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Keine Rettung für Wintersport

Dienstag 16. Dezember 2003, 12:32 Uhr

Klima-Experte sieht keine Rettung für Wintersport

Graz (pte) - Wissenschaftler der Uni Graz warnen nun auch vor einer großen Veränderung in der Tourismusbranche. Aufgrund der Veränderung der Schneefälle sehen die Experten keine Zukunft herkömmlicher Wintersportorte. Touristiker sind daher aufgefordert, sich nach neuen wirtschaftlichen Alternativen umzusehen, berichtet die Universität Graz heute, Dienstag.

"Der Wintersport in dieser Form hat beispielsweise im Ennstal auf Dauer keine Chance", erklärt Stefan Schleicher vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Uni Graz, der als wissenschaftlicher Vertreter Österreichs an der Klimakonferenz in Mailand teilnahm. "Die sichere Schneedecke hat sich um 300 Meter in die Höhe verschoben, Langlaufbewerbe in den Tälern sind schon länger gestrichen worden, der Einsatz von Schneekanonen ist ökologisch eine äußerst heikle Sache", so der Klima-Experte. Der Experte nimmt darin Stellung zum UNEP-Report und legt diesen auf die österreichische Umwelt um. "Die einzige langfristige Maßnahme gegen die fortschreitende Erwärmung ist der kontrollierte Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie", meint Schleicher. "Die Tourismusgebiete sollten sich auf nachwachsende Rohstoffe konzentrieren, Biomasse-Heizanlagen und -Heizkraftwerke sind umweltschonende Alternativen." Ausfälle im Tourismussektor könnten nach Ansicht des Fachmannes anders kompensiert werden: Das Potenzial von Wellness-Urlauben ist seiner Ansicht nach in Österreich noch lange nicht ausgeschöpft.

Der Fachmann kritisiert auch den "persönlichen Mobilitätsbedarf", dessen Einschränkung ein weiterer Schritt gegen den Treibhauseffekt ist. "Es ist nicht sinnvoll, dass wir an einem Ort wohnen, an einem zweiten arbeiten und an einem dritten unseren Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Auch in der Wirtschaft wird viel zu viel unnötig transportiert, weil diese Leistung anscheinend zu billig ist", erklärt Schleicher, der auch anregt, dass bei neu errichteten Gebäuden mehr auf bessere thermische Gebäudequalität zu achten sei. "Dabei ist es vor allem wichtig den Kühlbedarf im Sommer zu reduzieren", erklärt der Volkswirt.


Dienstag 16. Dezember 2003, 20:22 Uhr

2003 war laut UN drittwärmstes Jahr seit eineinhalb Jahrhunderten

Genf (AP) Das Jahr 2003 war nach Angaben der Vereinten Nationen das drittwärmste seit mehr als 150 Jahren. Wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Dienstag in Genf mitteilte, rechnete sie mit einer Durchschnittstemperatur von 0,45 Grad über dem den Messungen zu Grunde gelegten Wert von 14 Grad Celsius für alle zwölf Monate. Das heisseste Jahr war den Angaben zufolge 1998. Die drei bisher höchsten Durchschnittswerte seit Beginn der Aufzeichnungen 1861 seien alle innerhalb der vergangenen sechs Jahre gemessen worden.

Neben weiten Teilen Europas wurden nach WMO-Angaben im Sommer auch Indien und Pakistan von einer Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius erfasst. Waldbrände auf Grund extremer Hitze verwüsteten im Oktober im Westen der USA rund 30.000 Hektar Land. Das andere Extrem sei im Winter zu beobachten gewesen: In Russland sanken die Temperaturen den Angaben zufolge auf minus 45 Grad, in Peru wurden minus 20 Grad gemessen.

Diese Wetterphänomene könnten nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt werden, sagte der stellvertretende WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Vermutlich werde die globale Erwärmung in Zukunft aber häufiger solche extremen Witterungsbedingungen zur Folge haben.


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