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Orkanschäden in Karpaten

Der Klimawandel stört die Bären

Von Franz Alt

Baden-Baden, 27.11.2004: Ganze Waldstriche sind weg. In der Hohen Tatra hat am Wochenende ein Orkan gewütet wie seit 70 Jahren nicht mehr in der Slowakei. In manchen Landstrichen steht kein einziger Baum mehr. Etwa die Hälfte des Waldes im nördlichen Karpatenbogen ist weg. Die Regierung in Bratislava (Preßburg) hatte um ausländische Hilfe bei Polen und Tschechien gebeten.

Die Hüter des slowakischen Nationalparks machen sich freilich um die heimischen Bären noch mehr Sorgen als um die Bäume. Hier sind die Bären die eigentlichen Herren im Wald. Die braunen Gesellen haben Schlafstörungen. Durch den Klimawandel kommen sie seit Jahren immer später zum natürlichen Winterschlaf.

Früher folgte auf einen heißen Sommer und milden Herbst abrupt der kalte Winter und damit der Winterschlaf der Bären. Doch dieses Jahr lässt der Winter in der Hohen Tatra extrem lange auf sich warten. So werden die Bären nervös und finden nicht den gewohnten Winterschlaf. Aber sie finden auch nichts mehr zum Fressen und trollen sich deshalb bis in die Dörfer. Und jetzt noch der ungewöhnlich starke Sturm.

Die Förster fürchten, dass viele der 500 Bären erschlagen wurden. 2003 wurden die Slowaken schon aufgefordert, keine Christbäume zu schlagen - mit Rücksicht auf die späte Winterruhe der Bären. Das könnte sich 2004 wiederholen. Erst diese Woche ist es in der Hohen Tatra richtig kalt geworden. Jetzt können sich die Bären endlich erholen, falls sie den Sturm überstanden haben.

Weiterführende Informationen:

www.sonnenseite.com


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