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Aktuell

Weltklimarat-Treffen

Montag, 12. November, 07:09 Uhr

Beratungen über letzten Teil des Weltklimaberichts beginnen

Valencia (AFP) - Im spanischen Valencia beraten von heute an Regierungsdelegationen und Klimaforscher über den letzten Teil des 4. Weltklimaberichts. Der so genannte Synthese-Bericht fasst die drei bereits vorliegenden Teilberichte des Weltklimarats (IPCC) zusammen und ist die Essenz des aktuellen Wissens über die Erderwärmung. Der Synthese-Bericht wird von Regierungsvertretern aus über hundert Ländern verabschiedet und am Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Begleitet wird er von einer knappen politischen Bewertung, die die Regierungen bei ihrer Klimapolitik leiten soll. Die Daten des Weltklimarats liefern wichtige wissenschaftliche Grundlagen für die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen des Klimaschutzprotokolls von Kyoto, die im Dezember auf Bali beginnen.


Sonntag, 11. November, 21:58 Uhr

Das geistige Rüstzeug für Bali

Valencia (AP) Wissenschaftler und Regierungsvertreter aus 145 Staaten der Welt treffen am (morgigen) Montag in Spanien zusammen, um letzte Hand an den vierten und vorerst letzten UN-Bericht zur globalen Klimaerwärmung zu legen. Auf rund 30 Seiten werden sie in Valencia die wichtigsten Ergebnisse der drei vorausgegangenen Studien zusammenfassen und in eine Sprache zu übersetzen versuchen, die Politiker und Bürokraten verstehen. Wenn es also nur ein Dokument gäbe, das Klimapolitiker in ihre Aktentasche packen dürften, dann wäre es genau dieser Bericht.

Die Erklärung von Valencia wird die wichtigste Bezugsgröße sein für die im Dezember auf Bali in Indonesien stattfindenden Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll. Die USA als weltgrößter Emittent von Treibhausgasen haben das 2012 auslaufende Protokoll mit verbindlichen Richtwerten für den CO2-Ausstoß nie ratifiziert, sollen aber jetzt mit ins Boot geholt werden. Das gleiche gilt für Australien und viele Entwicklungsländer, die ebenfalls bislang abseits stehen.

Die Warnungen des 1988 gegründeten Weltklimarats (IPCC), der hinter den drei UN-Klimaberichten steht, haben zuletzt stark an Gewicht gewonnen: Gemeinsam mit dem früheren US-Vizepräsident Al Gore wurde der Rat mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dieser moralische Auftrieb und die kaum noch wegzudiskutierenden Indizien für einen Klimawandel lassen die Aussichten wachsen, dass auf «Bali ein Durchbruch erzielt werden muss, um Verhandlungen in Gang zu setzen», erklärt der Leiter des UN-Klimareferats, Yvo de Boer. «Eine Kleinigkeit wird das aber nicht.»

In den vergangenen Monaten kursierte bei Regierungen, Wissenschaftlern und Umweltorganisationen bereits ein 60 Seiten umfassender Entwurf für die Erklärung von Valencia - ein Destillat der drei bereits veröffentlichten UN-Berichten von insgesamt 4.000 Seiten. Die Autoren haben sich bereits in der vergangenen Woche in Valencia versammelt, um einige der eingegangenen Reaktionen in das Abschlussdokument aufzunehmen. Zeile für Zeile muss der Bericht im Konsens angenommen werden - und manchmal genügt schon ein einziges Wort, um heftige Diskussionen auszulösen.

Politisches Tauziehen

Das Abschlussdokument soll dann am kommenden Samstag im Beisein von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. «Es wird einige Streiterei über den Text geben», besonders was die Dringlichkeit und die Wahrscheinlichkeit der prognostizierten Ereignisse betrifft, wie Peter Altman von der in Washington ansässigen Lobbygruppe Nationale Umweltstiftung (NET) voraussagt.

Trotz des Tauziehens ist der politische Einfluss auf das Dokument notwendig, da die Staaten sich praktisch später nicht wieder davon distanzieren können. «Wenn die Zusammenfassung erst einmal angenommen worden ist, wird sie gewissermaßen zum Eigentum der Regierungen», erläutert Bert Metz. Das Mitglied der niederländischen Umweltagentur Netherlands Environmental Assessment Agency (MNP) ist einer von 40 Wissenschaftlern, die an dem Entwurf für das Abschlussdokument gearbeitet haben. «Es wird schwierig, die Folgerungen zu ignorieren, die sie einmal unterzeichnet haben.»


