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Aktuell

Keine Genpflanzen in der Schweiz

Sonntag 27. November 2005, 18:30 Uhr

Schweizer für Verbot genveränderter Pflanzen

Genf (AFP) - Die Schweizer haben bei einem Referendum für ein fünfjähriges Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen gestimmt. Mehr als 55 Prozent der Wähler stimmten nach dem abschließenden Auszählungsergebnis für das Projekt der Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft". Zugleich votierten sämtliche Kantone mehrheitlich mit Ja, so dass die erforderliche doppelte Mehrheit für den Erfolg des Referendums erreicht wurde.

Getragen wurde die Initiative von Umwelt- und Verbraucherorganisationen, aber auch von Landwirten. Die bisherigen Regelungen, nach denen gentechnische Veränderungen in der Tierzucht verboten sind, gingen den Initiatoren der Volksabstimmung nicht weit genug. "Die Bevölkerung will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf dem Teller haben", sagte Luc Barthassat von der Christlich-Demokratischen Partei. "Also wollen wir sie auch nicht auf den Feldern."

Regierung und Parlament hatten das Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen abgelehnt. Wirtschaftsminister Josef Deiss hatte von einem "negativen Signal" hinsichtlich der "Offenheit" der Schweiz für "neue Technologien" gesprochen.

Das Ergebnis des Referendums sei "negativ für die Schweiz als Standort von Forschung und Erneuerung", sagte Alwin Kopse, ein Sprecher des Basler Agro-Konzerns Syngenta. Dagegen begrüßte ein Sprecher der Biobauern den Ausgang der Abstimmung mit den Worten, die Forschung an gentechnisch veränderten Organismen sei "nicht der richtige Weg". Im französischssprachigen Teil der Schweiz fiel die Mehrheit mit zum Teil fast zwei Dritteln der Stimmen besonders deutlich aus, in der Region um den Chemie-Standort Basel wurde die Initiative nur mit knapp über 50 Prozent befürwortet.

Das Ergebnis habe "Signalwirkung für Europa", erklärte Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then in Hamburg. Auch die neue Bundesregierung müsse ihren Kurs beim kommerziellen Anbau von Gen-Saaten überdenken. Unter Verweis auf die Gen-Erbsen aus Australien, die sich im Tierversuch als lebensgefährlich erwiesen hatten, forderte er: "Ein Zulassungs- und Anbaustopp in der EU ist die einzig richtige Konsequenz."


Schweizer entscheiden gegen Gentechnik

Von Sigrid Totz, Greenpeace-Online, 28.11.05

Die Schweizer Bevölkerung hat sich am Sonntag mehrheitlich gegen Gentechnik in der Landwirtschaft ausgesprochen. Bei dem Referendum stimmten fast 56 Prozent der Wähler und alle 26 Kantone einem Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren zu. Das Moratorium ist auf fünf Jahre befristet. Es gilt nicht für Forschung und Pharmaindustrie.

Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then kommentiert die Abstimmung: "Das Schweizer Votum hat Signalwirkung für Europa. Auch die neue Bundesregierung muss beim kommerziellen Anbau von Gen-Saaten ihren Kurs überdenken. Eine Förderung dieser Technologie ist ein Anschlag auf Verbraucher und die Mehrheit der Landwirte."

Then erinnert an das jüngste Beispiel aus Australien - Gen-Erbsen, die sich im Tierversuch als lebensgefährlich herausgestellt haben. "Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein Zulassungs- und Anbaustopp in der EU ist die einzig richtige Konsequenz - oder haben EU-Bürger weniger Anrecht auf den Schutz vor Gen-Produkten als ihre Schweizer Nachbarn?"


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