Aktuell


Bilanz Biodiversitätskonferenz

UN-Biodiversitätskonferenz: Anstrengungen beim Schutz der biologischen Vielfalt weltweit verstärken

BUND Pressemitteilung, 16.12.16

Berlin/Cancún: Anlässlich der im mexikanischen Cancún zu Ende gegangenen 13. Weltbiodiversitätskonferenz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von der Staatengemeinschaft konkrete Maßnahmen gefordert, um den Verlust von Arten und Lebensräumen zu stoppen. "Beim Schutz unverzichtbarer Lebensräume wie Regenwälder, Korallenriffe, Flussauen oder Moore muss die Weltgemeinschaft mehr tun. Dem globalen Massensterben vieler Tier- und Pflanzenarten, insbesondere auch von Insekten, muss endlich wirksam begegnet werden", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Weiger lobte die Gründung der "Koalition der Willigen" aus europäischen und lateinamerikanischen Staaten, um den Schutz von Bienen und anderen Bestäubern voranzutreiben. Deutschland als einer der größten Industriestaaten müsse zu den Vorreitern gehören und sich international für eine Abkehr vom Pestizideinsatz einsetzen. "Erforderlich ist ein sofortiges Verbot von biodiversitätsschädigenden und insektengefährdenden Pestiziden wie Glyphosat und Neonikotinoiden", sagte Weiger. 90 Prozent der wild blühenden Pflanzenarten und 75 Prozent der Nahrungspflanzen seien auf die Bestäubungsleistung von Insekten angewiesen.

Dass der Schutz der biologischen Vielfalt künftig auch in der Land- und Forstwirtschaft, in der Fischerei und beim Tourismus stärker berücksichtigt werden solle, sei grundsätzlich zu begrüßen. Jedoch fehlten konkrete und verbindliche Maßnahmen, wie dies erreicht werden könne, kritisierte der BUND-Vorsitzende. "Besonders im Agrarsektor muss der Schutz der biologischen Vielfalt stärker im Mittelpunkt stehen. Bei der kommenden EU-Agrarreform muss es auch um den Abbau umweltschädlicher Subventionen gehen", sagte Weiger. Sonst sei das Ziel, den Artenverlust bis 2020 zu stoppen, nicht erreichbar.

Positiv sei die international voranschreitende Ausweisung von Schutzgebieten. Das allein reiche jedoch nicht, die Naturschutzgebiete müssten auch effektiv betreut und ihr Schutz tatsächlich durchgesetzt werden, forderte der BUND-Vorsitzende. Auch auf europäischer Ebene seien die EU-Naturschutzrichtlinien konsequent umzusetzen. Ein EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro pro Jahr müsse den Schutz der Natura-2000-Gebiete sichern.

Der BUND begrüßte den Beschluss der UN-Vertragsstaaten zur Vermeidung von Müll im Meer. Positiv sei auch, dass sich die Weltgemeinschaft gegen angeblich erforderliche großtechnische Maßnahmen zum Schutz des Weltklimas mit sogenannten Geo-Engineering-Methoden ausgesprochen habe.

Kritisch kommentierte der BUND-Vorsitzende die neue Arbeitsgruppe zur sogenannten synthetischen Biologie. „Die internationale Gemeinschaft muss sicherstellen, dass die unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen ausgeschlossen wird, das gilt besonders für die neuen Gentechnikverfahren. Es braucht ein Verbot für die Freisetzung von Organismen, die mit neuen Gentech-Verfahren erzeugt wurden", sagte Weiger. Dazu zählten auch „Gene Drives“, die zur gentechnischen Veränderung natürlicher Populationen und zur Ausrottung bestimmter Arten wie beispielsweise Insekten diskutiert würden. „Sind sie erst in die Natur entlassen, könnten Organismen mit Gene Drives ökologische Katastrophen auslösen", warnte Weiger. Mehrere Umweltorganisationen, darunter der BUND, hatten vor der Biodiversitätskonferenz von Umweltministerin Barbara Hendricks gefordert, die unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen zu thematisieren und sich für ein internationales Verbot von "Gene Drives" einzusetzen.


