AktuellBali-Halbzeitbilanz
8. Dezember, 2007 Positive HalbzeitbilanzNusa Dua (dpa) - Bei der Weltklimakonferenz auf Bali haben Teilnehmer und Beobachter eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Die erste Woche hat konstruktive Beratungen gebracht", sagte der deutsche Delegationsleiter Karsten Sach aus dem Bundesumweltministerium am Samstag in Nusa Dua.Auch der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, äußerte sich optimistisch: "Ich beobachte den starken Willen, hier zum Erfolg zu kommen." Der erste noch vertrauliche Entwurf der Abschlusserklärung verweist explizit auf die Notwendigkeit, dass die Industrieländer ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren. "Generell sind wir zufrieden", sagte Stephan Singer von der Umweltstiftung WWF. "Vor allem haben wir Bewegung bei den Entwicklungsländern gesehen, China, Brasilien und Südafrika. Sie haben deutlich gemacht, dass sie bereit sind, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten." Enttäuscht äußerte Singer sich, dass die Industrieländer noch nicht mehr Mittel für den Technologietransfer und die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel bereitgestellt haben. Der Entwurf wird in den nächsten Tagen weiter beraten. Sollte die Zielvorgabe nicht gestrichen werden, beurteilen Umweltschutzgruppen dies als Erfolg. Die politischen Verhandlungen darüber beginnen am kommenden Mittwoch. Dann reisen die Umweltminister aus fast 190 Ländern an. Ziel ist es, in Bali die Weichen für einen neuen Klimaschutzvertrag für die Zeit nach 2012 zu stellen. Dann läuft das Kyoto-Protokoll in seiner jetzigen Form aus. Der deutsche Delegationsleiter lobte vor allem die Rolle Chinas, das sich in den Verhandlungen bereit zeigte, den eigenen Klimaschutz zu forcieren, wenn dafür Anreize in Form von Technologieangeboten der Industrieländer geschaffen würden. Klar ist nach Angaben von de Boer, dass Entwicklungs- und Schwellenländer keinerlei verbindliche Vorgaben für eigene Abbau-Ziele akzeptieren werden. Ihr Standpunkt ist, dass der Klimawandel von den Industrieländern verursacht wurde und sie ein Recht auf Entwicklung haben. Der Samstag war bei der Konferenz als "Tag des Waldes" deklariert. Der indonesische Forstminister forderte die finanzielle Anerkennung für den Schutz der Tropenwälder. "Wir erwarten eine internationale Vereinbarung, die über Marktmechanismen Anreize für nachhaltiges Waldmanagement schafft", sagte Malam Sambat Kaban. Tropenwälder speichern Unmengen Kohlendioxid. Die Tropenwald- Länder sind unter Druck, die Entwaldung zu stoppen. Sie verlangen aber Geld für den Ausfall der Einnahmen aus der kommerziellen Verwertung der Wälder. Diskutiert wird auf Bali, ob Tropenwald- Länder, die ihren Wald nachweislich schützen und so Emissionen vermeiden, Emissionszertifikate ausgeben können. Diese könnten von Treibhausgasproduzenten gekauft werden, die ihren Ausstoß verringern müssen. Samstag, 8. Dezember 2007 UNO-Klimakonferenz mit erstem EntwurfNusa Dua (sda) - Knapp eine Woche vor dem Ende der UNO-Klimakonferenz auf Bali liegt ein erster Entwurf für eine Abschlusserklärung vor. Darin werden alle Nationen aufgefordert, sich im Kampf gegen den Klimawandel stärker zu engagieren.Die Industriestaaten sollten ihren Ausstoss von Teibhausgasen deutlich senken, während die Entwicklungsländer zumindest einen Anstieg ihrer Emissionen verhindern sollten, hiess es im vierseitigen Papier. Klimaschutz-Zusagen allein der reichen Länder könnten die Erderwärmung nicht stoppen, betonte der australische Handelsminister Simon Crean auf Bali. Er verlangte deshalb von den Schwellen- und Entwicklungsländern einen Beitrag zur Senkung klimaschädlicher Treibhausgase. Der Chef des UNO-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte hingegen, es sei offensichtlich, dass die Entwicklungsländer nicht bereit seien, sich auf bindende Reduktionsziele zu verpflichten. Inoffizieller Leitfaden Das Dokument wurde von Delegierten aus Indonesien, Australien und Südafrika erarbeitet. Es soll als inoffizieller Leitfaden für die Gesandten der 190 Länder dienen, die auf dem noch bis Freitag angesetzten Gipfel vertreten sind. Die Konferenz wurde vor Ort von Demonstrationen für den Klimaschutz begleitet. Auch in Deutschland demonstrierten etwa 10'000 Menschen. Allein in Berlin beteiligten sich nach Angaben von Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling etwa 5000 Menschen an einem Marsch zum Brandenburger Tor. Auch in weiteren Städten, darunter München, Freiburg, Mainz, Hannover, Nürnberg und Saarbrücken, gingen nach seinen Angaben hunderte Menschen auf die Strasse. Zu den Demonstrationen aufgerufen hatte die Klima-Allianz, der mehr als 80 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Verbraucher und Kirche angehören. 