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Aktuell
Al Gore warnt
Donnerstag, 25. Oktober, 01:28 Uhr
Nobelpreisträger Al Gore warnt vor «planetarer Notsituation»
Wien (AP) Angesichts der globalen Erwärmung hat der diesjährige Friedensnobelpreisträger Al Gore vor einer «planetaren Notsituation» gewarnt. Das Eis an den Polkappen könnte wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bereits in einer Generation abgeschmolzen sein, sagte Gore am Mittwochabend in Wien. Dies sei ein Resultat der vom Menschen verursachten globalen Klimaerwärmung und stelle eine «große Bedrohung für die Zukunft der Menschheit» dar.
Gore sprach auf Einladung des Mobilfunkunternehmens Mobilkom vor über 900 geladenen Gästen. Dabei führte er zahlreiche Beispiele aus seinem Dokumentarfilm «Eine unbequeme Wahrheit» an. Auch die dramatische Lage in dem von Waldbränden heimgesuchten Südkalifornien verdeutliche den Klimawandel, erklärte Gore. Dort habe es in diesem Jahr weniger als drei Zentimeter Regen gegeben und die Temperaturen seien in den vergangenen Tagen um zehn Grad höher gewesen als im Durchschnitt.
Gore gewann in diesem Jahr zusammen mit dem UN-Weltklimarat (IPCC) den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung. Vor seinem Besuch in Österreich war der frühere US-Vizepräsident am Dienstag in Berlin.
Dienstag, 23. Oktober, 19:52 Uhr
Gore fordert Notsitzung zum Klimawandel
Berlin (AP) Friedensnobelpreisträger Al Gore hat die Staats- und Regierungschefs angesichts der globalen Bedrohung durch den Klimawandel zu einer außerordentlichen Krisengipfel aufgerufen. Das Treffen sollte Anfang 2008 unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden, sagte der ehemalige US-Vizepräsident am Dienstagabend in Berlin. Auch danach sollte es alle drei Monate ein solches Treffen geben, und zwar so lange, «bis wir das Leben der nachfolgenden Generationen gerettet haben», sagte Gore.
Vor rund 300 geladenen Gästen rief Gore erneut eindringlich zum engagierten Kampf gegen den Klimawandel auf. «Wir haben einen weiten Weg vor uns», sagte er. Die Industrie forderte er auf, diesen Weg mitzugehen.
Gore hielt seine Ansprache zum Abschluss eines Klimagipfels, zu dem der Energiekonzern EnBW eingeladen hatte. Allerdings durfte nur über das kurze Eingangsstatement des Nobelpreisträgers berichtet werden.
Für den späten Abend stand Gores Vortrag zum Thema «Eine unbequeme Wahrheit» auf dem Programm. So heißt auch sein mit einem Oscar prämierter Dokumentarfilm, in dem Gore vor dem weltweiten Klima-GAU warnt.
Gore erklärte, er werde sein Honorar für die Rede dem Bündnis für Klimaschutz spenden. Dabei handelt es sich um eine überparteiliche, gemeinnützige Organisation, die in den USA und weltweit das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Klimaproblems schärfen will.
Mittwoch, 24. Oktober, 13:25 Uhr
Al Gore in Berlin
Berlin (ddp). «Von wegen Klimaerwärmung» ging es einem Journalisten vor dem Tipi-Zelt am Kanzleramt über die Lippen. Dort sollte der ehemalige US-Vizepräsident und frisch gekürte Friedensnobelpreisträger Al Gore seine Präsentation «Eine unangenehme Wahrheit» zum Klimawandel halten. Doch trotz erfolgreicher Akkreditierung waren die Türen für die Medienvertreter zunächst geschlossen - sie mussten in der Kälte warten. Erst als die VIPs ihren Weg ins Warme gefunden hatten, war drinnen Platz für alle. Und wo man hinkam, wurden die Gäste auf das Problem des Klimawandels hingewiesen: Ständig schmelzende und tropfende Eisblöcke standen auf den Tischen und selbst auf der Bartheke.
Das Abendprogramm sollte der krönende Abschluss des Zweiten Deutschen Klimakongresses werden, den der Energieriese EnBW von der Berliner PR-Agentur «We Do» veranstalten ließ. Und sicher haben sich die EnBW-Manager gefreut, als vor knapp zwei Wochen klar wurde, dass Al Gore den Friedensnobelpreis erhalten würde. Vorher hatten sie ja «nur» den ehemaligen US-Vizepräsidenten eingeladen. Mit der Meldung aus Oslo hatten sie nun einen offiziellen Weltretter engagiert.
