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Wölfe in Hessen

Donnerstag, 29. Mai, 15:50 Uhr

Wieder Wölfe in Nordhessen

Frankfurt/Main (ddp-hes). Die Nachricht von der Rückkehr des Wolfes nach Hessen nach 150 Jahren ist nicht nur bei Naturschützern mit Freude aufgenommen worden. Anfang Mai war im Reinhardswald nördlich von Kassel ein Wolf gesichtet worden. Nach Auffassung des Naturschutzverbandes BUND gilt es jetzt, Bewohner der Region und Touristen über das Verhalten des Tieres aufzuklären. Es gehe darum, bei einigen Menschen noch bestehende Vorbehalte abzubauen und beispielsweise Spaziergänger in dem Erholungsgebiet zu informieren, sagte BUND-Naturschutzreferent Thomas Norgall am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp.

Norgall betonte, Wölfe seien scheu und nach allen Erfahrungen für den Menschen ungefährliche Tiere. Dies gelte es nicht nur hin und wieder über die Medien zu transportieren. Die Informationen müssten auch dort zu finden sein, «wo die Menschen tatsächlich aus ihrem Auto aussteigen, um Spazieren zu gehen». Auch müsse man darüber aufklären, woran ein Wolf zu erkennen ist und wie leicht die Tiere mit Hunden verwechselt werden können.

Im vorliegenden Fall handele es sich vermutlich um ein Jungtier. Bei diesen könne es zwar vorkommen, dass sie aus Neugier Menschen aus gewisser Entfernung beobachten, erläuterte Norgall. Dass sie sich dem Menschen aber auf eine Weise nähern, wie man es in Bayern mit «Problembär Bruno» erlebt habe, sei hier nicht zu erwarten.

Nach Einschätzung Norgalls hat der gesichtete Wolf durchaus Chancen, im Reinhardswald zu überleben. Es gebe dort reichlich Wild, zudem seien Wölfe sehr anpassungsfähig. Einen Abschuss habe der Wolf in dem Staatsforst nicht zu befürchten. «Die größte Gefahr für ihn ist, dass sich eine Hundekrankheit auf ihn überträgt oder er auf einer Straße von einem Auto erfasst wird», sagte Norgall.

Dass der Wolf zur ernsthaften Bedrohung für die Schafbestände in der Region werden könnte, glaubt Norgall nicht. In Hessen würden viel mehr Schafe von wildernden Hunden gerissen oder einfach gestohlen. Gleichwohl müsse man darüber reden, wie Schäfer finanziell entschädigt werden können, wenn eines ihrer Tiere von dem Wolf gerissen wird.

Das hessische Umweltministerium hatte dazu bereits seine Bereitschaft erklärt. «Wir werden niemanden mit möglichen Schäden alleine lassen», hatte das Ministerium am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der Naturschutzverbände, der Forstverwaltung, der Wissenschaft sowie der Jägerschaft erklärt.







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