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Baum des Jahres

Donnerstag 20. Oktober 2005, 11:00 Uhr

Die Schwarzpappel ist Baum des Jahres

Berlin (AP) Die Schwarzpappel ist der Baum des Jahres 2006. Hintergrund der Wahl ist die zunehmende Bedrohung des «Populus nigra», wie das Kuratorium Baum des Jahres am Donnerstag in Berlin erklärte. In ganz Deutschland gebe es nur noch 3.000 ausgewachsene Exemplare. Echte Schwarzpappeln seien «eine kleine Sensation», betonte der Kuratoriumsvorsitzende Silvius Wodarz.

«Der Hauptgrund für den traurigen Platz in der Roten Liste ist das Verschwinden ihres natürlichen Lebensraums», erläuterte Waldreferent Rudolf Fenner von Robin Wood. Die Organisation sitzt im Kuratorium. Die Schwarzpappel siedelt vor allem in Flussauen, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Menschen stark verändert wurden. Für die Bäume schädlich ist nach Darstellung des Kuratoriums vor allem die Absenkung des Grundwassers sowie die Rodung der Auen. Darüber hinaus gebe es inzwischen viele Kreuzungen mit anderen Pappelarten, so genannte Hybride. Diese seien viel häufiger als die echte Schwarzpappel.

Diese zu erkennen, ist nach Angaben des Kuratoriums gar nicht so leicht. Im Zweifel werden Gentests gemacht. Hauptmerkmale der Schwarzpappel sind Kronen mit weit ausladenden Ästen und rautenförmigen, ziemlich großen Blättern, die schon bei leichtem Wind flattern. Den Namen hat sie von der im Vergleich zu anderen Pappeln dunklen Rinde. Die Wurzeln können sich sehr weit vom Stamm aus im Oberboden ausbreiten. Schwarzpappeln werden bis zu 35 Meter hoch und etwa 200 Jahre alt.

Wie andere Pappeln auch wachsen sie schnell. Dabei hilft die Beweglichkeit der Blätter. Sie werden durch Luftzug gekühlt, damit wird die Verdunstung und der Wasserstrom aus den Wurzeln angeregt. Die Samen werden Ende Mai/Anfang Juni als «Pappelschnee» vom Wind verweht. Sie sind übrigens als wärmedämmende Füllung für Kissen oder Decken bestens geeignet. «Kein Textilmaterial schafft die Kombination zwischen Leichtigkeit, Wärmeisolation und Feuchteverhalten besser als Pappelflaum», lobte das Kuratorium.

Die Schwarzpappel braucht viel Licht, Wasser und Nährstoffe und gilt deshalb als «konkurrenzschwach». Außerdem sind Samen nur für wenige Tage keimfähig und benötigen feuchte Sandböden. Sie haben nur in Auenwäldern direkt am Flussufer eine Chance. «Die Wahl der Schwarzpappel zum Baum des Jahres ist ein klares Plädoyer für eine baldige und weit reichende Renaturierung unserer großen Talauen», meinte Robin-Wood-Fachmann Fenner.

Der Baum des Jahres wird seit 1989 gekürt, um Aufmerksamkeit für die gewählte Art zu wecken. Die vergangenen Jahre waren der Sandbirke, der Esche, dem Wacholder, der Schwarz-Erle, der Weißtanne und der Rosskastanie gewidmet.

http://www.baum-des-Jahres.de/


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