Über dessen Präsentation - und das sorgte für einigen Unmut - durfte nicht berichtet werden. Aus Gründen des Urheberrechts und auf besonderen Wunsch Gores hin mussten sich die Medienvertreter sogar damit einverstanden erklären, nach seinem kurzen Eingangsstatement alle Aufnahmegeräte außerhalb des Veranstaltungsraums zu deponieren. Über alles Folgende sollte niemand etwas aus den Medien erfahren.
Das Statement Gores, für das eigentlich nur fünf Minuten kalkuliert waren, brachte dann keine neuen Erkenntnisse. Er redete 17 Minuten energisch und überzeugend auf das Publikum ein, mahnte, den Klimawandel zu realisieren und dagegen vorzugehen. Gore sprach von «unseren Kindern und Enkeln», die auf 2007 zurücksehen werden und über unser Verhalten urteilen - je nachdem, was passiert ist.
Die Staatschefs dieser Welt forderte er mit Blick auf den Weltklimagipfel im Dezember in Bali auf, sie sollten sich Anfang 2008 zu einer Sitzung bei den UN treffen, um das Ergebnis der Konferenz zu begutachten. Der Vertrag, der dort besprochen wird, müsse außerdem schon 2010 in Kraft treten und nicht erst 2012, um die USA und China schneller miteinzubeziehen. «Ich glaube, die Staatschefs sollten sich dann alle drei Monate treffen, bis ein Vertrag ausgehandelt ist», sagte er unter Applaus.
Dienstag, 23. Oktober, 20:04 Uhr
Gore und Merkel mahnen weltweiten Klimaschutz an
Berlin (AP) Kanzlerin Angela Merkel und Friedensnobelpreisträger Al Gore haben gemeinsam zum weltweiten Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Bei einem Treffen mit Merkel erklärte Gore am Dienstag in Berlin, die Klima-Krise sei die wichtigste Herausforderung, der sich die Staatengemeinschaft stellen müsse. Der ehemalige US-Vizepräsident rief außerdem zu einem regelmäßigen Klima-Krisengipfel aller Staatschefs auf. Journalisten protestierten unterdessen gegen Beschränkungen bei der Berichterstattung über einen Vortrag Gores.
Gore lobte bei einem kurzfristig anberaumten Treffen mit Merkel im Kanzleramt deren «hervorragende Arbeit» während der G-8-Präsidentschaft. Merkel scheue sich nicht, auch große Staaten wie China immer wieder auf das Thema hinzuweisen. «Ich selber bin optimistisch, dass wir bald einen großen Wandel darin beobachten werden, wie die Welt mit dieser Krise umgeht. Und wenn es einen Wandel gibt, dann ist das in nicht geringer Weise auch der Führung von Kanzlerin Merkel zu verdanken», sagte Gore.
Merkel erklärte, sie halte den Klimawandel für eine der großen globalen Herausforderungen und lobte Gores Eintreten für den Klimaschutz. «Ich bin sehr froh, dass ich Al Gore heute hier treffen darf», freute sich die CDU-Politikerin. Gore habe viel zum Klimaschutz auf der Welt beigetragen.
Journalisten protestieren
Nach dem Treffen sollte der frühere US-Vizepräsident im Rahmen eines Festessens vor rund 300 geladenen Gästen einen Vortrag zum Thema «Eine unbequeme Wahrheit» halten. So heißt auch sein mit einem Oscar prämierter Dokumentarfilm, in dem Gore vor dem weltweiten Klima-GAU warnt. Gores Auftritt stand im Zusammenhang mit einem Klimagipfel, zu dem der Energiekonzern EnBW eingeladen hatte.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestierte dagegen, dass Journalisten, Fotografen und Kameraleute eine Berichterstattung über den Vortrag untersagt wurde. «Das ist ein klarer Eingriff in die Freiheit der Berichterstattung», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Gore könne nicht den Vortrag, für den er den Friedensnobelpreis erhalten habe, gegenüber den Medien zur Geheimsache erklären.
«Aus urheberrechtlichen Gründen darf nur über das fünfminütige Eingangsstatement berichtet werden», sagte eine EnBW-Sprecherin der AP. Das sei von Gores Agentur so verfügt worden.