8. Dezember, 2007 Australien fordert von armen Ländern Kampf gegen KlimawandelNusa Dua (AFP) - Australien verlangt auch von den Schwellen- und Entwicklungsländern einen Beitrag zur Senkung klimaschädlicher Treibhausgase. Die neue australische Regierung habe bereits im Wahlkampf klargestellt, dass sich auch die Entwicklungsländer zum Klimaschutz verpflichten müssten, sagte Handelsminister Simon Crean bei der Weltklimakonferenz auf Bali. Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte, es sei offensichtlich, dass die Entwicklungsländer nicht bereit seien, sich auf bindende Reduktionsziele zu verpflichten. Auf Bali stehe aber ohnehin der Fahrplan für die Verhandlung eines Nachfolgeabkommens des Klimaschutz-Protokolls von Kyoto im Vordergrund.Klimaschutz-Zusagen allein der reichen Länder könnten die Erderwärmung nicht stoppen, betonte Crean. Australien werde sich erst auf verpflichtende Klimaziele einlassen, wenn ein von Regierunschef Kevin Rudd in Auftrag gegebener Bericht zum Klimawandel vorliege. Dieser wird im kommenden Jahr erwartet. Australien werde seine Zusagen "zu gegebener Zeit" machen, versicherte Crean: "Wir verstehen, dass wir uns zu Zielen verpflichten müssen, wenn wir dieses Problem lösen wollen." Der Ressortchef äußerte sich am Rande eines Treffens der Handelsminister zu den wirtschaftlichen Aspekten der Erderwärmung. Rudd hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen den Beitritt Australiens zum Kyoto-Protokoll erklärt. Die internationale Klimaschutzvereinbarung sieht vor, dass die teilnehmenden Industrienationen ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2012 um durchschnittlich fünf Prozent mindern - verglichen mit dem Stand von 1990. Australien war bislang außer den USA der einzige Industriestaat, der sich dem Protokoll verweigerte. De Boer sagte am Konferenzort Nusa Dua auf Bali, die Teilnehmer der Klimakonferenz müssten sich auf Bali noch nicht auf Klimaziele festlegen. Sie sollten sich vielmehr auf einen Verhandlungsfahrplan für ein Nach-Kyoto-Abkommen einigen. Damit dieses nahtlos an das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll anschließen kann, müssten die Verhandlungen realistischerweise bereits 2009 abgeschlossen sein. Er hoffe, dass bei den Verhandlungen der Umweltminister in der kommenden Woche nicht zu viele Themen auf der Agenda stünden, sagte De Boer. Die Zeit sei sehr knapp, um noch ein Ergebnis zu erzielen. Die Bali-Konferenz geht kommenden Freitag zuende. 8. Dezember, 2007 Analyse: Klimakatastrophe ist für viele schon daNusa Dua (dpa) - Ursula Rakova schüttelt bei der Weltklimakonferenz auf Bali den Kopf, wenn sie den Klimawandeljargon in den Verhandlungsrunden hört. Während dort um Ziele für Emissionsreduzierungen in 15 Jahren gestritten wird, plant Rakova den Exodus aus ihrer Heimat.Sie wohnt - noch - auf den Carteret-Inseln nordöstlich von Australien. Die Atolle versinken im Meer. Klimawandel hautnah - viele Delegierte aus weniger betroffenen Ländern sehen hier zum ersten Mal Opfer von Klimawandel und Umweltzerstörung und sind betroffen. "Wir löschen unseren Durst nur noch mit Kokosnussmilch, alle Süßwasserquellen sind mit Meerwasser verseucht", sagt Rakova. "Bei Flut stehen unsere Gärten unter Wasser, unter dem Salz geht alles kaputt" Die Schulen blieben oft geschlossen. "Die Kinder haben manchmal einfach keine Kraft, sie sind so unterernährt." Rakova hat mit Bauern und Behörden auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Hauptinsel Bougainville verhandelt. Im nächsten Sommer geben die ersten 