AktuellMiniermotte
Montag, 28. Juli, 15:11 Uhr Miniermotte verursacht MillionenschädenBerlin (ddp). Die Rosskastanien-Miniermotte richtet Schäden in Millionenhöhe an. So müssten die Städte und Gemeinden in Deutschland nach einer Untersuchung der Universität Frankfurt jährlich etwa acht Millionen Euro für die zusätzliche Laubentfernung bereits im Spätsommer ausgeben, teilte die Bundesregierung am Montag auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Die Blätter der Bäume werden braun und welken frühzeitig.Das zusätzliche und flächendeckende Laubsammeln sei zurzeit immer noch das effektivste Verfahren, um den Befall durch die Rosskastanien-Miniermotte im folgenden Jahr einzudämmen, hieß es. Das Laub könne normal kompostiert werden. Die Miniermotte war 1986 zum ersten Mal in Mazedonien aufgetreten und hat sich seitdem über ganz Europa verbreitet. Allerdings richten sie die Schäden nur bei der Weißblütigen Rosskastanie an. Bei der Roten sterben die Larven Experten zufolge aus bisher unbekannten Gründen. Alarm: Alge tötet BäumeOberbayrisches Volksblatt, 28.7.08«Phytophthora», dieses Wort versetzt Forstleute und Stadtgärtner in Schrecken. Der pilzähnliche Mikroorganismus greift gesunde Bäume an und nimmt ihnen die Lebenskraft. In Stadt und Landkreis Rosenheim hat er bereits. Bei der Alge handelt es sich um eine weltweit verbreitete Gattung mit vielen verschiedenen Arten. Die bekannteste Art verursacht die Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln. Andere Phytophthora-Arten -waren schon vor Jahren in Australien die Ursache für ein Eukalyptussterben und sorgen seit einigen Jahren in den USA für ein Absterben von Eichen. In einer in den letzten fünf Jahren in über 130 Buchenbeständen in Bayern durchgeführten Untersuchung zeigte sich, dass auf den meisten Standorten verschiedene Phytophthora-Arten vorkommen. Durch die Zerstörung des Feinwurzelsystems sowie Wurzelhalsfäulen und Stammkrebse sind sie für die weitverbreiteten Kronenschäden und das Absterben von Buchen in Wäldern und Parks verantwortlich. Im Stadtgebiet Rosenheim sind Buchen in den meisten Parkanlagen betroffen, während im Landkreis Rosenheim die Buchenschäden im Bergmischwald sowie auf schweren Moränenböden besonders ausgeprägt sind. Erlenbestände im Landkreis befallen Bayern ist jedoch kein Sonderfall. Die Buchenschäden sind ebenso wie das Eichensterben durch Phytophthora-Arten in ganz Europa verbreitet. Auch das Erlensterben, dass erstmals 1992 in den Niederlanden beobachtet wurde, hat sich mittlerweile in fast allen europäischen Ländern ausgebreitet. Betroffen sind insbesondere Schwarzerlen an hochwasser- und grundwasserbeeinflussten Standorten. In Deutschland hat Bayern als erstes Bundesland durch die Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft und die Wasserwirtschaftsämter eine systematische Erfassung durchgeführt. Dabei wurde die Erlenerkrankung in weit mehr als 1000 Waldbeständen, zumeist jüngeren Pflanzungen sowie entlang der meisten Fließgewässer nachgewiesen. An vielen Gewässern sind bereits mehr als die Hälfte der Erlen abgestorben. Im Landkreis Rosenheim sind besonders die Erlenbestände im Uferbereich des Simssees, des Chiemsees und des Hofstätter Sees sowie entlang der Rott, des Inns, der Sims, der Murr, der Gunzenhamer Ache, aber auch der Leitzach und der Mangfall betroffen. «In Bayern handelt es mittlerweile um eine ernste Epidemie», sagt Markus König, Grünplaner der Stadt Rosenheim. Es trete offensichtlich eine Reihe von Varianten dieses Abkömmlings auf, die unterschiedlich aggressiv wirken. In den letzten Jahren hätten sich in Europa bei zahlreichen weiteren heimischen Baumarten wie etwa Rotbuchen, Eichen, Ahornen, Ess- und Rosskastanien, Linden und Birken Phytophthora-Schäden deutlich verstärkt. Dies liege, so König, einerseits daran, dass der Klimaverlauf mit extremen Nass- und Trockenperioden im Wechsel sowie mit Starkregenfällen der Vermehrung und Infektionsfähigkeit der Krankheitserreger stark entgegenkomme. Andererseits seien die Erreger mittlerweile im Baumschulbereich verbreitet. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen, zum Beispiel mit Fungiziden, sind nach Auskunft des Fachmanns nur begrenzt möglich, zum Beispiel in Baumschulen. In der freien Landschaft sei eine Anwendung allein schon wegen der ökologischen Auswirkungen auf die Gewässer nicht sinnvoll. Übrig bleiben nur vorbeugende Maßnahmen wie das Fällen der Bäume und das Verbrennen des infizierten Stammfußes. Experten empfehlen generell, verstärkt auf Naturverjüngung zu setzen, so lange keine resistenten Sorten der anfälligen Hauptbaumarten zur Verfügung stehen. Am geplanten Rundweg der Rosenheimer Landesgartenschau wurden insgesamt 130 Bäume behandelt. Die Bedrohung sei, so König, gar nicht so offensichtlich gewesen. Erkannt wurde sie von Dr. Thomas Jung, einem Experten aus Brannenburg. Er hatte einen Forschungsauftrag zu diesem Thema an der Forstlichen Versuchsanstalt in Freising. re » zurück |
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