IPCC-Konferenz signalisiert der Welt: Klimaerwärmung muss entschlossen bekämpft werden

BUND Pressemitteilung, Berlin/Valencia 11.11.2007

Auch der vierte Bericht des ab morgen im spanischen Valencia tagenden Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird deutlich machen, dass die Reduzierung der Klimagase zuerst Aufgabe der Industriestaaten ist. Die Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt, sieht beim Schutz des globalen Klimas zwar auch die Schwellenländer in der Pflicht. Die CO2-Emissionen müssten jedoch hauptsächlich von jenen deutlich verringert werden, die in der Vergangenheit die größten Mengen des Klimagiftes in die Atmosphäre entlassen haben und dies weiterhin tun.

Zahrnt: "Die Weltklimaberichte liefern umfangreiche Daten über die Ursachen der Erderwärmung. Hurrikans wie Katrina, Orkane wie Lothar und Kyrill, Hochwasserfluten und extreme Dürren gehören zu den schwerwiegenden Folgen. Hauptverantwortlich für die Klimaerwärmung sind die Industriestaaten. Deshalb müssen sie zuerst und vor allem schnell ihre Treibhausgase verringern."

Besonders beunruhigend seien die Forschungsergebnisse des IPCC zum Abschmelzen der arktischen Gletscher und zum Auftauen der sibirischen Permafrostböden. Die Eismassen der Arktis erwiesen sich als wesentlich instabiler als vorhergesagt. Ihr Abschmelzen könne dazu führen, dass der Meeresspiegel um mehrere Meter steige. Und die Methanemissionen der auftauenden Permafrostböden heizten die Erderwärmung zusätzlich an. Die Folgen insbesondere in jenen Regionen, wo die Menschen in extremer Armut leben, wären dramatisch. Hinzu komme, dass dort die Mittel für Anpassungsmaßnahmen fehlten.

Zahrnt: "Die Ergebnisse der UN-Klimaforscher sind hieb- und stichfest. Keines der Argumente der so genannten Klimaskeptiker hält noch der Überprüfung stand. Inzwischen erkennen sogar Vertreter großer Ölkonzerne den Ernst der Lage. Wer die Klimaerwärmung weiter leugnet, macht sich mitschuldig, dass die Vergeudung wertvoller Energieressourcen weitergeht."

Die im Dezember in Bali stattfindende Weltklimakonferenz müsse das Startsignal für ein Nachfolgeabkommen des im Jahr 2012 auslaufenden Kyoto-Klimaprogramms geben. Deutschland könne zu einem erheblichen Teil dazu beitragen, dass der globale Klimaschutz gelinge. Das Ziel, die nationalen Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren, dürfe auf keinen Fall aufgeben werden. Leider seien bisher lediglich drei der rund dreißig angekündigten Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg gebracht worden. Die Bundesregierung müsse deutlich an Tempo zulegen. Nur dann werde sie andere Staaten zu mehr Klimaschutz bewegen können.


Freitag, 9. November, 00:34 Uhr

UN-Generalsekretär fordert Bekämpfung des Klimawandels

Santiago (AP) UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat mit einem dringlichen Appell zur Bekämpfung des globalen Klimawandels aufgerufen. «Wir müssen uns aktiv dafür einsetzen, der globalen Herausforderung des Klimawandels zu begegnen», forderte Ban. Die Folgen des Klimawandels stellen eine ernsthafte und weltweite Bedrohung für die Entwicklung der Menschheit dar, wie Ban am Donnerstag in Santiago sagte. Vor Chile besucht der UN-Generalsekretär im Rahmen einer zwölftägigen Reise Argentinien.

Es sei eine seiner obersten Prioritäten für eine internationale Bekämpfung des Klimawandels zu kämpfen, erklärte Ban. Am Freitag wollte er in die Antarktis fliegen, um sich selbst ein Bild vom Abschmelzen der Gletscher zu machen. Im Anschluss wird er nach Brasilien, Spanien und Tunesien reisen. In Santiago nahm Ban zusammen mit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet und dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero an einer internationalen Konferenz zur Entwicklungspolitik teil.