15 der 600 Familien das Leben auf Carteret für immer auf. Ambriansyah (65) aus Kampung Pasir auf Borneo braucht keine wissenschaftlichen Berechnungen und Computermodelle, um zu wissen, dass seine Welt aus den Fugen geraten ist. "Wir wissen nicht mehr, wann wir pflanzen sollen, der Regen ist unberechenbar", sagt er. Seit der Wald ringsum durch Palmölplantagen ersetzt ist, sei es in seinem Dorf unerträglich heiß geworden. Und dann habe ein Kohlekonzern auch noch einen ganzen Berg abgetragen. "Der Wind weht nicht mehr", sagt Ambriansyah. Aldrin Calixte kommt von Haiti. Die Menschen erleben mehr und stärkere Hurrikans, unberechenbaren Regenfällen, anhaltende Dürren. 4000 seien vor drei Jahren durch Wetterkatastrophen ums Leben gekommen. Das Trinkwasser wird knapp. "Vor den öffentlichen Wasserhähnen sind jetzt immer endlose Schlangen", sagt er. Der Zeitaufwand sei riesig, Zeit, die den Menschen fehle, um etwa Arbeit nachzugehen. Auch Kinder würden für den Wasserdienst herangezogen, die dann der Schule fernbleiben. Die drei sind mit Dutzenden anderen von Klimawandel und Umweltzerstörung Betroffenen auf Bali, um den Delegierten ins Gewissen zu reden, die über einem neuen Weltklimavertrag brüten. "Die Politiker verhandeln hier über Tagesordnungspunkte und loten juristische Feinheiten aus - es ist wichtig, dass die Menschen dabei nicht vergessen werden", sagt Meena Raman, Vorsitzende des Umweltverbandes "Friends of the Earth". Die Organisation hat eine Broschüre mit Stimmen der Opfer herausgebracht. Maritza Arévalo Amador (54) aus Honduras berichtet darin über die dramatischen Schockwellen nach dem verheerenden Hurrikans Mitch von 1998, die noch heute zu spüren seien. Ein Viertel der Bevölkerung wurde damals obdachlos, 70 Prozent der Transportwege zerstört. Die Regierung reagierte mit einer Öffnung der Tore für internationale Konzerne - und nun gibt es große Bananenplantagen, die Pestizide einsetzen, Holzfirmen, die Wälder zerstören, Rohstoffkonzerne, die die Erde aufreißen. "Es wird heißer, und es gibt weniger Regen", sagt sie. "Kinder und Alte haben Hautausschlag und Atemprobleme." Bauern in Mali müssen heute acht Wochen länger auf die Regenzeit warten als vor zehn Jahren, malaysische Fischer pflanzen Mangroven gegen die Küstenerosion. Klimaopfer gibt es auch in Europa. An der englischen Südküste kämpft das Örtchen Selsey ums Überleben. "Ich habe hier erst vor sieben Jahren gebaut", sagt Roger Maycock, der seitdem mehrfach Wasser im Haus hatte. "Jetzt liegt mein Haus in einer Zone, die die Regierung nicht mehr schützen sondern dem Meer überlassen will." Die Entwicklungsorganisation Oxfam schickte auf Bali eine Garde Eisbären vor das Konferenzzentrum, die sich für ihre Mitlebewesen, die Menschen einsetzten. "Rettet auch die Menschen", forderten die Aktivisten in der schwülen Hitze in ihren Kunstpelzkostümen. Regenwald als Klima-RetterVon Moritz Kleine-Brockhoff, Frankfurter Rundschau, 8.12.07Nusa Dua. Die Klima-Familie hat einen neuen Liebling: den Wald. Dass Pflanzen und ihre Unterböden CO2 speichern, ist zwar schon lange bekannt. Und auch, dass tropischer Regenwald abgeholzt wird. Aber die Dimensionen wurden erst jüngst deutlich. "50 Prozent des gesamten Potenzials zur Treibhausgas-Eindämmung wären erreicht, wenn die Entwaldung reduziert würde", schrieben UN-Wissenschaftler im Mai. Raubbau am Regenwald sei mit einem Anteil von bis zu 25 Prozent zweitgrößter Treibhausgas-Erzeuger nach der fossilen Rohstoffverbrennung. Nun genießt Waldschutz Aufmerksamkeit wie nie zuvor und ist eines der großen Themen bei der Klimakonferenz in Bali. UN-Klimachef Yvo de Boer erwartet, dass eine Verringerung des Raubbaus am Wald im neuen Klimaabkommen festgeschrieben wird. "Es eilt. Jährlich wird auf 13 Millionen Hektar entwaldet. Wir müssen uns etwas einfallen lassen." 