AktuellBayerns Forstämtern droht das Aus
Bayerns Forstämtern droht das AusErstmals gehen Förster auf die StraßeDemo am Mittwoch München Merkur-Online, 5.12.03 Den 128 Forstämtern im Freistaat droht das Aus. Auf Anfrage hat Agrarminister Josef Miller erstmals sein Konzept zur Forstreform vorgestellt. Demnach wird es die Forstämter in dieser Form nicht mehr geben. Die Verwaltungsaufgaben sollen mit den Landwirtschaftsbehörden zusammengelegt werden. Es sollen Direktionen oder Ämter für Land- und Forstwirtschaft geschaffen werden, in die die Forstämter integriert werden. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Miller aus. Zunächst sollen die betroffenen Verbände zu dem Konzept gehört werden, teilte Miller mit. Anschließend werde es in der Landtags-CSU diskutiert. Der Freistaat will sich künftig auf die im Interesse des Allgemeinwohls unverzichtbaren Aufgaben konzentrieren. Deshalb soll auch die Beratung der Privatwaldbesitzer schrittweise auf deren Selbsthilfeeinrichtungen übertragen werden. Zur Bewirtschaftung des Staatswaldes soll ein eigenständiger Betrieb gegründet werden, dessen Gesellschaftsform (GmbH, AG, etc.) offen sei. Bayerns Forstleute haben indes die Nase von den Reformen voll. Für Mittwoch, 10. Dezember, haben die Forst-Gewerkschaft, der Verband der höheren Verwaltungsbeamten und der Bund Deutscher Forstleute in München zu einer Demo aufgerufen. Die Kundgebung beginnt um 13 Uhr am Odeonsplatz. Die Veranstalter erwarten 2000 bis 4000 Teilnehmer. Der Bund Naturschutz Bayern, die Bürgerwaldvereinigung und die Waldbesitzervereinigungen unterstützen die Aktion, die unter dem Motto "Kein Kahlschlag im Wald" steht. "Es gehört schon viel dazu, die Förster aus ihrem Wald zu holen, das ist die erste Demonstration in der 250-jährigen Geschichte der Bayerischen Forstverwaltung", sagt Gunter Hahner, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute. An der Demonstration beteiligen sich auch Kommunen und Schulen. Die Waldbesitzerverbände erteilen den Plänen vor allem im Zusammenhang mit der Verlagerung der Beratung auf ihre Verbände eine klare Absage. "Absolut unfinanzierbar", lautet ihr Urteil. Die Landtags-CSU hatte das Tempo der Staatsregierung bei der Forstreform kritisiert und einen Aufschub der Entscheidung erreicht. dak/cm » zurück |
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