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Aktuell
Bodenkompetenz für Österreichs Lebensministerium
Lebensministerium bündelt Bodenkompetenz
Netzwerk b4 startet am Tag des Bodens
Umweltbundesamt Österrreich, Wien, 02.12.2005
"Boden ist mehr als Erde und Untergrund. Bestehende und zukünftige Herausforderungen im Bereich Boden haben deutlich die Notwendigkeit gezeigt, die Boden-Fachkompetenzen des Lebensministeriums zusammenzufassen. Damit werden nicht nur die Voraussetzungen für die optimale Nutzung der Ressourcen geschaffen, sondern es entstehen auch Synergien und wir zeigen auch in Europa Kompetenz", erklärt Umweltminister Josef Pröll zum Start des Kompetenznetzwerkes b4 anlässlich des Tag des Bodens, am 5. Dezember 2005. Die Bündelung der Bodenkompetenz des Lebensministeriums erfolgt im Rahmen der Aktivitäten im Jahr des Bodens 2005. Vier Institutionen im Eigentum des Lebensministeriums, AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), BAW (Bundesamt für Wasserwirtschaft), BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft) und Umweltbundesamt, treten zukünftig zum Thema Boden miteinander als Kompetenznetzwerk b4 - Corporate Soil Competence auf.
Die bodenrelevanten Kernkompetenzen des Lebensministeriums, die in b4 vereint werden, sind: Ernährungssicherheit und Bodengesundheit (AGES), Bodenhydrologie und Gewässerschutz (BAW), Wald und Naturgefahren (BFW) sowie Umweltinformation und Bodenschutz (Umweltbundesamt). Ziel ist die Verstärkung der gemeinsamen Fachexpertise, um die zunehmenden nationalen sowie EU-weiten Anforderungen zum Bodenschutz optimal zu erfüllen. Verstärkt zusammen gearbeitet wird sowohl in der bodenchemischen, bodenphysikalischen und bodenbiologischen Analytik, bei der Datenerhebung und -bereitstellung wie auch in der Bodenforschung und in europäischen Gremien.
Umweltbundesamt
Für Umweltkontrolle und Umweltinformation nimmt das Umweltbundesamt Aufgaben für alle Medien und Bereiche des Umweltschutzes wahr. Von dieser Interdisziplinarität profitiert auch die Bodenschutzkompetenz z.B. bezüglich Bewertungen des öko- und humantoxikologischen Risikos von Umweltschadstoffen. Für das Netzwerk b4 ist dieses Know-how, die Erfahrung mit Umweltkatastern sowie mit der Umsetzung internationaler Anforderungen an den Bodenschutz von Bedeutung. "Auf europäischer Ebene wird für die Lebensmittelproduktion, die Erhaltung der Wasserqualität und der Biodiversität ein hohes Niveau im Bodenschutz angestrebt. Es ist daher notwendig, der Umweltpolitik verlässliche, relevante Information und Handlungsempfehlungen zu Bodenthemen in die Hand zu geben. Diesen Anforderungen können wir am besten gemeinsam begegnen," ist Mag. Georg Rebernig, Geschäftsführer Umweltbundesamt überzeugt.
AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)
Die Kompetenz für chemische Bodenanalytik hat innerhalb b4 die AGES. Das Themenspektrum reicht dabei von der Mobilität und Verfügbarkeit von Nähr- und Schadstoffen - so lässt sich z.B. bestimmen, wie sich die Nährstoffversorgung von Böden in bestimmten Regionen längerfristig entwickelt - bis hin zur Humusdynamik, die auch eine wichtige Rolle in der Bindung von Treibhausgasen spielt. "Die enge Zusammenarbeit mit den Partnern in b4 wird einerseits zu einer optimalen Ressourcennutzung, andererseits aber auch zu einer deutlichen Erweiterung des Kompetenzspektrums führen", erklärt DI Leopold Girsch, Leiter des Bereiches Landwirtschaft der AGES. Dadurch können Fragen zur Gesundheit und Ernährungssicherheit kostengünstiger und effektiver bearbeitet werden.
BFW (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft)
Das BFW bringt in b4 insbesondere Kompetenzen zu Boden und Standort, Waldernährung, Bodenmikrobiologie, Geländebodenkunde, spezielle Waldboden-Analytik sowie Abfluss und Erosion. Darüber hinaus steht die digitalisierte landwirtschaftliche Bodenkarte allen Kooperationspartnern zur Verfügung. "Der Boden ist ein nicht vermehrbares und kaum regenerierbares Gut, weshalb die Sicherung seiner Fläche und Qualität nutzungsübergreifend gewährleistet sein muss. Gemeinsam mit den b4-Partnern trägt das BFW zum nachhaltigen Schutz und Erhalt der vielfältigen ökologischen und ökonomischen Funktionen des Bodens bei. Die Zusammenarbeit der vier Partner garantiert den bestmöglichen Einsatz von Daten, Fachwissen und Infrastruktur", meint Dr. Harald Mauser, Leiter des BFW.
BAW (Bundesamt für Wasserwirtschaft)
Der flächenhafte Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer erfordert auch die nachhaltige Sicherung der Bodenfunktionen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bodenwasser. Das BAW untersucht mit dem bodenphysikalischen Labor und den bodenhydrologischen Messstellen die Prozesse im Bodenwasser. Auf Basis dieser Datensätze werden mit Hilfe von selbst entwickelten Simulationsmodellen Expertisen, Studien, Gutachten erstellt und Forschungsprojekte bearbeitet. "Mit b4 wird die Netzwerkarbeit zwischen den Partnern intensiviert. Das führt einerseits sicher zu Synergieeffekten, andererseits werden damit auch Innovationen gefördert," erwartet sich der zuständige Leiter des Institutes für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt Hofrat Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Eduard Klaghofer von b4.
Boden hat nicht nur viele ökologische Funktionen ? z. B. Regulator für wichtige Kreisläufe (Nährstoffe, Wasser), Filter für Schadstoffe und Lebensraum für Organismen, sondern wird auch vielfältig genutzt, z. B. als Träger von Infrastruktur, Rohstoffen und als Grundlage für die Produktion von Lebensmitteln. Bodenzerstörung oder Bodenverlust ist nur schwer oder nicht rückgängig zu machen. Durch die Gefährdungen, denen die endliche Ressource zunehmend ausgesetzt ist, hat Bodenschutz im Umweltschutz an Bedeutung gewonnen.
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