13 Millionen Hektar - so groß ist Griechenland. Keine Klima-Aktion ohne Kürzel, natürlich gibt es längst eines: Redd. Das steht für "Reducing Emissions from Deforestation and Degradation". In Indonesien und Brasilien steht viel Regenwald, und dort wird auch viel zerstört, zum Beispiel durch Brandrodung. Stephan Singer, der Europa-Chef des WWF, sagt: "Reiche Staaten müssen armen Ländern Anreize dafür geben, Bäume stehen zu lassen." Genau das soll Redd leisten. Nur gibt es riesige Hürden, zum Beispiel Marktkräfte. Industriestaaten kaufen unter anderem Holz, Palmöl und Fleisch ein. Schwellenländer, die sich entwickeln wollen und müssen, verkaufen. Brasilien liefert Holz und Rindfleisch. Viehhaltung und Futteranbau, meist Soja, brauchen Flächen - oft muss Wald weichen. Indonesien liefert Holz und Palmöl, das in Lebensmitteln sowie Kosmetika steckt und auch als Biosprit taugt. Plantagen brauchen Fläche - oft muss Wald weichen. Wie die Nachfrage gemindert werden könnte, diskutiert in Bali erstaunlicherweise niemand. Die Redd-Debatte dreht sich nur darum, wie Regenwaldstaaten ihre Abholzung reduzieren und Industriestaaten einen Einnahmeausfall ausgleichen könnten. "Ressourcenschutz muss sich finanziell lohnen", postuliert Johannes Ebeling von Eco Securities, einer Firma, die Klimaschutzprojekte entwickelt. Eine Idee sei es, Waldländern handelbare Emissionszertifikate zu geben, wenn sie die Entwaldung vermindern. Durch den Kauf solcher Zertifikate könnten Firmen in Industriestaaten, die ihre Emissionsgrenze überschreiten, diese Klimasünde ausgleichen. Johannes Ebeling warnt aber, zu viele Redd-Zertifikate könnten den Markt überschwemmen und zu allgemeinem Wertverfall auf dem Emissionsmarkt führen. Denkbar sei daher ein neuer, separater Emissionsmarkt, auf dem ausschließlich Redd-Zertifikate gehandelt würden. Brasilien, das Land mit dem größten Regenwald, hält nichts von Waldschutz-Zertifikaten. Die Südamerikaner hätten lieber einen Redd-Fonds, einen Topf mit Geld für Waldschutz. In Bali wird gerade über den richtigen Weg gestritten. Der Finanzbedarf ist auch noch offen. "Eine verminderte Entwaldung wird jährlich zwischen 2,3 und 23 Milliarden US-Dollar kosten", schätzt Frances Seymour vom Waldforschungs-Zentrum Cifor. Die Redd-Initiative hat hohe Erwartungen in Regenwald-Staaten geweckt. Sie rechnen mit Milliarden und hätten sie am liebsten sofort. Doch so einfach sei das nicht, meint Deutschlands Verhandlungschefin Nicole Wilke: "Wir können zum Beispiel nicht Geld für den Schutz eines Gebietes geben, während ein paar Kilometer weiter munter abgeholzt wird." 8. Dezember, 2007 Weltklimakonferenz auf Bali vom 3. bis 14. Dezember Demonstrationen für mehr KlimaschutzBerlin (AP) Rund 5.000 Menschen haben sich in Berlin an einem Klimaaktionstag beteiligt. Unter dem Banner «Klimaschutz jetzt» marschierten die Teilnehmer am Samstag durch das Berliner Regierungsviertel zum Brandenburger Tor, wo eine Kundgebung stattfand. Danach zogen die Demonstranten mit blauen Lampions vor das Kanzleramt.An der Aktion anlässlich der Weltklimakonferenz in Bali beteiligten sich auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast. Zu der Kundgebung hatten 80 Organisationen wie Greenpeace, Oxfam und Germanwatch sowie die Evangelischen Landeskirchen aufgerufen. Eine weitere Großkundgebung fand an der Großbaustelle des RWE-Braunkohlekraftwerks in Grevenbroich-Neurath bei Düsseldorf statt. Nach Polizeiangaben waren rund 3.000 Teilnehmer dem Aufruf des Organisationsbündnisses gefolgt und demonstrierten für konsequenteren Klimaschutz und forderten eine Umkehr in der Energiepolitik. Organisator Dirk Jansen vom BUND Nordrhein-Westfalen zeigte sich am Nachmittag mit dem Verlauf sehr zufrieden und sprach von einem vollem Erfolg der Aktion. 8. Dezember, 2007 Bundesweit demonstrieren 10.000 Menschen für KlimaschutzBerlin/Neurath (AFP) - Am Weltklimatag haben bundesweit etwa 10.000 Menschen für den Klimaschutz demonstriert. Allein in Berlin beteiligten sich nach Angaben von Greenpeace-Klimaexperte Andree Böhling etwa 5000 Menschen an einem Marsch zum Brandenburger Tor. Auch in weiteren Städten, darunter München, Freiburg, Mainz, Hannover, Nürnberg und Saarbrücken, gingen demnach hunderte Menschen auf die Straße. Eine der größten Aktionen fand in Neurath bei Düsseldorf statt, wo nach Angaben der Klimaallianz mehr als 3000 Menschen gegen den Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks protestierten.Aufgerufen zu den Demonstrationen am