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Aktuell
Fairplay im Wintersport
Freitag 21. November 2003, 10:24 Uhr
Umweltorganisationen fordern mehr Fairplay im Wintersport
Bern (AP) Die Umweltschutzorganisationen Pro Natura, Stiftung Landschaftschutz und WWF Schweiz fordern mehr Fairplay im Wintersport. Zahlreiche Ausbauprojekte in Skigebieten gefährdeten wichtige Naturschätze, kritisierten die Umweltschützer am Freitag in Bern. Viele Ausbaupläne machten zudem ökonomisch keinen Sinn.
In Schweizer Skigebieten herrscht gegenwärtig laut den drei Umweltschutzorganisation das klassische Bauboom-Szenario der 70er Jahre: Ambitiöse Ausbaupläne, zweifelhafte Rentabilität, politischer Druck auf Fachbehörden, massive Landschaftstätigkeit und illegale Bautätigkeit. Eine im Auftrag von Pro Natura veröffentlichte Studie zählt allein im Schweizer Alpenraum 113 Projekte für Erweiterungen und Ausbauten bestehender Skigebiete in der Höhe von rund 3,5 Milliarden Franken. Die Vielzahl von Ausbaupläne und insbesondere die Neuerschliessungen machten ökonomisch keinen Sinn, da die Nachfrage nach touristischen Leistungen seit Jahren stagniere, so die Umweltverbände. Einschneidend seien aber die Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Sie bedrohten langfristig auch das Kapital des Tourismus selber.
Vielfach unterstützten Gemeinden, Kantone und Bund die oft ökonomisch fragwürdigen und ökologisch bedenklich Investitionsvorhaben. In der Schweiz sind gemäss den Umweltschützern zwei Drittel der Bergbahnen in finanzieller Schieflage.
Mehrere Ausbauprojekte gefährdeten wichtige Naturschätze. So soll im Kanton Glarus das älteste Jagdbanngebiet Europas teilweise in eine Intensivtourismus-Zone umgeteilt werden. In der Weissen Arena Flims Laax, wo der stark gefährdete Auerhahn noch vorkommt, müssten sechs Hektaren Wald einer neuen Skipiste weichen. Die Umweltorganisationen forderten deshalb den konsequenten Schutz bestehender Naturschätze vor Ausbauvorhaben, einen Stopp der Subventionen von Skigebieten unter 1.500 Metern über Meer und keine öffentlichen Gelder für Projekte in Skigebieten mit zweifelhaften wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.
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