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Aktuell
Waldschäden durch Wildverbiss
Freitag 10. Dezember 2004, 17:00 Uhr
Streit mit Biss
Grüne verlangen wegen Baumschäden Verbot der Wildfütterung Dietzel weist Kritik an Jägern zurück
Wiesbaden (ddp-hes). Hessens Grünen beklagen eine drastische Zunahme an Baumschäden in den Wäldern durch Wildverbiss. Als Konsequenz daraus forderte ihr forstpolitischer Sprecher im Landtag, Martin Häusling, die Landesregierung am Freitag auf, die 1999 zugelassene Wildfütterung wieder zu verbieten. Den Jägern warf Häusling vor, die Fütterung zum Teil mehr dazu zu nutzen, das Wild für die Trophäenjagd zu mästen, statt ihm über den Winter zu helfen. Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) will hingegen an der Wildfütterung festhalten. Zugleich warnte er davor, alle Jäger unter einen «Generalverdacht» zu stellen.
Vielmehr gelte es, «gemeinsam mit der Jägerschaft darauf zu dringen, die gesetzlichen Vorgaben und jagdethischen Verpflichtungen einzuhalten». Aus Sicht der Landesregierung seien hierfür alle notwendigen Instrumente vorhanden, sagte Dietzel.
Laut Häusling belegen Daten aus der Betriebskommission des Landesbetriebs Hessen-Forst, dass die frischen Schälschäden an Buchen in den Jahren von 1999 bis 2002 von 7,3 auf 12,9 Prozent zugenommen haben. Der Rotwildbestand sei von geschätzten 9800 im Jahr 1999 auf fast 15 100 im vergangenen Jahr gewachsen.
«Es darf doch nicht wahr sein, dass durch die Wildfütterung und die unzureichende Bejagung des Rotwildes der ohnehin geschwächte Wald weiter geschädigt wird», kritisierte der Grünen-Politiker. Die Landesregierung müsse aufklären, ob die festgelegten Abschussquoten eingehalten werden.
Nach Mitteilung Dietzels lag das Abschusssoll in der Jagdsaison 2003/2004 bei 102 Prozent, im Jahr zuvor bei 103 Prozent. Die hessischen Jäger seien damit «auf dem richtigen Weg», betonte der Minister, der zugleich darauf verwies, dass die Schäden durch Wildverbiss nach der deutlichen Zunahme in 2001 und 2002 im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen seien. (Quellen: Häusling und Dietzel in Mitteilungen)
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