Weltklimatag hatte die Klima-Allianz, der mehr als 80 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung, Verbraucher und Kirche angehören. Sie forderten die Politik auf, endlich konsequent eine klimaschonende Energiepolitik umzusetzen. Der Versammlungsleiter in Neurath und Geschäftsleiter der Umweltorganisation BUND in NRW, Dirk Jansen, sprach von einem "kraftvollen Signal für eine neue Klimaschutz-Bewegung". Neben der Demonstration vor Ort hätten sich zudem schon mindestens 4000 Menschen an einer Online-Menschenkette gegen neue Kohlekraftwerke beteiligt, so dass insgesamt mindestens 7000 Menschen dagegen protestiert hätten. In Deutschland sind mehr als 20 neue Kohlekraftwerke im Bau oder geplant. Das größte davon ist das Braunkohlekraftwerk Neurath bei Düsseldorf. Jansen nannte es das "klimaschädlichste Kraftwerk ganz Europas". Es ist nach Ansicht der Klima-Allianz das "Symbol einer verfehlten deutschen Energiepolitik", denn kein anderer fossiler Brennstoff setze bei der Energieerzeugung so viel CO2 frei wie Braunkohle. Die Demonstrationen im Bundesgebiet waren Teil der Aktionen zum weltweiten Klimatag. Im Bundesgebiet sollen am Abend zwischen 20.00 Uhr und 20.05 Uhr als Zeichen der Unterstützung auch viele Lichter ausgeschaltet werden, darunter die Fassadenbeleuchtungen weltberühmter Bauwerke wie des Kölner Doms und des Brandenburger Tors. Unterstützung fand die Aktion "Licht aus", die am Abend stattfinden soll, in der Politik. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) lobte die Idee als "sinnvolle globale Aktion" für den Klimaschutz. "Ich unterstütze das und werde auch das Licht ausschalten", sagte die Ministerin der "Passauer Neuen Presse". Auch der ehemalige Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, bewertete die Aktion grundsätzlich positiv. Die symbolische Maßnahme könne mehr Bewusstsein für den Klimaschutz schaffen: "Es ist ernst, es ist sehr ernst, wir müssen alle gemeinsam handeln", sagte er am Samstag im RBB. SPD-Chef Kurt Beck rief ebenfalls zum Klimaschutz auf: "Wer internationalen Verzicht predigt und im eigenen Land nichts tut, handelt unglaubwürdig." Samstag, 8. Dezember, 12:22 Uhr "Wir gehen selber voran"Berlin (ddp). SPD-Chef Kurt Beck macht sich für eine Vorreiterrolle der Bundesrepublik beim Klimaschutz stark. Man werde das Klima «nicht allein in Deutschland retten können», doch sei dies «kein Grund, auf andere zu warten», erklärte Beck am Samstag in Berlin. «Wir gehen selber voran, denn wer international Verzicht predigt und im eigenen Land nichts tut, handelt unglaubwürdig und hilft dem Klima nicht», sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.Mit dem Beschluss des Bundeskabinetts vom Mittwoch habe die «konsequente Umsetzung» des in der Koalition verabredeten Energie- und Klimaprogramms begonnen, fügte Beck hinzu. So würden der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an der Stromproduktion verdoppelt und der Einsatz von nachhaltig erzeugten Biokraftstoffen erhöht. Auch besteuere die Kfz-Steuer künftig Emissionen statt Hubraum. Zudem habe die SPD durchgesetzt, dass der Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung mit einem Wärmegesetz erhöht werde. Beck verwies zugleich darauf, dass Klimaschutz nur mit einem «weltweiten Umschalten auf Effizienz und Erneuerbare Energien» gelinge. Das sei auch eine Chance für die deutsche Wirtschaft, mit innovativen Produkten neue Märkte zu gewinnen. Freitag, 7. Dezember, 10:42 Uhr Gabriel: Bali wird "Startschuss" für Kyoto-FolgeabkommenBerlin (AFP) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet damit, dass die UN-Klimaschutzkonferenz auf Bali den "Startschuss" für Verhandlungen über ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll geben wird. "Keiner wird sich trauen, die Bali-Konferenz zu blockieren", sagte Gabriel im Deutschlandradio Kultur. Dies sei nach einem Jahr Debatte und klaren Aussagen der Wissenschaft zum Klimawandel nicht vorstellbar. Unsicher sei allerdings, ob über dieses "Minimalziel" hinaus auf Bali auch bereits konkrete Ziele und Wege zu mehr Klimaschutz beschrieben würden.Gabriel erneuerte auch die Forderung nach einem weltweiten