AktuellWaldschäden in SA
Montag 13. Dezember 2004, 13:17 Uhr Sorgenkind BucheSachsen-Anhalts Wald bietet Extreme: Mehr deutlich kranke wie auch kerngesunde BäumeMagdeburg (ddp-lsa). Sachsen-Anhalts Wald ist bundesweit Durchschnitt - zumindest was den Anteil kranker Bäume betrifft. Aktuelles Sorgenkind ist zwischen Arendsee und Zeitz wie auch in ganz Deutschland die Buche. Zwei von drei Bäumen seien deutlich krank, sagte Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) am Montag bei der Vorstellung des Waldschadensberichtes in Magdeburg. Das entspreche 66 Prozent. Lichtblick sei der in Sachsen-Anhalt am weitesten verbreitete Baum: die Kiefer. Dort sind nur 9 Prozent der Bäume geschädigt. Im vergangenen Jahr waren es noch 11 Prozent. Der Anteil der deutlich geschädigten wie auch der gesunden Bäume ist gestiegen. 43 Prozent des Waldbestandes bekommen ein tadelloses Attest. Gegenüber 2003 bedeute das eine Steigerung von 7 Prozentpunkten, sagte die Ministerin. Der Bund erreicht gerade 28 Prozent. Das entspreche dem Wert Sachsen-Anhalts im Jahr 1991. Damals wurde erstmals für das ein Jahr zuvor gegründete Land ein Waldschadensbericht erstellt. Wesentlichen Einfluss auf den aktuellen Waldzustand haben Hitze und Trockenheit sowie Waldschädlinge. Luftverunreinigungen seien für den übersäuerten Boden zuständig, sagte die Ministerin. Sie schlug ein Programm von Bund und Ländern vor, um die betroffenen Böden zu kalken. Wernicke wies darauf hin, dass der deutsche Wald auch darunter leide, dass zuwenig Holz geschlagen werde. In Sachsen-Anhalt würden nur zwei Drittel des jährlichen Holzzuwachses geschlagen. Nur wenn altes Holz aus dem Wald verschwinde, sei Platz für junge Bäume und für eine gesunde Durchmischung. Es sei ein fataler Irrtum, den Wald einfach in Ruhe zu lassen. Die Bäume brauchten Aktion, sagte Wernicke. Die Ministerin appellierte an die Bevölkerung, schadstoffarme Autos zu fahren, energiesparende Geräte im Haushalt zu verwenden oder aber Holzprodukte aus der Region zu kaufen. Sachsen-Anhalt zählt mit einem Waldanteil von rund 24 Prozent zu den eher waldärmeren Bundesländern. Bei der Waldschadenserhebung wird der Zustand von 6576 Bäumen auf einen vier mal vier Kilometer großen Gebiet erfasst und gemessen. (Quelle: Wernicke vor Journalisten in Magdeburg) » zurück |
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