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Aktuell
Vorführung im Freilichtmuseum
Holz rücken, Bretter schneiden und Schuppen bauen
Typische Winterarbeiten für einen Bauern - Vorführungen im Oberpfälzer Freilandmuseum
Der Neue Tag, 19.11.2003
Nabburg. (sus) Die Arbeit auf einem Bauernhof geht nie aus. Welche Tätigkeiten gerade der Winter mit sich bringt, erkundeten die Besucher im Freilandmuseum Neusath-Perschen.
Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten erledigten die Landwirte im Winter. Jedoch galt es auch, bestimmte Wald- und Feldarbeiten abzuschließen. Im Wald war für die Bau- und Brennholzgewinnung Holz zu schlagen. Andere Flächen mussten einfach durchforstet werden, damit sich die jungen Bäume optimal entwickeln können. All diese Arbeiten stellten die Mitarbeiter des Museums vor. Im Mühlental fällten Männer Bäume. Liesel und Fritz, die beiden Rösser, rückten sie gemeinsam Bäume aus dem Gelände, so dass die Stämme weiter bearbeitet werden konnten. Mit der Zugsäge wurden die gefällten Bäume in Stücke gesägt und per Hand mit der Axt gespalten, um sie leichter auf den Wagen laden zu können und später in kurze Scheite zu hacken. Im Waldlerdorf hackte jemand die abfallenden Äste und ihre Streu in kleine Stücke.
Das Stammholz erfuhr unterschiedliche Verwendung: Beispielsweise fertigten die Menschen damals neue Dachschindeln. Das spezielle Herstellungsverfahren war im Neusather Freilandmuseum zu beobachten. Stehend zu den Jahresringen spaltet man aus dem noch frischen Holz die Schindeln. Nachdem sie versäubert und mit einer Nut versehen sind, müssen sie trocknen. Erst dann werden sie ineinander auf dem Dach aufgesteckt.
Durch einen einzelnen Baumstamm fraß sich ein meterlanger Bohrer. Das entstandene Rohr wird für einen Weiherüberlauf dienen. Die Kunst dieser kräftezehrenden Tätigkeit ist es, dass die Bohrerspitze den Baumstamm am Ende wieder in der Mitte verlässt, damit die Rohrfunktion gewährleistet ist. Wer Bretter benötigte, brachte seine Stämme "auf'd Säg'", um sie dort schneiden zu lassen. Deswegen war die "Brederschneid" des Museums in Betrieb. Sie hat ein Holzgatter und nur ein einziges Sägeblatt, das durch Wasserkraft betrieben, beständig auf und ab läuft und sich so, Brett für Brett, durch den Stamm frisst. Früher wurden nur Bretter in einer solchen Säge geschnitten, erklärte Konrad Uschold, der Bauhofleiter des Museums an diesem Ort. Deswegen hießen die Sägen auch "Bretterschneide", denn die Balken stellte man von Hand her.
Einfache Bauten, wie etwa Schuppen und kleine Unterstände, wurden aus Rundholz gebaut. Auf diese Weise sparte man sich das Bearbeiten der Baumstämme. Doch im Winter mussten noch mehr Arbeiten erledigt werden: Neue Rechen aus Buchen- und Haselnussholz fertigen, Reisigbesen binden, Holzschuhe schnitzen, Basteleien mit der Laubsäge schneiden, Flachs brechen und riffeln sowie Schafwolle lockern und spinnen.
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