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Aktuell

Schweizer Waldinitiative eingereicht

Waldpolitik kommt vors Volk

Über die Waldpolitik der Schweiz wird das Stimmvolk entscheiden. Am Freitag haben Umweltschützer ihre Initiative "Rettet den Schweizer Wald" eingereicht.

swissinfo und Agenturen, 14. Oktober 2005 15:53

Anstoss zur Initiative hatten Pläne des Bundes gegeben, die Subventionen für die Waldbewirtschaftung zu kürzen und das Potenzial des Waldes wirtschaftlich besser zu nützen.

Die Volksinitiative "Rettet den Schweizer Wald" wurde zehn Tage vor Ablauf der Sammelfrist mit 115'526 beglaubigten Unterschriften eingereicht. Getragen wird sie von der Umweltorganisation "Helvetia nostra" und einer Gruppe von Förstern.

Zwar sei das heutige Schweizer Waldgesetz vorbildlich, sagte der umtriebige Heimat- und Naturschützer Franz Weber, Gründer von "Helvetia nostra", am Freitag in Bern.

Die Beschlüsse des Bundes in den Entlastungsprogrammen und der im vergangenen Juni in die Vernehmlassung gegebene Revisionsentwurf des Waldgesetzes zeigten jedoch, dass der Bund sich seiner Pflicht zur Pflege des Waldes entziehe. Die Wälder würden zu blossen Holzlieferanten degradiert, der immaterielle Wert werde vernachlässigt.

Verbesserter Schutz

Mit einer Verfassungsänderung soll deshalb der Schutz des Waldes verbessert und verbindlicher verankert werden. So soll festgehalten werden, dass neben dem Bund auch die Kantone eine Verantwortung tragen.

Zudem muss neben den Schutz-, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen des Waldes auch die Funktion zur Erhaltung der Bio-Diversität gewährleistet werden.

Weiter will die Initiative ein Rodungsverbot in der Verfassung verankern. Ausnahmen vom umfassenden Schutzgebot wären nur dann erlaubt, wenn sie - gegen entsprechende Ersatzleistungen - gemeinnützigen Zwecken dienten.

Rodungen sind gemäss heutigem Gesetz zwar verboten, im Revisionsentwurf ist jedoch eine Lockerung vorgesehen. Dies entspreche keiner nachhaltigen Nutzung des Waldes, sagte Weber.

Potenzial besser nutzen

Laut der zu Wochenbeginn publizierten Forststatistik 2004 wird das Potenzial des Schweizer Waldes nur zu zwei Dritteln genutzt. Die Holzhandels-Bilanz sei seit Jahren negativ, weil ein bedeutender Teil des in der Schweiz geernteten Holzes unverarbeitet ins Ausland exportiert werde, teilte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) mit.

Ein grosser Teil der Holzverarbeitung werde auf diese Weise ins Ausland verlagert, statt dass das Holz in der Schweiz genutzt würde.

Das soll sich demnächst ändern. Im solothurnischen Luterbach und in Ems, Kanton Graubünden, planen zwei österreichische Gross-Sägereien je ein Werk, das jährlich über 500'000 Kubikmeter Holz verarbeiten kann.

Die Schweizer Förster schauen dieser Entwicklung mit Sorge entgegen, wie ihr Verbandspräsident Franco Petrini bei der Einreichung der Initiative erklärte. "Anstelle der Förster werden bald Bulldozer und Kettensägen das Sagen haben", fügte Weber an.


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