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Update Griechenland-Waldbrände

28.07.08; 14:44

Feuerwehr bringt Brände unter Kontrolle

(SDA/ATS) - Nach knapp einer Woche hat die griechische Feuerwehr den Waldbrand auf der Ferieninsel Rhodos unter Kontrolle gebracht. Das Feuer hatte sich seit vergangenem Dienstag auf einer Fläche von über 50 Quadratkilometern ausgedehnt.

Zwei Löschflugzeuge und sieben Helikopter löschten die letzten Brände, wie ein Feuerwehrsprecher am Montag sagte. Zudem seien noch knapp 400 Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer vor Ort.

Verursacher des Brandes auf der Insel im Südosten der Ägäis war offenbar ein 61-jähriger Mann, der in der Region Agios Isodros Gestrüpp verbrannt hatte. Er wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 15 000 Euro verurteilt.

Angefacht durch starke Winde, hatte sich der Brand drei Dörfern im Osten von Rhodos gefährlich genähert. Wegen der starken Rauchentwicklung waren am Freitag drei Hotels geräumt worden, rund 3000 Gäste wurden für eine Nacht in andere Unterkünfte gebracht.

Tourismusbranche zuversichtlich

Bereits am Sonntag hatte die Feuerwehr den Waldbrand weitgehend eingedämmt. Die Tourismusbranche der Insel zeigte sich zuversichtlich, dass der schwere Waldbrand ihr nicht nachhaltig schaden werde.

Die Lage sei jetzt unter Kontrolle und von derzeit 10 000 Feriengästen auf Rhodos hätten 95 Prozent nichts von dem Feuer mitbekommen, sagte der Vorsitzende des Hotelverbandes von Rhodos, Vassilis Manaïdes, der Zeitung «Rodiaki».

In Griechenland lodern in den Sommermonaten regelmässig schwere Waldbrände. In diesem Sommer sind bei anhaltender Trockenheit, grosser Hitze und heftiger Winde bereits etwa 100 Brände ausgebrochen.

Besonders verheerend waren die Feuer im vergangenen Jahr: Im Juli und August 2007 starben bei den vor allem auf dem Peloponnes wütenden Bränden 77 Menschen, 2700 Quadratkilometer Wald und Ackerland wurden zerstört.


Rhodos kann aufatmen

Von Gerd Höhler, Frankfurter Rundschau, 27.7.08

Sechs Tage lang wüteten die Feuerstürme auf der griechischen Ferieninsel Rhodos, schlugen tausende Touristen in die Flucht und verwandelten das bergige Hinterland der Insel in eine trostlose Mondlandschaft aus grauer Asche, schwarzen Baumgerippen und verkohlten Tierkadavern. Am Sonntag endlich gelang es den Feuerwehren, den Brand unter Kontrolle zu bringen - teils dank der abflauenden Winde, aber auch, weil das Feuer vielerorts keine Nahrung mehr fand.

Noch Angst vor frischen Winden

"Wir haben das Feuer zur Zeit an allen Fronten unter Kontrolle", sagte Ioannis Machairidis, der Präfekt der Dodekanes-Inselgruppe, am Sonntagnachmittag. "Wir können uns aber noch nicht in Sicherheit wiegen und müssen wachsam bleiben, weil am Abend die Winde oft wieder auffrischen und das Feuer neu anfachen könnten."

Während die Piloten der Löschflugzeuge immer wieder im Gleitflug Wasser auf dem Meer aufnahmen, um es über den vielerorts noch züngelnden Flammen abzuwerfen, versuchten die Löschmannschaften am Boden, die Brandnester zu bekämpfen.

Fast 1000 Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer waren im Einsatz. Die meisten waren nach dem tagelangen Kampf völlig erschöpft. Menschen sind bisher nicht zu Schaden gekommen. Es gibt auch keine nennenswerten Gebäudeschäden in der nur dünn besiedelten Brandregion.

Bange Stunden erlebten am Samstag die Einwohner der Ortschaft Laerma. Nachdem der Ort am Donnerstag beinahe ein Raub der Flammen geworden war, kam die Feuerfront erneut bis auf 500 Meter an die Häuser heran. Dann gelang es den Feuerwehren mit Löschflugzeugen und Hubschraubern, den Brand einzudämmen.

Unversehrt blieben auch jene rund 3000 Touristen, die am Freitagabend aus mehreren Hotels an der Südostküste der Insel evakuiert werden mussten. Zwar waren die Hotels nicht unmittelbar durch die Flammen gefährdet, dicke Rauchschwaden erschwerten aber das Atmen. Die Urlauber konnten bis zum Sonntag wieder in ihre Hotels zurückkehren.

Obwohl die Urlaubsorte nicht direkt von den Bränden betroffen sind, sorgen sich die Hoteliers um die Zukunft des Tourismus, der die Haupt-Einnahmequelle für die 120 000 Einwohner ist.

Nach vorläufigen Schätzungen haben die Brände seit dem vergangenen Dienstag 5000 bis 6000 Hektar Wald- und Buschland vernichtet - zum Teil wichtiger Lebensraum für Hirsche, Rehe, Igel, Schildkröten und andere Arten - ein springender Hirsch ist nicht zufällig das Wappentier der Insel. Die meisten Wildtiere dürfen in den Flammen verendet sein.

Verursacht wurde die Katastrophe vermutlich von einem 61-jährigen Landwirt, der am vergangenen Dienstag auf seinem Acker trockenes Reisig verbrennen wollte. Die Flammen gerieten außer Kontrolle und griffen auf ein Waldstück über. Ein Schnellrichter in Rhodos verurteilte den Mann am Freitag wegen fahrlässiger Brandstiftung zu vier Jahren Gefängnis und 15 000 Euro Geldstrafe.







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