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Aktuell

MV-Umweltminister und Holzverband zu FSC

Umweltminister Methling: FSC-zertifiziertes Holz birgt enorme Potenziale

Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, 14.11.05

"FSC ist eine Zertifizierung mit internationaler Glaubwürdigkeit, weil nachhaltige Waldwirtschaft unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen gefördert wird. Wie kein anderes Zertifikat setzt es sich für den Schutz tropischer und borealer Naturwälder ein und untersagt das Einschlagen von Naturwäldern zur Anpflanzung von Plantagen", sagte Umweltminister Prof. Dr. Wolfgang Methling heute (14. November 2005) anlässlich der 1. Gemeinsamen Fachtagung "FSC in Mecklenburg-Vorpommern ? Perspektiven und Potenziale" im Schloss Ulrichshusen (Landkreis Müritz). Durchgeführt wird die Veranstaltung vom Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern und dem FSC Deutschland e.V.

Das vor 11 Jahren eingeführte internationale Gütesiegel Forest Stewardship Council (FSC) beinhaltet Kriterien für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Forstwirtschaft. Die gleichnamige nichtstaatliche Dachorganisation hat sich die weltweite Förderung einer umweltgerechten und sozial verträglichen Waldbewirtschaftung zum Ziel gesetzt.

In Deutschland sind rund 500.000 Hektar Wald nach FSC zertifiziert; davon ca. 40.000 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern.

"Die meisten Waldbesitzer und holzverarbeitenden Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern haben ein hohes Umweltbewusstsein und können mit einem relativ geringen Aufwand die Auszeichnung einer FSC-Zertifizierung erhalten", so Umweltminister Methling. Vor allem gehe es ihm auch darum, dass mit einer FSC-Zertifizierung zusätzlich nationale wie internationale Märkte mittelfristig besser erschlossen werden können. Da die Nachfrage nach FSC-zertifiziertem Holz und Holzprodukten in Deutschland noch nicht aus den eigenen Wäldern gedeckt werden kann und auch in Mecklenburg-Vorpommern die Nachfrage größer als das Angebot ist, müssen die holzverarbeitenden Betriebe lange Transportwege in Kauf nehmen, um FSC-Holz in ausreichender Menge beschaffen zu können.

"Ich appelliere daher vor allem an die Privatwald- und Kommunalwaldbesitzer in unserem Bundesland: Lassen Sie Ihren Wald nach FSC zertifizieren! Hier liegt ein enormes Potenzial verborgen: Allein diese zwei Waldbesitzarten nehmen derzeit fast 45 Prozent der Gesamtwaldfläche von Mecklenburg-Vorpommern ein und verfügen über hohe Holzvorräte je Hektar." Der Umweltminister macht außerdem auf die Möglichkeit aufmerksam, Kooperationen zwischen Kleinwaldbesitzern und holzverarbeitender Industrie aufzubauen. "Hier können über eine FSC-Gruppenzertifizierung Vermarktungsstrategien entwickelt werden", so Methling.


Europäischer Holzhandelsverband empfiehlt FSC

Holz-Zentralblatt, 11.11.2005

Der Europäische Holzhandelsverband (Febo) ist bemüht, die Verwendung von illegal eingeschlagenem Holz zu unterdrücken. In diesem Zusammenhang wird das FSC-Kennzeichen "FSC - Mixed Sources" empfohlen. Der Präsident des Febo, Jörg Reimer, bezeichnet es als "gutes Werkzeug im Kampf gegen den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz".

Febo möchte seinen Mitgliedern sowie der Holzindustrie, dem Holzhandel und Politikern deutliche Signale geben, dass der Handel mit illegal eingeschlagenem Holz verhindert werden muss. Auf der Vollversammlung im April wurde die Satzung des Febo daher um folgenden Artikel ergänzt: "Febo unterstützt nachhaltige Waldbewirtschaftung und missbilligt illegalen Holzeinschlag und damit verbundenen Handel. Febo erkennt unanbhängige Zertifizierung von Forstbetrieben und der Produktkette als praktikabelstes Instrument an, um nachhaltige Waldbewirtschaftung zu unterstützen."

Für die Herstellung von FSC-Produkten, die als "FSC - Mixed Sources" gelabelt werden, wird neben Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern auch nicht zertifiziertes Holz verwendet. Dieses darf allerdings nicht aus umstrittenen Quellen stammen. Seine Herkunft wird nach einem eigenen Standard (FSC-STD-40005) kontrolliert. Vermieden werden soll Holz aus:

- Gebieten, in denen Gewohnheits- oder Bürgerrechte missachtet werden
- besonders schützenswerten Wäldern
- Beständen, die aus gentechnisch veränderten Bäumen bestehen
- illegalen Einschlägen
- Umwandlungen in andere Nutzungsformen


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