So Nov 11, 2007 11:24 MEZ138

UN-Chef Ban bezeichnet Klimawandel in der Antarktis als Notfall

Eduardo-Frei-Station (Reuters) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Staatengemeinschaft nach einem Besuch in der Antarktis zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen den Klimawandel aufgefordert.

Vor allem die Industrieländer seien zum Handeln aufgerufen, sagte Ban am Wochenende im Nationalpark Torres del Paine im Süden Chiles. Zuvor hatte er als erster Chef der Vereinten Nationen drei Forschungsstationen in der Antarktis besucht, um sich einen Eindruck von den Auswirkungen der Erderwärmung auf das ewige Eis zu machen.

"Was wir gesehen haben, war sehr beeindruckend und schön, außerordentlich schön", sagte Ban am Freitag nach einem Rundflug über schmelzende Eisfelder auf dem südlichsten Kontinent, an deren Rändern das Abbrechen von Gletscherstücken von der Größe von Mehrfamilienhäusern zu beobachten war. "Aber zugleich ist es verstörend", fügte der UN-Chef hinzu. "Wir haben das Abschmelzen von Gletschern gesehen." Nötig sei eine politische Antwort, sagte Ban. "Dies ist ein Notfall, und für Notfälle brauchen wir Notmaßnahmen."

Ban verschafft sich derzeit auf einer Südamerika-Reise im Vorfeld der Weltklimakonferenz auf Bali im Dezember Eindrücke aus erster Hand zu den globalen Veränderungen der Umwelt durch die Erderwärmung. "Die Veränderungen spielen sich viel schneller ab, als ich dachte", sagte er am Samstag in Südchile, wo er vom Hubschrauber aus die nach Einschätzung von Wissenschaftlern rapide schmelzenden Gletscher Patagoniens begutachtet hatte. Als weitere Station seiner Reise war ein Besuch im Amazonas-Regenwald in Brasilien geplant.


Greenpeace: Kanzlerin muss Klimaberater entlassen

Sandsack-Damm am Kanzleramt warnt vor den Folgen falscher Klimapolitik

Von Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 12.11.07

Aus hunderten Sandsäcken errichten 40 Greenpeace-Aktivisten heute Morgen am Eingang zum Bundeskanzleramt einen rund 20 Meter langen und über einen Meter hohen Hochwasserschutzdamm. Die Umweltschutzorganisation warnt Bundeskanzlerin Merkel damit vor den verheerenden Folgen für das Klima, sollte sie den Empfehlungen ihres persönlichen Klimaberaters Lars Göran Josefsson folgen. Der Klimaberater, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers Vattenfall ist, nutzt seinen exklusiven Zugang zur Kanzlerin, um Vorteile für die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke seines Unternehmens einzufordern. Dieses geht aus mehreren Schreiben von Josefsson an Merkel hervor. "Frau Bundeskanzlerin, trennen Sie sich von falschen Beratern. Klimaschutz mit Kohle ist nicht möglich!" fordert Greenpeace auf einem sechs mal einem Meter großen Transparent.

"Mit der Ernennung von Vattenfall-Chef Josefsson zum Klimaberater hat Frau Merkel den Bock zum Gärtner gemacht", sagt Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace. "Wenn es im Kanzleramt um Klimaschutz geht, sitzt Vattenfall mit am Tisch. Die Kohlekraftwerke des Unternehmens gehören in Deutschland zu den größten Kohlendioxid-Quellen. Vattenfall will weitere 3,5 Milliarden Euro in die klimaschädliche Kohletechnik investieren. Herr Josefsson ist als Klimaberater unhaltbar und muss von Kanzlerin Merkel entlassen werden", fordert Smid.

Josefsson sieht zum Einsatz von Kohle bei der Stromproduktion keine Alternative. Er will mit neuen Verfahren das Kohlendioxid aus zukünftigen Kohlekraftwerken abscheiden und unterirdisch speichern. Vattenfall setzt damit auf eine Technik, die großtechnisch und kommerziell nutzbar frühestens in 20 Jahren zur Verfügung steht. Sollten bis dahin die immensen technischen und rechtlichen Probleme der CO2-Abtrennung und Speicherung nicht gelöst werden können, dann, so Josefsson in einem Interview (mit der Wochenzeitung Die Zeit), "...haben wir ein echtes Problem. Dann müssen wir die Dämme höher bauen."

