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Aktuell

Sparen in Bayerns Wäldern

Neutrale Beratung ist wichtig für den Wald

WBV warnt vor Amts-Reform und Käfer

Merkur Online, 18.11.03

Kirchbichl - Die Regierungserklärung des bayerischen Ministerpräsidenten ruft die Waldbesitzer auf den Plan. Der vorgesehene Stellenabbau bei den Forstämtern und die damit verbundene schrittweise Beendigung der Beratung der Privatwaldbesitzer war zentrales Thema bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen im Kirchbichler Jägerwirt.

"Mancher kann sich vielleicht noch nicht vorstellen, wie wichtig eine neutrale Beratung für die optimale Verbindung zwischen Effizienz und Ökologie in der Wald- und Holzwirtschaft ist", sagte WBV-Geschäftsführer Gerhard Penninger. Eine Verschlechterung der Waldqualität sei zu befürchten. "Macht bei Landtagsabgeordneten und über die Kommunen auf die prekäre Lage aufmerksam", rief Penninger die Anwesenden zum Widerstand auf. Weitere Sparmaßnahmen im waldbaulichen Bereich seien nicht zu erwarten, beruhigte der Tölzer Forstamtsleiter Markus Hildebrandt: "Grundsätzliche Ziele und Förderungen stehen bis jetzt nicht in Frage."

Gefahr in Verzug sah man jedoch hinsichtlich des Käferbefalls. "Der trockene Sommer hat das Seinige dazu getan", konstatierte Förster Max Leutenbauer. Ein sicherer Hinweis auf den ungeliebten Bewohner sei das Vorfinden von braunem Bohrmehl. Derzeit könne man an den Bäumen nicht viel erkennen: Der Schädling überwintert häufig im Boden. Leutenbauer: "Aber wenn das nächste Frühjahr trocken ist, wird er sich explosionsartig ausbreiten." Zur Eindämmung müssten betroffene Bäume bereits im Frühstadium gefällt und gleich abtransportiert werden. "Geht jetzt ins Holz", empfahl Penninger, "noch ist die Abfuhr ungehindert und die Preise sind einigermaßen."

Kein Verständnis hatten die Bauern für den Preis-Abschlag von 10 bis 20 Euro bei der Tanne gegenüber der Fichte. Josef Grünwalder grollte: "Die längere Trocknungszeit und das höhere Gewicht - das kann doch bei der heutigen Technik kein Problem mehr sein." Das Ansehen dieser tief wurzelnden und deshalb sturmbeständigen Möbelholz-Lieferantin soll im nächsten Jahr aufpoliert werden, erklärte Hildebrandt. Die Tanne ist der Baum des Jahres 2004. rb


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