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Aktuell
Forstreform in Ostfriesland
Schulausflug in den Wald auf der Streichliste
Förster 66 Reviere in Niedersachsen fallen weg
Auch Ostfriesland ist betroffen
Sieben Beamte kümmern sich heute um die ostfriesischen Wälder. Nach der Reform werden es weniger sein.
Ostfriesen Zeitung, 17.12.03
Ostfriesland / SR - Ostfrieslands kleine Wälder werden künftig von weniger Förstern betreut. Das Landwirtschaftsministerium will die Zahl der Revierförstereien von 340 auf 274 verringern. „Das wird auch Ostfriesland betreffen“, sagte gestern der Leiter der Landesforstverwaltung im Ministerium, Gerd Janßen.
Das Kabinett muss dem Vorschlag des Landwirtschaftsministeriums allerdings noch zustimmen. Auf der Streichliste steht auch, dass die Zahl der Forstämter von 45 auf 27 zurückgefahren wird. Welche Ämter geschlossen werden, steht noch nicht fest, meinte Janßen. Damit werde man sich im Januar beschäftigen, wenn das Kabinett zugestimmt hat. Vor Entscheidungen würden auf jeden Fall Gespräche vor Ort laufen.
Das für Ostfriesland zuständige Forstamt ist Neuenburg. Sechs der sieben Revierförstereien liegen in Ostfriesland. Hinzu kommt noch eine achte Stelle für Umweltbildung, die sich mehrere Förster teilen. Davon profitieren vor allem Schulklassen oder Kindergärten, wenn sie und ihre Lehrer mit den Förstern einen Ausflug in den Wald machen wollen.
Das Ministerium will bei den konkreten Entscheidungen „regionale Unterschiede berücksichtigen“, meinte Janßen. Man wisse sehr wohl, dass die ostfriesischen Förster mit ihren verstreuten Wäldchen größere Wege zurücklegen müssen als ihre Kollegen in großen Waldflächen beispielsweise im Harz. „Aber das kann nicht das einzige Kriterium sein“, meint Janßen.
Mit anderen Worten: Nach dem 1. Januar 2005 wird es nicht mehr sechs Förster in Ostfriesland geben. Nach OZ-Informationen ist damit zu rechnen, dass von den sieben Revierförstereien des Forstamts Neuenburg noch vier übrig bleiben. Janßen wollte diese Zahl aber nicht bestätigen.
Offen ist auch, ob das Forstamt Neuenburg überhaupt bestehen bleibt. Damit verbunden ist die Frage, ob im Raum Ostfriesland überhaupt noch Förster ausgebildet werden. Bislang bildet Neuenburg zwei bis drei junge Förster im Jahr aus. Zudem wird im Januar entschieden, ob die Stelle für Umweltbildung bleibt. Wenn nicht, werden Schulklassen die Möglichkeit zum Unterricht im Wald nicht mehr so oft wie heute nutzen können.
Durch technische Verbesserungen bei der Holzverarbeitung und die Gründung einer „Niedersächsischen Landesanstalt Landesforsten“ sollen die Förster entlastet werden. „Aber einiges müssen sie einfach weglassen“, sagte Janßen der OZ, „es wird in Zukunft weniger Wünschenswertes gemacht werden.“
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