennoch hat die Bundesregierung im Biokraftstoffquotengesetz eine Zwangsbeimischung von Biosprit vorgeschrieben. Seit Januar muss die Mineralölwirtschaft einen Mindestanteil von Biokraftstoffen beinmischen. So soll der Biodieselanteil beim Diesel 4,4 Prozent betragen und im Benzinmarkt zunächst 1,2 Prozent Bioethanol Verwendung finden. Im Jahr 2010 soll der Biokraftstoffanteil am Gesamtkraftstoffmarkt 6,75 Prozent betragen und weiter steigen. Unternehmen aus Sachsen als Pionier Den Durchbruch sollen Biokraftstoffe der zweiten Generation bringen, wie sie etwa das Unternehmen Choren aus Freiberg in Sachsen anbietet: Anders als beim alten Biodiesel wird bei Choren die ganze Pflanze verarbeitet, so dass pro Hektar Acker drei Mal mehr Diesel erzeugt werden kann. Choren hat ein Vergasungsverfahren entwickelt, das praktisch aus jeder Pflanzenmasse Biodiesel herstellen kann, der bei Choren Sunfuel heißt. Das Produkt ist außerdem noch wesentlich motorenfreundlicher als Biodiesel der ersten Generation. Eine 15.000-Tonnen-Produktionsanlage soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Biokraftstoffe der zweiten Generation (BTL) werden bis 2015 weiterhin steuerlich gefördert. BTL steht für «Biomass-to-Liquid», der Fachbegriff für den neuen Sprit. Nach Berechnungen von Choren werden jedes Jahr allein in Deutschland 40 Millionen Tonnen Stroh untergepflügt, was umgewandelt zu Sunfuel 14 Prozent des Dieselbedarfs decken würde. Sunfuel ließe sich mit etwas Aufwand auch zu Benzin umraffinieren. Ob die neue Technik auch im großen Maßstab zu marktfähigen Preisen arbeitet, ist noch offen. Aber je teurer Öl wird, desto näher rückt die Rentabilität. Montag, 10. September, 10:39 Uhr Lula auf Werbetour für Biokraftstoffe in SkandinavienHelsinki (AFP) - Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat eine Europareise begonnen, auf der er für die in seinem Land verbreiteten Biokraftstoffe werben will. Nach seiner Ankunft am Sonntag in Finnlands Hauptstadt Helsinki wollte er am Montag mit seiner finnischen Kollegin Tarja Halonen und Regierungschef Matti Vanhanen zusammentreffen. Anschließend sind Stationen in Schweden, Dänemark und Norwegen geplant.Freitag, 14. September, 11:37 Uhr Hilfe für Klimaschutz in Bosnien und ArmenienBerlin (AP) Für den Ausbau der Wind- und Wasserkraft in Bosnien und Herzegowina stellt die Bundesregierung 36 Millionen Euro zur Verfügung. Das Entwicklungsministerium teilte am Freitag in Berlin mit, mit der deutschen Zusage werde der Startschuss für den ersten Windpark des Balkanstaats gegeben. Darüber hinaus fördert das Ministerium den Klimaschutz in Armenien mit rund 32 Millionen Euro.Freitag, 14. September, 08:46 Uhr UN-Programm veranstaltet Konferenz zu Schutz der OzonschichtNairobi (AFP) - Im Kampf gegen die Zerstörung der Ozonschicht veranstaltet das UN-Umweltprogramm (UNEP) kommende Woche eine internationale Konferenz im kanadischen Montreal. Von Montag bis Freitag kommender Woche sollten die unterschiedlichen Vorschläge von neun Industrie- und Schwellenländern zur Verringerung von ozonschädigenden Gasen diskutiert werden, wie die UNEP in Nairobi mitteilte. Zugleich erinnere das Treffen an den Abschluss des Montrealer Protokolls vor 20 Jahren über den fortschreitenden Verzicht auf Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen.Neue wissenschaftliche Auswertungen hätten ergeben, dass eine schnellere Verringerung der schädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) nicht nur zur Erholung der Ozonschicht beitrügen, sondern auch "eine wichtige Rolle bei der Lösung einer anderen zentralen Umweltherausforderung, dem Klimawandel" spiele, hieß es in der Erklärung weiter. Das Protokoll von Montreal sieht ein vollständiges FCKW-Verbot für Industriestaaten bis 2030 sowie für Entwicklungsländer bis 2040 vor. Derzeit prüfen Wissenschaftler und einige Regierungen jedoch ein früheren Ende der Produktion und des Einsatzes von FCKW-Gas, das insbesondere bei der Herstellung von Sprays sowie Kühl- und Löschmitteln verwendet wird. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor den Kampf für den Erhalt der Ozonschicht als "eine der größten Erfolgsgeschichten der internationalen Zusammenarbeit" bezeichnet. Die Welt-Meteorologieorganisation (WMO) teilte am Mittwoch mit, dass das Ozonloch in diesem Jahr kleiner bleiben dürfte als 2006. Die Ozonschicht liefert den Lebewesen auf der Erde einen natürlichen Schutzschild gegen schädliche ultraviolette Strahlung, die Sonnenbrand, Hautkrebs und Schäden an Pflanzen verursachen kann. » zurück |
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