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Aktuell

Forstreform in Niedersachsen

Weniger Förster für Ostfrieslands kleine Wälder

Einsparungen Zahl der Ämter und Reviere wird in ganz Niedersachsen drastisch verringert

Ostfriesen-Zeitung, 18.11.03

Das Ministerium will am Personal sparen. Mit ungewöhnlichen Mitteln: Den Förstern wurden schon Lehrerstellen angeboten. Ostfriesland / SR - Die Auflösung des alten Forstamts Aurich ist noch gar nicht so lange her, da wartet auf Ostfrieslands Förster die nächste Runde der Verwaltungsreform. Und die hat es in sich: Sechs Försterstellen wie heute wird es danach nicht mehr geben. Ob das für die ostfriesische Halbinsel zuständige Forstamt Neuenburg weiter existiert, ist zweifelhaft.

Die neuen Planungen hängen mit den Einsparungen der Landesregierung zusammen. Das Landwirtschaftsministerium will 1 000 Stellen einsparen, 600 davon sollen im Forstbereich wegfallen. Nach OZ-Informationen soll gleichzeitig die Zahl der Forstämter von 45 auf 27 und die Zahl der Reviere um 70 zurückgefahren werden. Endgültige Entscheidungen fallen in den kommenden Wochen.

Weil die meisten Mitarbeiter in der Forstwirtschaft Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst sind, ist das Stellenstreichen gar nicht so einfach. Das Landwirtschaftministerium griff daher zu einem ungewöhnlichen Mittel: Den Förstern wurde das Angebot gemacht, in den Lehrerberuf zu wechseln. Die meisten haben dankend abgelehnt, einige junge Förster haben sich aber interessiert gezeigt.

Die Forstverwaltung konzentriert sich zwar in den waldreichen Gegenden Niedersachsens, zum Beispiel im Harz. Aber auch auf der ostfriesischen Halbinsel gibt es Wald. Um die rund 8 000 Hektar kümmern sich acht Förster, eine auf mehrere Förster verteilte Stelle für Umweltbildung kommt noch hinzu.

Die ostfriesischen Förster stellen sich darauf ein, dass mindestens zwei Planstellen wegfallen. Ein Förster geht demnächst in den Ruhestand. Niemand glaubt, dass dieser Posten wieder besetzt wird. Dann werden die Reviere für den einzelnen Förster größer, was besonders in Ostfriesland ein Problem ist: Denn dort gibt es keine zusammenhängende Waldfläche wie im Harz, sondern über das ganze Land verteilte kleine Wälder. Es zeichnet sich ab, dass künftig ein Förster mehrere Wälder betreut. „Wir werden zum Kilometerfresser“, sagt ein Förster der OZ.

In den Wäldern des Forstamts Neuenburg macht das Wort von der „Zerschlagung von Strukturen“ die Runde. Einige sehen schon das Waldprogramm „Löwe“ in Gefahr. Unter diesem Namen entwickeln die Förster ihre Reviere seit Jahren zu Mischwäldern mit einem höheren Laubbaum-Anteil. Man verspricht sich davon Wälder, die gegen Schadstoffe und Schädlinge widerstandsfähiger sind.

Außerdem werden die Förster Dienstleistungen wie Brennholzstapeln, Exkursionen oder Vormittage für Schulklassen einschränken. Allgemein werde die Waldpflege auf ein niedrigeres Niveau sinken und weniger intensiv sein, heißt es bei den regelmäßigen Dienstbesprechungen der Förster.


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