AktuellWaldschäden in Sachsen
Mittwoch 15. Dezember 2004, 16:05 Uhr Noch nicht die Zeit der PalmenTrockenheit macht Laubbäumen zu schaffenMehr geschädigte Bäume in Sachsen als 2003 Moritzburg (ddp-lsc). Der Zustand der sächsischen Wälder hat sich in diesem Jahr weiter verschlechtert. Nur noch 34 Prozent der Bäume weisen keine Schäden auf, 2003 waren es noch 37 Prozent, wie Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in Moritzburg sagte. Der Anteil der schwach geschädigten Bäume sei von 48 auf 49 Prozent, der der deutlich geschädigten von 15 auf 17 Prozent gestiegen. Dennoch gab es für den Umweltminister auch Grund zur Freude. «Die Waldschäden im Freistaat sind in diesem Jahr geringer ausgefallen als im Bundesdurchschnitt», betonte er. Die Dürre des vergangenen Jahres habe nicht den befürchteten Schaden angerichtet. Grund dafür sei der mit mehr als 41 Prozent hohe Anteil der Fichten im Land. Ihr Zustand sei im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das liege zum einen am erheblichen Rückgang des Schwefeldioxids, zum anderen an der Tatsache, dass Nadelbäume mit Trockenheit besser zurechtkämen als Laubbäume. Um den Zustand der Fichten weiter auf dem relativ gutem Niveau zu halten, gebe der Freistaat jährlich 3,3 Millionen Euro für die Kalkung des Waldbodens aus. Auch beim zweithäufigsten Baum, der Kiefer, seien wenig neue Schädigungen festgestellt worden. Besonders stark litten in diesem Jahr die Laubbäume. Bei über der Hälfte der in Sachsen nur auf 5,6 Prozent der Waldfläche stehenden Eichen seien deutliche Schäden festgestellt worden. Das waren 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesund sind die Eichen nur noch auf 12 Prozent der Fläche. «Die Bäume leiden unter der angespannten Wasserversorgung», erklärte Forstchef Hubert Braun. Der Baum reagiere unter Trockenstress mit frühem Laubfall und werfe Zweige ab. Das Sorgenkind der sächsischen Förster ist die Buche. Zwar ist das Verbreitungsgebiet dieser Baumart mit 3,2 Prozent in Sachsen ziemlich gering, jedoch ist der Zuwachs der geschädigten Bäume hier am brisantesten. Während Anfang der 90er Jahre nur vier Prozent krank waren und im vergangenen Jahr jeder dritte Baum, so sind in diesem Jahr die Hälfe aller Buchen betroffen. Die extremen Witterungsverhältnisse, die Schadstoffbelastung und der Blattlausbefall machen der Buche zu schaffen. Das sei jedoch kein sächsisches, sondern vielmehr ein europäisches Problem, sagte Braun. Für den Borkenkäfer war 2004 kein gutes Jahr. Auf Grund der feucht-kühlen Witterung sowie intensiver Gegenmaßnahmen in Sachsen richtete er nicht so starke Schäden an wie zunächst befürchtet worden war. Auch wenn Nadelbäume mit den Gegebenheiten besser zurecht kommen als Laubbäume hält Sachsen am so genannten Waldumbau fest. «Zu einem gesunden, naturnahen Mischwald gibt es keine Alternative», betonte der Minister. Bei der Auswahl der neu gesetzten Bäume werde jedoch darauf geachtet, das die Sorten jeweils besonders widerstandsfähig seien. Hieran werde in einem forstgenetischen Zentrum gearbeitet, erläuterte Braun. Doch auch wenn es in Europa immer trockener werde, sei die Zeit für Palmen in den sächsischen Wäldern noch lange nicht gekommen. (Quellen: Tillich und Braun vor Journalisten in Moritzburg; Waldzustandsbericht; Pressemitteilung des Umweltministeriums) Mittwoch 15. Dezember 2004, 16:07 Uhr Wald in SachsenMoritzburg (ddp-lsc). Sachsen verfügt nach Angaben des Umweltministeriums über 512 000 Hektar Wald. Das entspricht einem Anteil von 27,8 Prozent an der Landesfläche. Auf dieser Fläche verringerte sich die Quote unbeschadeter Bäume im vergangenen Jahr von 37 auf 34 Prozent. Der Anteil schwach geschädigter Bäume stieg von 48 auf 49 Prozent. Auch der Anteil der stark geschädigten Bäume nahm zu. Lag er im vergangenen Jahr noch bei 15 Prozent, so wurden in diesem Jahr bei 17 Prozent solche Schäden festgestellt. Vor zwei Jahren waren jedoch noch 18 Prozent betroffen.Der Waldzustandsbericht wurde in Sachsen zum 14. Mal erstellt. Ingesamt wurden dazu knapp 7000 Bäume begutachtet. Als deutlich geschädigt gelten Bäume, die mehr als ein Viertel ihrer Nadeln oder Blätter verloren haben. » zurück |
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