Zertifizierungssystem für den umweltverträglichen Rohstoffanbau bei Biokraftstoffen. "Wir werden keine Biomasse zulassen, die nicht nachweislich aus nachhaltigem Anbau kommt. Wir wollen nicht, dass der Regenwald abgeholzt wird, weil man Biokraftstoffe daraus macht", sagte der Minister. Brasilien und Indonesien stehen laut Gabriel dieser Forderung aufgeschlossen gegenüber. In der Diskussion um Kohlekraftwerke in Deutschland wies Gabriel erneut Vorwürfe der Umweltschutzorganisation Greenpeace und anderer Umweltverbände zurück, Deutschland werde wegen des Neubaus von bis zu 25 neuen Kohlekraftwerken seine Klimaziele nicht einhalten können. "Wir bauen bis 2012 ganze neun, und nicht mal die sind sicher", sagte der Minister. Danach werde der Betrieb der Kohlekraftwerke von der weiteren Entwicklung beim Emissionshandel abhängen. Allerdings bleibe in Deutschland vorerst die Kohle unverzichtbar, um den Energiebedarf zu decken. Freitag, 7. Dezember, 18:58 Uhr Vorsitzender des Weltklimarats setzt auf Meinungsumschwung der USABali (AP) Der Vorsitzende des mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Weltklimarats, Rajendra Pachauri, setzt auf einen Meinungsumschwung in der Klimapolitik der USA. Trotz der Weigerung der Regierung von Präsident George W. Bush hätten mehrere US-Staaten und Kommunen bereits wichtige Schritte zum Klimaschutz unternommen, erklärte Pachauri auf der Klimakonferenz in Bali am Freitag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.«Ich weiß wirklich nicht, ob sich in der Haltung der US-Regierung etwas bewegt hat», sagte Pachauri. Doch das könnte sich schon nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr ändern. Zudem hätten die alarmierenden Berichte des Weltklimarats (IPCC) auf der Ebene der US-Staaten viele Politiker wachgerüttelt. «Da hat sich viel getan.» Pachauri sieht zwei Möglichkeiten, die USA - die größte Volkswirtschaft der Welt, die auch die meisten Schadstoffe in die Atmosphäre abgibt -, zu einer Nation der Klimaschützer zu machen: «Eine Möglichkeit wäre es, sagen wir mal, wenn die US-Regierung sich selbst auf gewisse Schritte verpflichten würde.» Die andere Möglichkeit wäre, «wenn sich mehrere US-Staaten und andere Gemeinschaften in den USA zusammenschließen und selbst etwas unternehmen», erklärte Pachauri. In der Summe ergebe dies praktisch auch so viel wie ein einzelner Nationalstaat, der sich auf Maßnahmen zum Klimaschutz verpflichte. Die USA haben sich bislang geweigert, dem Klimaschutz-Abkommen von Kyoto beizutreten. Praktisch alle US-Präsidentschaftskandidaten unterstützen jedoch eine Begrenzung von klimaschädlichen Emissionen. Die Staaten Kalifornien, Vermont und einige Staaten an der Nordostküste haben bereits eigene Klimaziele festgelegt. Wenn sich die Regierungsvertreter nicht bald auf weitere Schritte zum Klimaschutz einigen könnten, «drohen unvermeidliche Konsequenzen, die ganz klar nicht im Interesse der Menschen und der anderen Arten, die diesen Planeten bewohnen, sein können», warnte Pachauri. Dann sei ein massenhaftes Artensterben und ein dramatischer Anstieg des Meeresspiegels zu befürchten, der unzählige Menschen bedrohen werde. «Und das sind wirklich unumkehrbare Veränderungen.» Der indische Klimaexperte will am Wochenende nach Oslo fliegen, wo er am Montag als Vorsitzender des IPPC zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis erhält. In der kommenden Woche werden die beiden Nobelpreisträger zusammen zur Konferenz auf der indonesischen Insel Bali reisen und versuchen, die Verhandlungen mit positiven Impulsen voranzubringen. Auf Bali soll ein Nachfolge-Abkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden. Ein solches Abkommen soll helfen, eine katastrophale Erwärmung des Planeten zu verhindern. Von den größten Industriestaaten stehen mittlerweile - nach der Zustimmung Australiens in dieser Woche - nur noch die USA abseits. Sie hatten das Kyoto-Protokoll wie Australien mit ausgehandelt, es dann aber nicht ratifiziert. Die Industriestaaten hatten in dem Abkommen bis 2012 eine Minderung der Klimagase um 5,2 Prozent gegenüber 1990 versprochen. Auf Bali verhandeln nun rund 10.000 Experten aus 190 Staaten. Geht