In seinem Statement appellierte Gore an die Staats- und Regierungschefs, zunächst Anfang 2008 unter dem Dach der Vereinten Nationen einen außerordentlichen Krisengipfel abzuhalten. Auch danach sollte es alle drei Monate ein solches Treffen geben, und zwar so lange, «bis wir das Leben der nachfolgenden Generationen gerettet haben», sagte Gore.
Gore erklärte, er werde das Honorar für seinen Vortrag dem Bündnis für Klimaschutz spenden. Dabei handelt es sich um eine überparteiliche, gemeinnützige Organisation, die in den USA und weltweit das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Klimaproblems schärfen will.
Mittwoch, 24. Oktober, 06:49 Uhr
Geringere Biodiversität bei steigenden Temperaturen
Washington (AP) Die Untersuchung von Fossilien hat belegt, dass Perioden einer globalen Erwärmung in der Naturgeschichte stets mit einem massenhaften Artentod verbunden waren. «Je höher die Temperaturen, desto größer das Ausmaß der Ausrottung», sagte der britische Ökologe Peter Mayhew zu einer von ihm mitverfassten Studie, deren Ergebnisse am Mittwoch von der Fachzeitschrift «Proceedings of the Royal Society B» vorgestellt wurden.
Vier von fünf Fällen einer Auslöschung ganzer Arten im Verlauf von 520 Millionen Jahren fanden den Forschern zufolge in Zeiten statt, für die ein Anstieg der Meerestemperatur in tropischen Breiten nachgewiesen werden kann. Die Wissenschaftler befürchten, dass dies nun erneut geschehen kann, allerdings nicht innerhalb von Millionen Jahren, sondern bereits in wenigen Jahrzehnten.
Mayhew und seine Forscherkollegen konnten nachweisen, dass eine hohe Biodiversität, wie die Artenvielfalt genannt wird, von niedrigen Temperaturen begünstigt wird, während bei höheren Temperaturen Arten eher aussterben. Einen massenhaften Artentod gab es zuletzt vor 65 Millionen Jahren, als unter anderem die Dinosaurier ausstarben. Auch damals waren die Temperaturen überdurchschnittlich hoch, wobei die Ursachen nicht geklärt sind.
Mittwoch, 24. Oktober, 02:16 Uhr
Weißes Haus streicht Expertenbericht zum Klimawandel zusammen
Washington (AP) Die US-Regierung hat einen Expertenbericht zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels drastisch gekürzt und abgeschwächt. So wurden vor der Anhörung von Julie Gerberding am Dienstag im Senat konkrete Informationen über mögliche Krankheiten aus dem Dokument gestrichen, wie aus unterrichteten Kreisen in Washington verlautete.
Es ist üblich, dass das Weiße Haus die vorbereiteten Dokumente für Anhörungen im Kongress redigiert. Dass der Bericht der Direktorin des Zentrums für Seuchenkontrolle und Vorbeugung (CDC) von 16 auf 4 Seiten gekürzt worden sei, habe jedoch Erstaunen hervorgerufen, verlautete aus Kreisen der Behörden. Die am Dienstag schließlich im Umweltausschuss des Senats vorgetragene Version hatte dann einen Umfang von sechs Seiten. Gestrichen wurde unter anderem die Information zur Zahl der Personen, bei denen mit gesundheitlichen Problemen aufgrund des Klimawandels gerechnet werden muss.
Bei der Befragung durch die Abgeordneten nannte Gerberding zwar zusätzlichen Informationen, nannte aber keine konkreten Detwails etwa zur Art der Gesundheitsrisiken. Die CDC-Direktorin sagte, es sei damit zu rechnen, dass der Klimawandel «eine große Bandbreite von Wirkungen auf die Gesundheit der Amerikaner haben werde».
Dienstag, 23. Oktober, 13:29 Uhr
Naturschützer mit Umweltpolitik der Koalition unzufrieden
Schwerin (ddp-nrd). Die Naturschutzverbände haben der Umweltpolitik der vor knapp einem Jahr gebildeten SPD/CDU-Landesregierung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Naturschutzbund (NABU), die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) und die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft des Landes kritisieren insbesondere das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin. Das Vorhaben richte sich gegen alle klimapolitische Vernunft, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag am Dienstag in Schwerin. Das Kraftwerk würde mit dem Greifswalder Bodden eines der empfindlichsten Ökosysteme Mecklenburg-Vorpommerns gefährden. Sie verwies auf den Schadstoffausstoß und die Folgen für Tourismus- und Fischereiwirtschaft.
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