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Aktuell

Baumbesetzung beendet

Dienstag 18. Oktober 2005, 17:38 Uhr

Robin-Wood-Protest ohne Erfolg

Lacoma (ddp-lbg). Die fast zweiwöchige Baumbesetzung durch Robin-Wood-Aktivistin an den Lacomer Teichen bei Cottbus ist zu Ende. Am Dienstagabend stieg der letzte der insgesamt acht Umweltschützer auf Drängen der Polizei aus den Bäumen. Der Energiekonzern Vattenfall will jetzt planmäßig mit dem Bau von Leitungen zur Entwässerung der ökologisch wertvollen Teichlandschaft fortfahren. Robin-Wood bewertete die Protestaktion gegen die Baumaßnahmen dennoch als Erfolg.

Seit dem 6. Oktober hatten die Umweltschützer die Bäume besetzt, die auf der geplanten Bautrasse für die Entwässerungsleitungen stehen. Sie wurden dabei von Unterstützern am Boden mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt. Am Montag hatte Vattenfall bereits mit der Rodung von Pflanzen rund um die Bäume begonnen. Am Dienstag wurden dann mit Hilfe der Betriebsfeuerwehr des Konzerns Äste an jenen Bäumen entfernt, um die Umweltschützer mit Drehleitern erreichen zu können. Am Abend kamen die Aktivisten dann den Forderungen der Polizei nach und stiegen ohne Zwischenfälle mit Hilfe eines Fahrkorbes von den Bäumen.

Vattenfall erstattete einem Konzernsprecher zufolge Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Es sei bedauerlich, dass die Naturschützer nicht freiwillig die Bäume verlassen hätten.

Ein Robin-Wood-Sprecher wertete die Protestaktion als «vollen Erfolg». Es sei Vattenfall nicht gelungen, die ökologisch wertvolle Teichlandschaft «still und leise zu zerstören». «Jetzt werden die Bilder von unserer Baumbesetzung in den Köpfen der Menschen hängen bleiben», sagte er. Zudem wolle man den Widerstand gegen die Baumaßnahme fortsetzen.

Der Naturschutzverband Grüne Liga Brandenburg zeigte sich «erschüttert» über das Vorgehen von Vattenfall. Der geplante Bau der Entwässerungsleitungen für den Braunkohlentagebau ist nach ihrer Auffassung nicht rechtmäßig. «Wir haben das Landesumweltamt aufgefordert, die Arbeiten wenigstens so lange auszusetzen, bis sich das Amt mit der Begründung unseres Widerspruchs gegen den Bau auseinandergesetzt hat», sagte ein Sprecher. Die Zulassung der Arbeiten sei eine «haarsträubende Verbiegung des Naturschutzrechtes».

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm kritisierte die «Ignoranz, mit der Vattenfall gegen die Bewohner und die Natur von Lacoma vorgeht». Zugleich warf sie der Landesregierung Brandenburg vor, sich zum «Handlanger der Braunkohlewirtschaft degradieren» zu lassen. Die Genehmigung des Landesumweltamtes zur Gehölzbeseitigung an den Teichen stehe auf «äußerst tönernen Füßen».

Die Lacomer Teichlandschaft soll der Abbaggerung von Braunkohle für das nahe gelegene Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde weichen. Die rund 300 Hektar große Landschaft ist Heimat für mehr als 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Seit 2003 sind die Teiche Schutzgebiet der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union.


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