es nach der EU, sollen die Industrieländer bis 2020 um 30 Prozent unter ihre Emissionen von 1990 kommen. KAUCH: Während der Bali-Klimakonferenz werden in Indonesien Wälder in Brand gesetztGabriels Ankündigungen unglaubwürdigFDP-Bundestags-Fraktion, Pressemitteilung vom 07.12.2007 BERLIN. Nach einem Augenzeugenbericht der Fernsehjournalistin Inge Altemeier wurden gestern erneut 300.000 Hektar Torfwald auf Borneo brandgerodet, um Platz für Palmöl-Plantagen zu machen. Gleichzeitig kündigt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in einem Radiointerview an, Palmöl aus solchem Anbau nicht ins Land zu lassen. Dazu erklärt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, MICHAEL KAUCH, der sich zur Zeit mit einer Delegation des Deutschen Bundestages auf Borneo aufhält: Sigmar Gabriel macht es sich zu leicht, wenn er glaubt, Zertifizierungen von Biomasse würden die Brandrodungen in den Regenwäldern verhindern. Die am Mittwoch vom Kabinett vorgelegte Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnung droht ein Papiertiger zu bleiben. Zertifizierungen aus Ländern, in den Korruption herrscht und Verbote von Rodungen nicht durchgesetzt werden, sind keine akzeptable Grundlage. Die tropischen Regenwälder sind enorm wichtige CO2-Speicher. Wenn sie gerodet und noch schlimmer verbrannt werden, verschärft dies massiv die Klimaprobleme. Wenn die besonders kohlenstoffreichen Torfwälder Borneos verbrennen, dann entspricht das der CO2-Emission der ganzen Welt von einem Jahr. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung durch die Ausweitung der Biokraftstoffquote diesen Machenschaften indirekt noch Vorschub leistet. Auch das Angebot Indonesiens und anderer waldreicher Länder auf der Bali-Konferenz, gegen Steuergelder aus Europa den Wald zu schützen, ist nur annehmbar, wenn es mit Kontrollen vor Ort und über Satellitensysteme verbunden wird. Dass die Wälder in Indonesien trotz Bali-Konferenz im eigenen Land brennen, zeigt die ganze Tragweite der mangelnden Rechtsdurchsetzung. Denn diese Brandrodungen sind in Indonesien offiziell verboten. Deutschland sollte daher die Aufforstung und Verhinderung von Entwaldung auf der Bali-Konferenz zum Thema machen und auch deutsche Gelder anbieten. Das Angebot muss aber an wirksame Kontrollen und die Finanzierung konkreter Projekten zum Waldschutz geknüpft werden. Walderhalt in Entwicklungsländern bringt mehr als unser eigenes KlimaschutzprogrammBrücke zwischen Industrie- und EntwicklungsländernCDU/CSU-Bundestagsfrakrion, 7.12.07 Anlässlich des ?Waldtages? bei der Klimakonferenz auf Bali am 8. Dezember erklärt der entwicklungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Christian Ruck MdB: Durch einen soliden Beitrag zum Walderhalt in Entwicklungsländern kann Deutschland wesentlich mehr Emissionen einsparen, als durch das Milliarden schwere "Integrierte Energie- und Klimaprogramm" der Bundesregierung. Wenn die teuren Investitionen in Deutschland nicht Tropfen auf dem heißen Stein sein sollen, müssen wir deshalb auch den Walderhalt in Entwicklungsländern unterstützen. Er kann eine Brücke schlagen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern und sollte wichtiger Baustein für die gemeinsamen Klimaschutzverhandlungen werden. Wir müssen den internationalen Verhandlungen auf diesem Gebiet zum Durchbruch verhelfen. Gelegenheit dazu gibt es am 8. Dezember auf dem "Waldtag" auf Bali. Dort wird erörtert, wie Emissionen aus der Waldvernichtung endlich gestoppt werden können. Die Einbindung des Walderhaltes in ein globales Emissionshandelsregime, in dem der Markt die Mittel selber bereitstellt, wäre mit Sicherheit die beste Lösung. Eine gestern veröffentlichte WWF-Studie rechnet vor, dass die anhaltende Rodung des Regenwaldes des Amazonas bis 2030 zwischen 56-97 Mrd. Tonnen zusätzliches CO2 freisetzen könnte. Das entspräche dem aktuellen Gesamtausstoß von zwei Jahren. 8. Dezember, 2007 „Klimakatastrophe“ ist Wort des Jahres 2007Auch „Herdprämie“ und „Dopingbeichte“ kamen unter die ersten zehnWiesbaden (AP) – „Klimakatastrophe“ ist das Wort des Jahres 2007. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) erklärte am Freitag in Wiesbaden zur Begründung, die Diskussion über die globale Erwärmung habe auch in der Sprache tiefe Spuren hinterlassen. So sei im alltäglichen Sprachgebrauch ein ganzer Strauß neuer Begriffe zu beobachten wie Klimakiller, klimaneutral oder Klimaabgabe. Das Wort „Klimakatastrophe“ sei somit prägend für den Sprachgebrauch des Jahres 2007 gewesen, sagte der GfdS-Vorsitzende Rudolf Hoberg. Auf die folgenden Plätze kamen nach der Entscheidung einer zehnköpfigen Jury die Begriffe „Herdprämie“, „Raucherkneipe“, „arm durch Arbeit“ und „Dopingbeichte“. „Herdprämie“ nehme Bezug auf die Diskussion um die umstrittene Einführung eines Betreuungsgelds für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe schicken wollen, sagte der Leiter der Sprachberatung bei der GfdS, Gerhard Müller. „Raucherkneipe“ sei dagegen eine sprachliche Reaktion auf die Debatte um das Rauchverbot in öffentlichen Räumen, während „arm durch Arbeit“ auf die prekäre Lebenssituation zahlreicher Arbeitnehmer verweise. Die „Dopingbeichte“ beziehe sich auf die heftige Diskussion um illegale Praktiken im Radsport, insbesondere im Umfeld der Tour de France 2007, in den Medien auch als „Tour de Farce“ bezeichnet. Es folgte das Wort „Lustreisen“ auf Platz sechs, eine sprachliche Reaktion auf den VW-Skandal. Auf Platz sieben kam „Second Life“, der Name einer Internetplattform, in der die Nutzer ihre eigene Identität in eine virtuelle Welt einbringen können. „Alles wird Knut“ Danach folgte der „Bundestrojaner“, eine kritische Bezeichnung für die Absicht der Polizeibehörden, künftig heimlich in Computer von Verdächtigen einzudringen. Auf Rang neun wurde das Adjektiv „spritdurstig“ gewählt, das insbesondere in der Diskussion um die diesjährige Internationale Automobilausstellung und den allmählichen Sinneswandel in der Autoindustrie eine Rolle spielte. Auf Platz zehn kam schließlich die Redewendung „Alles wird Knut“, die in der Begeisterung um den Berliner Eisbären (“Knuddel-Knut“) gebildet wurde. Der Sprachexperte betonte, die Aufnahme einzelner Wörter in die Jahresliste sei keine Wertung: „Bei den Wörtern des Jahres sind wir neutral.“ Es handele sich auch um keine Empfehlung, diese Wörter zu benutzen. Die GfdS sei hier lediglich Chronist der Sprachentwicklung. Nach Müllers Worten wählte die Jury die zehn Wörter des Jahres aus mehr als 3.000 Vorschlägen aus. Davon seien mehr als 200 von sprachinteressierten Bürgern, Schulklassen und GfdS-Mitgliedern eingesandt worden. Den Rest hätten die Mitarbeiter der Sprachgesellschaft in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt. 2006 hatte die Jury „Fanmeile“ zum Wort des Jahres gekürt. 2005 war es „Bundeskanzlerin“ und 2004 „Hartz IV“. Freitag, 7. Dezember, 14:25 Uhr Schweizer mit Solartaxi in Bali eingetroffenBali (AP) Mit einem Solartaxi macht ein Schweizer Abenteurer die Teilnehmer der Weltklimakonferenz auf Bali auf die Möglichkeiten der Solarenergie aufmerksam. «Wir haben Klimaprobleme, wir haben eine globale Erwärmung. Wir müssen uns dessen bewusst sein», sagte Louis Palmer, der am Freitag auf der indonesischen Insel eintraf. Es seien aber auch schon Lösungen gefunden worden: Das Solartaxi sei eine davon, erklärte der 34-Jährige. «Wir haben Solarenergie. Das Auto funktioniert».Palmer war im vergangenen Juli mit seinem Solartaxi in der Schweiz zu einer Weltumrundung aufgebrochen. Der Start erfolgte im Rahmen des European Sustainable Energy Forums in Luzern. Das Ziel: Mindestens 40.000 Kilometer zurückzulegen und dabei 40 Länder und fünf Kontinente zu bereisen. Das Solartaxi wird zu 100 Prozent mit Solarenergie betrieben. Es besteht aus einem Solarfahrzeug und einem Anhänger mit Solarzellen. Diese liefern 50 Prozent der Energie, während die andere Hälfte von einer Solaranlage auf dem Dach der Swisscom in Köniz produziert, ins Netz gespeist und unterwegs aus der Steckdose bezogen werden kann. Allerdings kostet das Solar-Fahrzeug zurzeit so viel wie zwei Ferraris. Erster Mitfahrer war in Luzern Bertrand Piccard, der im Jahr 2011 mit seinem Solarflugzeug «Solar Impulse» zur Weltumrundung abheben will. » zurück |
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