Vattenfalls besonders klimaschädliche Kohlekraftwerke bekamen im Frühjahr nach einem vertraulichen Brief Josefssons an die Kanzlerin zusätzliche Verschmutzungsrechte geschenkt. Damit steigt deren Wettbewerbsfähigkeit. Im September erhielt Merkel erneut Post von Josefsson. Diesmal wurde sie aufgefordert, sich für das geplante Vattenfall-Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg einzusetzen. Das umstrittene Projekt wird in der Hansestadt bisher sogar vom dort regierenden CDU-Senat abgelehnt.

Im spanischen Valencia beginnt heute das Treffen des Weltklimarates IPCC. Während dieses Gremium eine schnellstmögliche Reduzierung von Treibhausgasen für notwendig hält, setzt die deutsche Energiewirtschaft weiter auf besonders klimaschädliche Kohle. Zurzeit sind 25 neue Kohlekraftwerke in Planung, die in den kommenden Jahrzehnten die Atmosphäre jährlich mit zusätzlichen 140 Millionen Tonnen CO2 belasten werden. Der Bau neuer Kohlekraftwerke ist mit den deutschen Klimaschutzzielen unvereinbar. Greenpeace fordert, dass im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung auch ein Gesetz zum Ausstieg aus der Braunkohleverstromung auf den Weg gebracht wird.


Samstag, 10. November, 14:52 Uhr

Skigebiete schmelzen bei Klimaerwärmung zusammen

Fürth/Berlin (AP) Als Folge der Klimaerwärmung wird aktuellen Prognosen zufolge die Schneefallgrenze in den Alpen auf 1.500 Meter steigen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärte auf der Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins am Samstag in Fürth, dies habe Auswirkungen auf den Tourismus in wichtigen Ferienregionen. «Schon bei einer Erwärmung um nur ein Grad Celsius wird es zu einer Abnahme der schneesicheren Skigebiete in Deutschland um 60 Prozent kommen.»

Der SPD-Politiker erklärte, wer den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase verringern wolle, müsse jetzt handeln. Er mahnte einen besonneneren Umgang mit Fernreisen an. Ein Verzicht auf unnötige Fernreisen sei ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Um Flugreisen teurer und damit weniger attraktiv zu machen, plädierte Gabriel erneut für die Einführung einer Kerosin-Steuer. «Wir müssen dafür sorgen, dass es nicht kostenlos ist, Treibhausgase auszustoßen», sagte er.

Eine Kerosin-Besteuerung sei vor allem deshalb nötig, weil der Flugverkehr in den kommenden Jahren rasant zunehmen werde. «Dadurch wird ein Viertel aller unserer Klimaschutzbemühungen zunichte gemacht werden», warnte er. Ohnehin sei es den Menschen nur schwer vermittelbar, wieso der Flugverkehr gar nicht, der umweltfreundliche Bahnverkehr jedoch voll besteuert werde.

Tschechien nennt Merkels Klimapolitik utopisch

Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke können die Kosten des Klimaschutzes für Deutschland einer Studie zufolge halbieren. Die Untersuchung von GWS/Prognos wurde von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegeben und liegt der «Welt am Sonntag» vor. Darin heißt es, die Umsetzung der Klimaziele der Europäischen Union werde das Bruttoinlandsprodukt der EU-Staaten zwischen 2013 bis 2020 um 560 Milliarden Euro reduzieren. Die EU hatte beschlossen, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 bis 2020 um 20 Prozent zu senken.

Ungewohnt scharf griff der tschechische Präsident Vaclav Klaus Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Klimapolitik an. In einem Gespräch mit der «Wirtschaftswoche» rückte Klaus die Kanzlerin in die Nähe von Utopisten und warf ihr vor, ähnlich wie in der Planwirtschaft falsche 50-Jahres-Pläne zu verfolgen. «Die unfaire und irrationale Debatte über die globale Erwärmung ärgert mich. Das Thema entwickelt sich mehr und mehr zum grundsätzlichen ideologischen Konflikt unserer Gegenwart», kritisierte Klaus.

Merkel glaube vermutlich an diese Ideen, meinte Klaus. «Das überrascht mich. Denn gerade als ausgebildete Physikerin ist sie doch ohne Zweifel fähig, umstrittene Hypothesen zu prüfen. Aber das zeigt eben auch, dass es hier gar nicht um Wissenschaft geht. Die Klimaschutz-Bewegung verkörpert eine neue Ideologie.»

Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer forderte von der Energie- und der Automobilindustrie in Deutschland, das Ziel eines Klimaschutzes ohne Wenn und Aber zu unterstützen. Bütikofer erklärte, in den vergangenen Monaten habe sich zwar der Ton verändert und die Darstellung der großen Auto- und Energiekonzerne sei spürbar «grüner» geworden. «Aber es reicht nicht, wenn die Konzerne gleichzeitig versuchen, verbindliche Ziele für saubere Energie und umweltfreundliche Mobilität zu torpedieren.»


Freitag, 9. November, 15:43 Uhr

Wöller warnt vor Panikmache bei Klimawandel

Dresden (ddp-lsc). Umweltminister Roland Wöller (CDU) warnt beim Thema Klimawandel vor einer Panikmache. Sachsen müsse sich mit seiner Klimaschutzpolitik «nicht verstecken», sagte Wöller am Freitag im Landtag und verwies darauf, dass das Land bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe. Sachsen habe als erstes Bundesland ein eigenes regionales Klimamodell entwickelt. Wöller fügte hinzu, der Klimawandel sei ein weltweites Problem. Darum sei auch ein weltweites Gesamtkonzept nötig. «Kleinräumige Betrachtungsweisen mit viel Aktionismus und einzelnen isolierten Vorschlägen helfen nicht weiter.»

Mit Blick auf die Debatte um Co2-Emissionen und die Braunkohlenutzung sprach sich Wöller dafür aus, «besser Energie aus einem modernen und umweltfreundlichen Kraftwerk ans Netz zu bringen als Strom aus veralteten Kraftwerken zu importieren». Klimaschutz könne nur erfolgreich sein, wenn Ökonomie und Ökologie zusammenwirkten, sagte Wöller.

Die Grünen hatten eine Risikoanalyse der Folgen des Klimawandels gefordert. Nach ihren Schätzungen liegen die Gesamtkosten für den Freistaat im zweistelligen Milliardenbereich. Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Hermenau sagte, besonders die Lausitz sei betroffen und werde sich in den kommenden Jahrzehnten zu einer Steppe entwickeln. «Neue Tagebaue zu erschließen, wäre der ökologische Wahnsinn.»


12. November, 2007

Wetterdienst will größte deutsche Klimadatenbank ausbauen

Langen (AP) Der Deutsche Wetterdienst will das Nationale Klimadatenzentrum (NKDZ) deutlich ausbauen. Schon heute könne mit den vorhandenen Daten das Klima in Deutschland über einen Zeitraum von 100 Jahren und mehr beschrieben werden, sagte Wetterdienst-Vorstandsmitglied Wilfried Thommes am Montag in Langen. Langfristig solle die größte deutsche Klimadatenbank jedoch etwa 1.000 lokale Messreihen für Niederschläge sowie 90 Messreihen für Klimabeobachtungen enthalten. Jede dieser Messreihen solle mehr als 100 Jahre zurückreichen.

Hintergrund ist, dass verlässliche Aussagen über Klimaveränderungen nur auf der Grundlage langer Messreihen und historischer Klimabeobachtungen getroffen werden können.

Bisher ist allerdings erst ein kleiner Teil der täglichen Messdaten des Wetterdienstes digitalisiert, wie Thommes sagte. «Wir haben also einen riesigen Schatz an Klimadaten, der noch gehoben werden muss.» Außerdem plant der Wetterdienst, historische meteorologische Segler- und Schiffsjournale aufzuarbeiten: Diese könnten wertvolle maritime Mess- und Beobachtungsdaten enthalten. Ziel des Datenbank-Ausbaus ist es laut Wetterdienst, der Klimaforschung und der Klimaüberwachung eine qualitativ hochwertige und möglichst umfassende Basis zur Verfügung zu stellen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit Sitz in Offenbach ist einer der weltweit führenden Wetterdienste. Er betreibt 2.200 Wetterstationen, führt jährlich 7.000 Wettersonden-Aufstiege durch und entwickelt eigene Wettervorhersagemodelle. Jährlich gibt der DWD 90.000 Vorhersagen und 14.000 Wetter- und Unwetterwarnungen heraus. Außerdem ist der DWD Datenlieferant für die nationale Klimaforschung und beteiligt sich an der Forschung zur Anpassung an den Klimawandel. Der Dienst hat 2.600 Beschäftigte.







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