NABU zieht positive Bilanz der Weltnaturschutzkonferenz in Mexiko

Tschimpke: Landwirtschaft muss deutlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten

NABU Pressemitteilung, 19.11.16

Berlin/Cancún – Der NABU hat eine positive Bilanz der 13.Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt gezogen, die am Wochenende in Cancún/Mexiko zu Ende gegangen ist. NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Die Beschlüsse sind wegweisend, vor allem für die Landwirtschaft. Die Regierungen der Welt haben sich in Cancún verpflichtet, ihre Agrarpolitik in Einklang mit Naturschutzzielen zu bringen. Damit haben Deutschland und die ganze EU jetzt eine klare Marschroute für die anstehende Reform der Agrarsubventionen nach 2020, von der sie nicht mehr abweichen dürfen.“

Gerade der massive Pestizideinsatz in der Landwirtschaft führt weltweit zum Verlust von biologischer Vielfalt. „Er belastet Böden, Grundwasser und ist eine wesentliche Ursache für den alarmierenden Rückgang von Feldvögeln, Insekten und vielen weiteren Arten“, so Tschimpke. Vor diesem Hintergrund begrüßt der NABU, dass mehrere EU-Staaten in Mexiko eine „Koalition der Willigen für Bestäuber“ gegründet haben. Die Gruppe, der auch Deutschland angehört, will Bienen und andere Insekten besser schützen. Auch wollen sie nationale Strategien zum Schutz von Bienen und Insekten entwickeln und beispielsweise nach Alternativen zu Pestiziden suchen. „Gerade Insekten, die den überwiegenden Anteil unserer Artenvielfalt ausmachen und denen eine besondere Bedeutung im Naturhaushalt zukommt, sind in besonders erschreckend hohem Maße betroffen. Diese Biodiversitätsverluste müssen sehr ernst genommen werden, da das Aussterben von Arten irreparabel ist und auch zahlreiche ökonomische Folgen hat“, so Tschimpke weiter. Der NABU fordert den Wandel hin zu einer ökologisch verträglichen Forst- und Landwirtschaft, eine an der nachhaltigen Bewahrung der Biodiversität ausgerichtete Agrarförderung sowie konkret für Deutschland den Aufbau eines bundesweiten Biodiversitätsmonitorings für Insekten sowie die Förderung der Forschung zum Insektensterben. Zudem ist auf EU- und Bundesebene dringend eine Überprüfung des Zulassungsverfahrens von Pestiziden geboten, um die weitreichenden Auswirkungen auf Natur und Umwelt umfassender abschätzen zu können – unter strikter Wahrung des Vorsorgeprinzips.

Die UN-Vertragsstaaten haben sich in Mexiko auch auf den Abbau biodiversitätsschädlicher Subventionen geeinigt. „Die in Cancún einstimmig verabschiedeten Beschlüsse machen deutlich, dass Ernährungssicherung und produktive Landwirtschaft auf Dauer nur möglich sind, wenn die Biodiversität weltweit erhalten wird. Naturschutz kann daher nicht mehr länger allein eine Aufgabe der Umweltminister sein – er muss Sache der Regierungschefs werden“, so Tschimpke.

Auch in anderen Bereichen wurden in Cancún wichtige Beschlüsse gefasst, sei es bei der Identifizierung zusätzlicher Meeresgebiete von ökologischer Bedeutung, bei der Annahme eines Aktionsplans für die Wiederherstellung geschädigter Wälder und anderer Ökosysteme und dem Beschluss, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht auf Kosten der biologischen Vielfalt gehen dürfen.

„Cancún hat bestätigt, dass die Biologische Vielfalt für die Zukunft der Menschheit mindestens ebenso überlebensnotwendig ist wie der Klimaschutz. Die Regierungen haben hier bislang viel zu wenig Fortschritte gemacht, wie unsere in Cancún veröffentlichte Analyse gezeigt hat. Es bleiben nur noch vier Jahre und sehr viele Hausaufgaben um die vereinbarten Ziele für 2020 zu erreichen“, sagte Konstantin Kreiser, NABU-Leiter für Globale Naturschutzpolitik, der die Verhandlungen vor Ort begleitet hat.


UN-Konferenz ernüchtert Umweltschützer

Zwei Wochen lang berieten in Mexiko Vertreter aus aller Welt darüber, wie das weltweite Artensterben gestoppt werden kann. Umweltschützer hatten sich größere Fortschritte erhofft.

(dpa) - 18. Dezember, 2016

http://www.dw.com/de/un-konferenz-ern%C3%BCchtert-umweltsch%C3%BCtzer/a-36815410


Artenschutz soll Chefsache werden

Am Ende der UN-Konferenz stehen Absichtserklärungen und ambitionierte Ziele

(dpa) - 19. Dezember, 2016

http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article209025093/Artenschutz-soll-Chefsache-werden.html




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