Aktuell25 Jahre Stiftung Natur & Umwelt
Donnerstag 25. November 2004, 15:01 Uhr Bewahren kontra AusbeutenStiftung Natur und Umwelt feiert 25-jähriges JubiläumSymposium zum Verhältnis Mensch-Natur Mainz (ddp-swe). Der Kardinal sprach deutliche Worte. Der Mensch dürfe die Natur nicht ausbeuten und unterdrücken. Flora und Fauna müssten vielmehr bewahrt werden, sagte der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann am Donnerstag im Kurfürstlichen Schloss der Landeshauptstadt. Die Schöpfungsgeschichte besage zwar, dass sich der Mensch die Erde untertan machen müsse. Doch dürfe dieses Bibelzitat nicht «vulgärmarxistisch» interpretiert werden. Mit dem Vortrag Lehmanns fiel der Startschuss zu dem zweitägigen Symposium «Die Erfindung von Natur und Landschaft» anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Stiftung Natur und Umwelt des Landes Rheinland-Pfalz. Bis Freitag tauschen sich in Mainz Wissenschaftler, Umweltschützer und Politiker über das durchaus problematische Verhältnis zwischen Mensch und Natur aus. Hat die Natur einen Selbstzweck, ist sie als Wert an sich schützenswert? Oder sind Eingriffe eine zwingende Voraussetzung für die Entwicklung des Menschen? Lehmann bemühte zahlreiche Kulturhistoriker, Philosophen und auch einen Lyriker, um seine Sichtweise des Konfliktes Mensch-Natur zu beschreiben. Eine Lösung werde nur gelingen, wenn der Mensch von der Mitte des Schöpfungsglaubens her einen neuen Sinn für die «Kreatürlichkeit» der Welt und für seine eigene Position gewinne. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin und Stiftungsvorsitzende Margit Conrad (SPD) hob hingegen die intensive Auseinandersetzung der Stiftung im richtigen Umgang mit der Natur hervor. Naturschutz sei immer auf den Menschen bezogen. «Menschen brauchen Natur, deshalb muss Naturschutz mit dem Menschen gehen», fügte sie hinzu. Gerade in diesem Bereich wolle die Stiftung in den kommenden Jahren verstärkt aktiv werden. So gibt es Conrad zufolge beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit Sportvereinen. Die Stiftung biete einen so genannten Umwelt-Check an, durch den die Vereine auf möglicherweise vorhandene Mängel beim Umweltschutz aufmerksam gemacht werden. Auch werde die Arbeit mit Kindern künftig verstärkt. In mehreren Beiträgen versuchten Referenten anschließend, auf verschiedene Aspekte des Verhältnisses Mensch einerseits und Natur und Landschaft andererseits einzugehen. So stand etwa die Frage zur Diskussion, welchen Stellenwert die Natur überhaupt noch in einer völlig konstruierten Landschaft im Informationszeitalter hat. Unter anderem wollten bis Freitag Jörg Dettmar von der Technischen Universität (TU) Darmstadt, der Vorstand der Stiftung Naturschutzgeschichte, Joachim Wolschke-Bulmahn sowie Werner Konold, von der Universität Freiburg und Beate Jessel von der Uni Potsdam referieren. Die Stiftung Natur und Umwelt wurde 1979 gegründet und im Landespflegegesetz verankert. Sie finanziert sich aus den Zinsen des Stiftungskapitals, aus Ausschüttungen der Glücksspirale und privaten Spenden. Schwerpunkte der Arbeit sind umweltpädagogische Veranstaltungen und innovative Projekte zum Thema Nachhaltigkeit wie etwa Naturfreizeiten oder Naturpatenschaften. Auch die größte frei gehütete Ziegenherde Europas ist ein Projekt der Stiftung. Dahinter steht der Gedanke, dass Flächen nicht durch klassische Landschaftspflege, sondern durch Nutzung besser freizuhalten sind. Der Verkauf von Ziegen-Produkten trägt auch zur Finanzierung der Herde bei. Donnerstag 25. November 2004, 16:47 Uhr Hering: Landesforsten einer der wichtigsten HolzvermarkterDaun (ddp-rps). Der Betrieb Landesforsten Rheinland-Pfalz ist nach Ansicht des Umweltministeriums einer der wichtigsten Vermarkter für Holz von Rhein und Mosel. Da etwa 47 Prozent des Waldes in kommunaler Hand lägen und das Land zudem von einer kleinflächigen Waldbesitzstruktur geprägt sei, komme einer Bündelung des Holzangebotes «eine existenzielle Bedeutung» zu, sagte Umweltstaatssekretär Hendrik Hering am Donnerstag in Daun. In der Eifel war der Forstausschuss «Deutscher Kommunalwald» des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zu einer Sitzung zusammengekommen.Die zentrale Holzvermarktung soll im Zuge einer entsprechenden Strukturreform ab Januar 2005 als Landesbetrieb weitergeführt werden. Der Betrieb hält den Angaben zufolge auch weiterhin am Gemeinschaftsforstamt als Herzstück der Forstorganisation fest. Rund 2000 rheinland-pfälzische Städte und Gemeinden besitzen nach Angaben Herings Waldgrundstücke. Damit habe das Land den höchsten Kommunalwaldanteil in Deutschland. » zurück |
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