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Aktuell
Verwaltungsreform bei Bayerns NPs
Bayerns Nationalparke unter einem Dach
von Umweltminister Dr. Werner Schnappauf, 27.12.03
Verwaltungsvereinfachung und Verschlankung der Staatsaufgaben gehören zu den erklärten Zielen der Bayerischen Staatsregierung. In diesem Sinne sollen die staatlichen Verwaltungen über ein zeitgemäßes, leistungsfähiges und effizientes Personal- und Fachaufgaben-Management mit kurzen und flexiblen Entscheidungswegen verfügen.
Vor diesem Hintergrund hat Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber am 14. Oktober 2003 verkündet, dass die Zuständigkeiten für die beiden bayerischen Nationalparke künftig "unter einem Dach" zusammengefasst werden. Mit der Zuständigkeitsübertragung für den Nationalpark Bayerischer Wald vom Landwirtschafts- auf das Umweltministerium wird der älteste Nationalpark in Deutschland mit mehr als dreißigjähriger Tradition in die Verantwortung der obersten Naturschutzbehörde in Bayern gestellt. Parallel dazu wird auch die Verwaltungsstruktur des Nationalparks Berchtesgaden mit der bisherigen Zuständigkeit von vier Ministerien und zwei Mittelbehörden geändert. Die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden wird aus dem Landratsamt Berchtesgadener Land herausgelöst und analog der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald als eigenständige Behörde ebenfalls direkt dem Umweltministerium unterstellt.
Die bereits vom Ministerrat beschlossene Organisationsänderung beider Nationalparkverwaltungen tritt nach verfassungsgemäßer Behandlung des entsprechenden Gesetzentwurfes durch den Landtag rückwirkend zum 14. Oktober 2003 in Kraft. Damit erhalten beide bayerischen Nationalparke eine einheitliche, straffe und effektive Verwaltungsstruktur. Die Neuorganisation beider Verwaltungen stellt sicher, dass internationale Standards eingehalten werden und damit die europa- bzw. weltweite Anerkennung der Nationalparke Bayerns durch den Europarat und die internationale Naturschutzorganisation IUCN langfristig gewährleistet ist.
Seit der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald ist viel für den Naturschutz erreicht worden. Die Zielsetzung von Nationalparken, auf einem Großteil der Fläche die Natur sich selbst zu überlassen, wurde hier beispielhaft umgesetzt. Auch in der schwierigen Zeit der Nationalparkerweiterung und eines hohen Borkenkäferbefalls ist es gelungen, einen für alle Seiten gangbaren Weg zu finden. Durch eine konsequente Borkenkäferbekämpfung im Randbereich bzw. in der Entwicklungszone des Nationalparks konnte in der Vergangenheit ein Übergreifen des Borkenkäfers sowohl auf den angrenzenden Privatwald als auch auf die Hochlagenwälder des Erweiterungsgebietes verhindert werden. Diese Praxis soll wie bisher fortgesetzt werden.
Die Schönheit und Faszination der Natur lässt sich gerade im Nationalpark Bayerischer Wald in einzigartiger Weise erleben. Die Nationalparkregion zählt zu den herausragenden Naturlandschaften Mitteleuropas und zu den gelungenen Beispielen für einen nachhaltigen Tourismus. Für die geleistete Arbeit danke ich der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald mit ihren 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz besonders. Die Erfolgsgeschichte des Nationalparks Bayerischer Wald soll auch künftig unter der neuen Verwaltungsstruktur fortgeführt werden. Für mich ist es deshalb selbstverständlich, dass das Umweltministerium mit der Nationalparkverwaltung und den vor Ort lebenden Bürgerinnen und Bürger so vertrauensvoll zusammenarbeitet, wie es sich über lange Jahre bereits bewährt hat.
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