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Citruskäfer-Alarm

Förster geben Käferalarm

Chinesischer Pflanzenschädling wurde mit Fächerahorn eingeschleppt

Von Simon Blomeier, Neue Westfälische, 3.7.08

Bielefeld. Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen warnt vor dem Citrus-Bockkäfer. Das Insekt soll sich in Fächerahornbäumen eingenistet haben, die von einer Supermarktkette ab Mai in vielen Teilen Deutschlands angeboten wurden. Der als Schädling eingestufte Käfer ist in Bielefeld möglicherweise bereits geschlüpft.

Jeder Bürger, der in den vergangenen Monaten einen Baum mit der Bezeichnung "Acer palmatum" in einer Baumschule oder einem Supermarkt gekauft hat, sollte bei den Exemplaren mehrfach wöchentlich nachsehen, ob dort Löcher, Bohrspäne, oder sogar erwachsene Käfer zu finden sind, fordert der Pflanzenschutzdienst, für den der Landesbetrieb und die Landwirtschaftskammer zusammenarbeiten.

Bei Verdacht, dass das Bäumchen von dem Käfer befallen ist oder sogar einer gefunden wird, muss umgehend die Behörde kontaktiert werden. Wenn der Baum befallen ist, muss die Pflanze vollständig auch mit ihrer gesamten Wurzel in einen stabilen Müllsack verpackt werden. Falls sie noch in einem Blumentopf steht, ist auch dieser samt Erde mit in den Sack zu stecken. Käfer müssen eingefangen werden, damit sie keine heimischen Bäume befallen.

"Die Tiere sind schwarz bis teilweise dunkelblau und haben weiße Punkte über den ganzen Körper verteilt ", berichtet Klaus Renner, ehemaliger Leiter des Bielefelder Naturkunde-Museums. Ein Befall durch das schädliche Insekt sei für einen Baum das Todesurteil. Auch Erhard Oehle, staatlicher Forstbetriebsbeamter in Bielefeld, hält eine Verbreitung des Citrus-Bockkäfers für "mordsgefährlich". Der für den Menschen selbst harmlose asiatische Krabbler habe keine natürlichen Feinde.

Entweder sei er für mögliche Fressfeinde zu groß, oder sein Panzer zu hart, so dass Vögel ihn nicht knacken können. Somit könne sich das Tier unkontrollierbar vermehren. "Ein Befall der heimischen Wälder würde gigantische Ausmaße haben", sorgt sich Oehle. Renner beschwichtigt ein wenig: "Im Wald ist es dem Käfer wahrscheinlich viel zu kalt." Zwar sollen bereits Allee-Bäume befallen worden sein. Die wären aber stets Sonnenlicht ausgesetzt. Im Wald sei es zu schattig.

Für Oehle ist die Käfer-Invasion eine der ungewollten Folgen der Globalisierung, mit der man sich wohl abfinden müsse. Er appelliert an die Verantwortung der Verbraucher: "Warum reicht denn nicht ein heimischer Baum?" So würden das Risiko verringert. Denn das Insekt kommt nicht allein über Zierpflanzen ins Land.

In den Jahren ab 2004 wurden in Deutschland bereits Käfer im Freiland entdeckt. Verpackungsmaterial von importiertem Granit aus China soll den Tierchen und ihren Larven als Versteck gedient haben. So stammt auch das neue Pflaster in der Bielefelder Altstadt aus China. Geliefert wurde es auf Holzpaletten und auch an den Kanten war es mit Holzlatten gesichert.


2. Juli, 2008

Eichenprozessionsspinner breiten sich in NRW weiter aus

Düsseldorf (ddp) - Die für den Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinner sind in Nordrhein-Westfalen weiter auf dem Vormarsch.

Die Raupenpopulationen breiteten sich vom Niederrhein kommend immer mehr nach Osten aus. «Mittlerweile sind auch Städte wie Duisburg oder der Kreis Borken davon betroffen», sagte der Waldschutzberater Norbert Geisthoff vom Landesbetrieb Wald und Holz. Erst vor Kurzem hatte es auch in Geilenkirchen einen Fall gegeben.

Bis vor wenigen Jahren war der Eichenprozessionsspinner nur in südlichen Gefilden zu Hause. Durch das warme und trockene Klima ist die Schmetterlingsart jedoch auch immer öfter im Norden anzutreffen.

1998 waren erstmals Bäume in NRW in Kevelaer von dem Schädling befallen, seitdem hat sich der Schädling kontinuierlich ausgebreitet.

Gefährlich für den Menschen sind die Härchen der Raupen des Eichenprozessionsspinner, die ein Nesselgift enthalten. Das Gift kann bei Menschen Hautreizungen und Atemnot hervorrufen.

Verteilt werden die Härchen durch den Wind. Wer sich in der Nähe eines befallenen Baumes aufhalte, sei besonders gefährdet, sagte Geisthoff.

«Wer ein Nest entdeckt, sollte seinen Körper möglichst vollständig bedecken, damit es keinen Hautkontakt mit den Härchen gibt», riet der Experte. Die Nester sind meist faustgroß.

Befallene Bäume können für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Zudem können die Nester entweder verbrannt, abgekratzt oder aufgesaugt werden.

Auch ein chemischer Einsatz gegen die Larven ist möglich. Nach Angaben von Geisthoff werden sich die Raupen bis zum August verpuppen. Da die Härchen dann aber immer noch in den Nestern bleiben, wird die mögliche Belastung noch einige weitere Monate anhalten.







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