Aktuell


Hälfte der Tannen geschädigt

Mittwoch 10. Dezember 2003, 14:00 Uhr

Mehr als 50 Prozent aller Tannenbäume geschädigt

Berlin (dpa) - Mehr als die Hälfte aller Tannenbäume in Deutschland ist geschädigt. Damit ist die Tanne der am meisten von negativen Umwelteinflüssen betroffene Baum. Auch die Eiche ist besonders stark geschädigt. Darauf hat der Deutsche Naturschutzring in Berlin hingewiesen. Insgesamt haben die Waldschäden weiter zugenommen. 21 Prozent aller Bäume weisen deutliche Schäden auf. Vor einem Jahr waren es noch 19 Prozent. Die Bundesregierung stellt morgen den offiziellen Waldschadensbericht vor.


Mittwoch, 10. Dezember 2003

Umweltschützer: Der deutsche Wald steht unter Stress

Naturschützer legen bundesweite Waldschadenserhebung vor

Der deutsche Wald steht offensichtlich unter Stress: „Luftschadstoffe wie Stickoxide und Ozon auf der einen Seite und Trockenheit und Hitze auf der anderen setzen unseren Wäldern erheblich zu“, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Kurz vor der offiziellen Vorstellung der Waldschadensstatistik durch die Bundesregierung legte heute in Berlin der Deutsche Naturschutzring (DNR) die Daten für das Jahr 2003 vor. Der Anteil gesunder Wälder geht von 39 % im vergangenen Jahr auf jetzt 35 % deutlich zurück. Die Flächen mit deutlichen Schäden nehmen von 19 % im Jahre 2002 auf 21 % zu.

„Im nächsten Jahr dürften sich die Dürre und Hitze des Spätsommers bei der Schadenserhebung noch deutlicher bemerkbar machen, da die Datenerhebung erfolgte, als die Böden gerade noch ausreichend mit Wasser versorgt waren“, betonte Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär. Insbesondere besteht die Gefahr größerer Borkenkäferschäden in den geschwächten Fichtenbeständen.

Stickstoffemissionen aus dem nach wie vor wachsenden Verkehr und durch Dünger und Gülle aus der Landwirtschaft setzen den Waldböden und der Artenvielfalt massiv zu. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Säuregehalt in den Waldböden verhundertfacht. Die Feinwurzeln der Bäume sterben ab. Der Wald kann keine Schadstoffe mehr aus dem Wasser herausfiltern. Giftige Stoffe wie Aluminium, Mangan und Nitrat gelangen ins Grundwasser und beeinträchtigen unser Grundwasser.

Der DNR forderte die Bundesregierung auf, den Auto-, Lkw- und Flugverkehr entschieden einzudämmen und auf Verkehrsvermeidung und auf den öffentlichen Verkehr zu setzen.

Quelle/Text: DNR


Waldschäden 2003 - Das dicke Ende kommt noch!

Auswirkungen der Trockenheit bereits in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sichtbar
Bundesweit starker Anstieg der Waldschäden für 2004 vorausgesagt


PM Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, 10.12.2003

Der 9%ige Anstieg der deutlichen Schäden in Baden-Württemberg sowie der 5%ige Anstieg in Rheinland-Pfalz sind ein deutliches Indiz dafür, wie schlecht der Wald in Deutschland mit weiteren Stressfaktoren umgehen kann.

Da in einigen Ländern die Erfassung des Waldzustandes am Beginn der in diesem Jahrhundert einmaligen Trockenperiode stattfand, zeigt der diesjährigen Waldzustandsbericht nach Meinung der Forstexperten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) nicht die tatsächliche Lage des Waldes. Im Jahr 2004 ist eine bundesweite Verschlechterung mit regionalen Schwerpunkten zu erwarten.

Experten befürchten sogar flächiges Absterben von Beständen als unmittelbare Dürrefolge.

Auch Massenvermehrungen von Borkenkäfern sowie Pilzschäden in geschwächten Beständen, die längerfristig zum Absterben von Bäumen und zu starker Holzentwertung führen, werden erwartet. So erwartet z.B. NRW für das Frühjahr einen starken Flug der Borkenkäfer und einen Schadholzanfall im sechsstelligen Festmeter-Bereich.

"Gegen Wetteranomalien kann man nichts machen, aber dafür sorgen, dass sich der Wald besser dagegen wehren kann, ist das Gebot der Stunde", erläutert der Präsident die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Dr. Wolfgang von Geldern.

Als mögliche und kurzfristig greifende Hilfsmaßnahme fordert der Waldschutzverband mehr Bodenschutzkalkungen, die die Abwehrkräfte der Bäume gegen Schädlinge und andere Stressfaktoren stärken.

Weiterhin ist eine Verringerung der Luftschadstoffe - dem Todfeind Nr. 1 der Wälder - notwendig.

Die SDW erneuert ihre Forderungen hinsichtlich einer umweltfreundlicheren Verkehrspolitik, wie z.B. den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sowie der Förderung von erneuerbaren Energien, da fast die Hälfte der schädlichen Stickstoffverbindungen durch den Verkehr freigesetzt werden.


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