AktuellNeue und alte NSGs
Dienstag 28. Dezember 2004, 14:27 Uhr Zwei neue Naturparke ab JanuarSchwerin (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommerns verfügt ab 1. Januar 2005 über zwei neue Naturparke. Entsprechende Landesverordnungen waren vom Kabinett einstimmig beschlossen worden. Damit besitzt der Nordosten insgesamt sieben dieser Großschutzgebiete.Wie Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) am Dienstag in Schwerin mitteilte, trägt der neue, im Landkreis Uecker-Randow gelegene Naturpark den Namen «Am Stettiner Haff». Er umfasst die Region südlich des Stettiner Haffs sowie Teile der Ueckermünder Heide und der Friedländer Großen Wiese. Er grenzt im Osten an die Republik Polen. Die Gesamtgröße beträgt 57 242 Hektar. Die Naturparkstation wird vorerst in Ueckermünde eingerichtet. Der zweite Naturpark mit dem Namen «Sternberger Seenland» liegt in den Landkreisen Güstrow, Nordwestmecklenburg und Parchim. Er erstreckt sich über die Seengebiete Warin-Neukloster, die Sternberger Seenlandschaften sowie das mittlere Warnowtal. Das Gebiet ist 53 990 Hektar groß. Sitz der Naturparkstation ist in Warin. Dienstag 28. Dezember 2004, 15:04 Uhr Nationalpark-Verein: Land vernachlässigt Odertal-ProjektCriewen (ddp-lbg). Der Verein der Freunde des Nationalparks «Unteres Odertal» fordert das Land zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber diesem Naturschutzprojekt auf. Zu Recht verlange Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) von der Landesregierung, die 1992 gemachten Zusagen einzuhalten, sagte der Vereinsvorsitzende Thomas Berg am Dienstag. Bisher sei «in der Tat wenig geschehen». Die bisherigen brandenburgischen Umweltminister hätten das Nationalparkprojekt sträflich vernachlässigt und sich darauf beschränkt, den Förderverein verantwortlich zu machen. Der vom Verein geforderte Dialog sei seit 1999 abgelehnt worden.Es gehe dabei nicht nur um die Erarbeitung der seit Jahren ausstehenden Gewässerstudie, sagte Berg. Das Land habe sich 1992 auch verpflichtet, im Kernbereich des Nationalparks bis Ende 2010 die Hälfte der Flächen als Totalreservate auszuweisen. Bisher liege der Anteil aber erst bei 15 Prozent, eine weitere Ausdehnung werde blockiert. Für die Verpflichtung, Jagd und Fischerei einzustellen, gebe es noch nicht einmal Konzepte, die Einschränkungen für Fischer und Angler vorsehen. Das Land habe sich außerdem verpflichtet, den gesamten Kernbereich als Naturschutzgebiet auszuweisen und die Ackerflächen im Laufe der Projektförderung in Grünland umzuwandeln, heißt es weiter. Der gesamte Süden des Gebiets sei aber bisher nicht dem Nationalpark zugeschlagen worden, die Ackerflächen beständen dort weiter. Auch die Gewässer im Nationalpark würden wie eh und je bewirtschaftet, statt deren Unterhaltung den Naturschutzzielen anzupassen. Brandenburgs neuer Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) hatte im November einen Trägerwechsel für den Nationalpark und eine Novellierung des Nationalparkgesetzes noch in dieser Legislaturperiode verlangt. Dies sei nötig, um wieder mehr Akzeptanz in der Region zu gewinnen. Trittin lehnt dagegen einen Trägerwechsel ab. Zunächst müsse das Land vereinbarte Pflichten erfüllen, die trotz finanzieller Vorleistungen des Bundes noch nicht abgearbeitet seien, sagte er. Donnerstag 30. Dezember 2004, 04:45 Uhr Sachsen verhandelt ab Mitte Januar mit «Seenland»-InteressentenDresden (ddp-lsc). Ab Mitte Januar will Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) mit möglichen Projektträgern und dem Bundesamt für Naturschutz über die Zukunft des Naturschutz-Großprojektes «Lausitzer Seenland» verhandeln. Das Ministerium werde bis dahin ein Konzept über die aus seiner Sicht möglichen Varianten nach dem Rückzug der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ausarbeiten, sagte Tillich der Nachrichtenagentur ddp in Dresden. Ihr Interesse am Projekt hätten neben dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) inzwischen mehrere Verbände bekundet. Tillich betonte, dass der Projektträger in der Region akzeptiert werden müsse. Er stehe «in doppelter Verantwortung gegenüber Naturschutz und Tourismus».Das Umweltministerium hatte seine finanzielle Förderung an die Bedingung geknüpft, dass ein regionaler Akteur die 3300 Hektar erwirbt, die im Lausitzer Seenland für die Natur gesichert werden sollen. Dazu hat der Zweckverband Elstertal, dem der Landkreis Kamenz, die Städte Hoyerswerda und Lauta sowie die Gemeinden Spreetal und Elsterheide angehören, noch vor Weihnachten einen Passus in seine Satzung aufgenommen, der die ausdrückliche Unterstützung des Naturschutzes vorsieht. Dies ist eine Voraussetzung für die mit knapp vier Millionen Euro 75-prozentige Förderung durch das Bundesamt für Naturschutz. 20 Prozent - und damit eine Million Euro - will Sachsen beisteuern, für die restlichen 5 Prozent muss der Projektträger aufkommen. «Dafür werden sich Mittel und Wege finden lassen, die die Gemeinden nicht zusätzlich belasten», kündigte Tillich an. Eine mögliche Variante sei, dass die gemeinnützige GmbH, in der bislang die Umwelthilfe die Mehrheit hatte, mit einer anderen Gesellschafterstruktur bestehen bleibe. «Die gGmbH wäre auch für private Investoren offen und darf Spendengelder annehmen», sagte Tillich. Aus seiner Sicht gebe es bei der anstehenden Klärung der wichtigsten Fragen keinen Zeitdruck. Bund und Land werden dem Projekt die versprochene Unterstützung zukommen lassen. Mit dem Lausitzer Seenland entsteht im Nordosten Sachsens und in Südbrandenburg Europas größte künstlich geschaffene Wasserlandschaft. Ehemalige Braunkohlegruben verwandeln sich dazu in Seen. Das Naturschutz-Großprojekt «Lausitzer Seenland» soll auf sächsischem Territorium nördlich von Hoyerswerda umgesetzt werden. Etwa 5000 Hektar an der Grenze zu Brandenburg sind dafür vorgesehen, 3300 Hektar davon sollen laut Umweltministerium vom Zweckverband gekauft werden. Das ausgewählte Gebiet stellt einen charakteristischen Ausschnitt des Lausitzer Braunkohlereviers dar. Zum größten Teil handelt es sich um Flächen, die zwischen 1906 und 1991 vom Bergbau in Anspruch genommen wurden. » zurück |
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